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Ehrenamtspreis

Ehrenamt

Kurzbeschreibung

Eine Landeskirche zeichnet bestimmte Projekte mit einem Ehrenamtspreis aus.

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
erstellt am: 31. Mai 2010, 11:11 Uhr
aktualisiert am: 01. Februar, 15:03 Uhr
Informationen
Vorbereitung: 90 Tage
Durchführung: 1 Tag
Zielgruppen:
Jugendliche, Erwachsene, Ehrenamtliche
Mitarbeitende:
Präses, Jury, Musikgruppe
Stichworte:
Anerkennung, Engagement, Ehrenamt, Würdigung, Qualitätsentwicklung
Meinungen

Situation / Kontext

Ein zeitgemäßer Umgang mit Mitarbeitenden verlangt eine kontinuierliche Achtsamkeit nicht nur für beruflich, sondern auch und besonders für ehrenamtlich Tätige. Eine Landeskirche sollte es sich zur Aufgabe machen, die Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit zu sichern. Die Landeskirche selbst sollte Teil der Anerkennungskultur sein, die sie ihren Gemeinden und Kirchenkreisen anempfiehlt. In diesen Zusammenhang gehören Ehrenamtspreise.

Ziele

Mit dem Ehrenamtspreis sollen bewährte Formen ehrenamtlicher Arbeit, besonders aber neuartige ehrenamtlich getragene Projekte aus den Bereichen Gottesdienst, Seelsorge/Beratung, Sozialdiakonische Arbeit, Kultur- und Bildungsarbeit, Zielgruppenarbeit, allgemeine Gemeindearbeit und Gemeindeleitung öffentlich vorgestellt und weiter gefördert werden.

Im Rahmen der sich in der Kirche weiter entwickelnden „alltäglichen Anerkennungskultur“ im Umgang mit ehrenamtlich Mitarbeitenden soll durch eine Preisverleihung an herausragende Projekte ein besonderer Akzent gesetzt werden.

Reflexion / Hintergrund

Die Kirche generiert stärker als jede andere gesellschaftliche Größe Ehrenamtlichkeit. Dabei gibt es ein breites Spektrum von Ehrenamtlichen, sowohl was Alter und Milieu, als auch was Art der ehrenamtlichen Aufgaben angeht. Gesellschaftlich gibt es bald eine Art Wettbewerb um Ehrenamtliche. Die Ehrenamtlichen haben für die Kirche ein hohes Potenzial. Auch mit dem Rückgang von finanziellen Mitteln steigt die Bedeutung des Ehrenamts. In der Kirche arbeiten 1-4 Millionen Ehrenamtliche.

Es ist gut evangelisches Profil, auch aus theologischen Gründen das Ehrenamt in besonderer Weise zu stärken.

Umsetzung

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

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Durchführung

Vorbereitung:

Ehrenamtspreise können auf Ebene des Kirchenkreises oder der Landeskirche verliehen werden.

Die Leitung des Kirchenkreis oder die Kirchenleitung beruft eine Jury, die die eingehenden Vorschläge bzw. Bewerbungen sichtet, bewertet und eine Entscheidung über die Preisvergabe trifft. Sie ist zusammengesetzt nach Zuständigkeit im Landeskirchenamt, Erfahrung in der Arbeit mit Ehrenamtlichen sowie mit Blick auf die im Zusammenhang mit der Preisverleihung notwendige Pressearbeit. Die Arbeitsbereiche mit hohem Anteil an Arbeit mit Ehrenamtlichen wechseln.

Der Ehrenamtspreis wird mit einer Bewerbungs- bzw. Vorschlagsfrist von ca. zwei Monaten ausgeschrieben.

 

Durchführung:

Anhand der Ausschreibungskriterien und nach jeweiliger Überprüfung der für die erste Preisverleihung festgelegten Entscheidungskriterien triff die Jury eine Entscheidung darüber, welche Projekte in die engere Wahl kommen. Diese Projekte werden von Jurymitgliedern besucht. Aufgrund der Berichte wählt die Jury die Projekte aus, die geehrt werden sollen. Im Rahmen eines abwechslungsreichen, zugleich fröhlichen und feierlichen Festaktes, der den ausgezeichneten Projekten Gelegenheit zu einer kurzen Selbstdarstellung gibt, überreicht eine Leitungsperson eine Urkunde und ein Erinnerungsgeschenk.

 

Nachbereitung:

Die Bewerbungen und die Preisverleihung fließen in eine Dokumentation ein. Die Jury wertet den Gesamtverlauf aus und überlegt Verbesserungsmöglichkeiten für das nächste Mal.

 

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung:

Wichtig sind klare Kriterien für die Preisverleihung, hier z.B. jene der Landeskirche Rheinland (siehe Beispiel guter Praxis):

  • Berücksichtigt werden alle ehrenamtlich getragenen Projekte aus Gemeinden, Kirchenkreisen und landeskirchlicher Ebene, die einen Bezug zu Kirche und Diakonie haben.
  • Zugelassen werden nur Projekte, bei denen kein Honorar gezahlt wird. Davon ausgenommen sind Aufwandsentschädigungen.
  • Es werden nur Projekte und keine Einzelpersonen für den Ehrenamtspreis berücksichtigt.
  • Bei gemeindlichen Projekten: Es sollte abgefragt werden, inwieweit das Projekt in der Gesamtkonzeption gemeindlicher Arbeit verankert ist (Gesamtkonzeption ihrer gemeindlichen Arbeit).
  • Es sollte klar sein, inwieweit das Projekt die Ehrenamtlichen selbst fördert und wie andere Personen gefördert werden.
  • In die Auswahl sollen insbesondere neuartige Projekte kommen, die sich aber bereits bewährt haben (Praxiserweis). Daneben sollen aber auch altbewährte Projekte (z. B. Besuchsdienst) berücksichtigt werden. In keinem Fall werden Projekte berücksichtigt, die sich erst in der Planung befinden.
  • Die ausgezeichneten Projekte sollten in jedem Fall eine Anregung für andere enthalten.
  • Die Projekte sollen integrativ sein. Darunter ist zu verstehen, dass sie niemanden ausgrenzen und offen sind. Beispiel: Männer, Nichtevangelische. Ausschlusskriterien für Mitgliedschaft und Mitarbeit sollten abgefragt werden.
  • Die Verbindlichkeit der Arbeit ist zu berücksichtigen (Beispiel: ein Projekt, das für seine Dauer kontinuierliche Mitarbeit erfordert o.ä.)
  • Es sollen verschiedenartige Projekte ausgezeichnet werden.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Der Ehrenamtspreis entfaltet seine Wirkung und kann ein besonderer Glanzpunkt für Ehrenamtliche sein.

  • Der Ehrenamtspreis bewegt die Ehrenamtlichen, die sich bewerben, bzw. die Vorschlagenden dazu, „ihre“ Projekte genau zu beschreiben und zu reflektieren.
  • Aus der öffentlichen Anerkennung (auch die Projekte, die in die engere Wahl gekommen sind, werden in Presse und Internet veröffentlicht) entsteht ein großer Ansporn für die weitere Arbeit.
  • Die landeskirchliche Ebene erhält einen schönen Überblick über die Vielfalt ehrenamtlichen Engagements in Gemeinden, Kirchenkreisen und Einrichtungen.

Impuls

Ein Preis für Hauptamtliche wäre ebenso möglich.

Praxisbeispiele

Ehrenamt Praxisbeispiel

Ehrenamtspreis der Kirche im Rheinland

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Ev. Kirche im Rheinland in Düsseldorf
Alle zwei Jahre zeichnet die Evangelische Kirche im Rheinland drei kreative, innovative, integrative und die Selbstbestimmung fördernde Projekte mit ihrem Ehrenamtspreis aus. Der Preis steht unter dem Motto: „Ihr seid das Salz der Erde“. Er wird jeweils im Dezember (5. Dezember: Internationaler T...
 
förderpreis Praxisbeispiel

Förderpreis 2010

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Ev.-luth. Landeskirche Hannovers in Hannover
Förderpreis der Landeskirche Hannovers; die Teilnehmer finden Sie in der Liste.
 
Logo "aktiv evangelisch" Praxisbeispiel

"Aktiv-Evangelisch"

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Kapitel 8 - evangelisches Informationszentrum in Bremen
Ehrenamtliche Tätigkeiten in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen von Kirche und Diakonie werden in einem Netzwerk gesammelt. Interessierte können so gezielt vermittelt werden.
 
Ideenmesse Praxisbeispiel

Kirchenvorstandstag Lust auf Gemeinde

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Ev. Kirche in Hessen und Nassau in Darmstadt
Unter dem Slogan "Lust auf Gemeinde" veranstaltete die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau unter Mitwirkung der Initiative-G einen Tag für Kirchenvorstände. Schwerpunktthema war die Konfirmandenarbeit.
 
Marktstand Praxisbeispiel

200 Talente

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, church up in München
Ehrenamtliche erhalten 200 Euro, um mit diesen übertragenen "Talenten" im Sinne des Evangeliums einen Gewinn zu erzielen.
 
Kirche kreativ Praxisbeispiel

Kirche Kreativ

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Evangelische Kirchengemeinde Küllenhahn in Wuppertal
Eine Reihe von zehn Vorträgen oder Führungen, die verschiedene Fragen aus Kirche und Theologie, aber auch andere, die gesamte Gesellschaft betreffende Fragen, wie z.B. den Klimawandel, behandeln.
 
Wir sind Kirche Praxisbeispiel

Wir sind Gemeinde

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Ev. Kirchengemeinde Dülken in Viersen
Mit einer Plakatausstellung in der Kirche stellen sich die einzelnen Gruppen einer Gemeinde vor. So wird Gemeindeleben sichtbar und transparent gemacht.
 
Schatzsuche Praxisbeispiel

Schatzsuche - Gaben und Fähigkeiten in der Gemeinde entdecken

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, St. Alexandri-Gemeinde in Einbeck
Eine Kirchengemeinde befragt die Gemeindeglieder nach ihren Interessen, Fähigkeiten und Freizeitgestaltung. Darauf aufbauend werden Menschen, die selten oder nie die Kirche besuchen und sich in den bisherigen Gruppen nicht wiederfinden, ins Gemeindeleben gezielt eingebunden.
 
Begleiten und Fördern von Ehrenamtlichen Praxisbeispiel

Begleiten und Fördern von Ehrenamtlichen

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Evang. Oberkirchenrat, Servicestelle für Personalentwicklung und Chancengleichheit in Stuttgart
Es gilt gemeinsam zu lernen, wie ein fortdauernder, systematisch gestalteter Prozess zur Begleitung und Förderung von Ehrenamtlichen in einer Kirchengemeinde umgesetzt werden kann.
 

Verweise zu anderen Artikeln

Ehrenamtstag Modell

Tag für Kirchenvorstände

Dieses Modell ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied
Der Tag für Kirchenvorstände ist eine Großveranstaltung für Menschen in ehrenamtlicher Leitungsverantwortung von der Landeskirche oder einer anderen kirchlichen Ebene.
 

Materialien

Keine vorliegend

Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen

Ehrenamtstag Modell

Tag für Kirchenvorstände

Dieses Modell ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied
Der Tag für Kirchenvorstände ist eine Großveranstaltung für Menschen in ehrenamtlicher Leitungsverantwortung von der Landeskirche oder einer anderen kirchlichen Ebene.