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Kasualien: "Neue" Kasualien

Neue Kasualien

Definition

Gelegenheit macht Gottesdienst: Es gibt neben den bekannten Kasualien noch mehr Umbruchsituationen im Leben der Menschen, die offen sind für eine gottesdienstliche Begleitung. Diese Situationen aufzuspüren und angemessen gottesdienstlich zu gestalten bietet neue Chancen für eine lebensnahe Kommunikation des Evangeliums.

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
erstellt am: 04. Juni 2010, 10:17 Uhr
aktualisiert am: 02. Februar, 20:37 Uhr
Zielgruppen:
Menschen in Lebensumbrüchen
Mitarbeitende:
Kirchenvorstand, Pfarrer, Gemeindemitglieder
Stichworte:
Gottesdienst, Begleitung , Kasualie, Lebensgeschichte
Meinungen

SITUATION / KONTEXT

Die klassischen Kasualien haben sich von ihrem usprünglichen Sitz im Leben gelöst und finden oft nicht mehr an den eigentlichen Umbruchsituationen im Leben der Menschen statt. Sie sind oft zu „rites sans passages“ geworden, zu Kasualien ohne Kasus.

Daneben gibt es zahlreiche Umbruchsituationen in den Lebensgeschichten moderner Menschen, die offen sind für die situative Kommunikation des Evangeliums und nach gottesdienstlicher Begleitung rufen, für die es aber noch keine etablierten Formen der gottesdienstlichen Gestaltung gibt.

IDEE

Gemeinden entwickeln neue Kasualien, die an den lebensgeschichtlichen Umbruchsituationen moderner Menschen hilfreiche gottesdienstliche Begleitung anbieten.

GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGEN

Die Idee der neuen Kasualien geht davon aus, dass es lebensgeschichtliche Umbruchsituationen gibt, die nach gottesdienstlicher Begleitung verlangen, weil sie die Menschen dazu zwingen, ihr Lebenskonzept zu überdenken und ihre Lebensgeschichte neu zu entwerfen. Und dass die Begleitung dieser Situation durch ein gottesdienstliches Ritual den Menschen die Möglichkeit gibt, ihr Selbstverständnis und ihr Lebenskonzept auf Gott und sein Wort hinzu öffnen und zu erfahren, dass er ihren Weg mit seiner Gnade und seinem Segen begleitet.

Eine solche Kasualpraxis hat eine diakonische Dimension, weil sie die Menschen auf ihrem Weg begleitet, sie in einer schwierigen Situation unterstützt und hilfreich weiterführt.

Sie hat eine verkündigend-missionarische Dimension, weil sie durch die Kommunikation des Evangeliums in den Übergängen des Lebens neue Perspektiven des Glaubens eröffnet.

Denn für die Menschen heute stellt sich zumeist nicht die Frage, "ob das Evangelium an sich wahr ist, sondern ob es in einer konkreten Situation für konkrete Menschen wahr wird." (Meyer-Blanck). Und ihnen diese Erfahrung zu ermöglichen, ist die Aufgabe der neuen Kasualien.

Denn die Plausibilität der Religion und des Glaubens wird heute daran gemessen, was sie zum Gelingen oder Misslingen der Geschichte eines Lebens beitragen. Früher interpretierte die Religion den Lebenslauf, heute interpretiert die Lebensgeschichte des Einzelnen seinen Zugang zu Religion und Glaube. (H. Luther)

WIRKUNG / ERFAHRUNG

Das Evangelium wird an Lebensübergängen erfahrbar und gibt Impulse für die neue Lebensphase.

ALLGEMEINE HINWEISE ZUR UMSETZUNG

Es geht in einem ersten Schritt darum, die Gelegenheiten aufzuspüren, die Bedürfnisse nach Gottesdiensten freisetzen. Von ihnen aus ist dann danach zu fragen, welche Botschaft aus dem Horizont von Bibel und Glauben an Menschen in dieser Situation kommuniziert werden kann, um dann in einem dritten Schritt zu überlegen, wie diese Kommunikation im Hinblick auf die Menschen in ihrer spezifischen Situation gottesdienstlich gestaltet werden kann. (siehe Leitfaden unter Materialien)

Mögliche Anlässe können sein:

Lebenszeitlich motivierte Anlässe von Einzelnen, z.B. Schwangerensegnung, Neugeborenensegnung, Zusammenziehen unverheirateter Paare (Verlobungsritus), Scheidung, Arbeitsplatzverlust, Wohnortwechsel, Neue Partnerschaft im Alter, Eintritt in den Ruhestand, Wechsel ins Seniorenheim, Erinnerungsgottesdienst für Verstorbene (6-Wochen- und Jahresamt)

Lebenszeitlich motivierte Anlässe, die spezifische Gruppen betreffen: Eintritt und Abschied in Kindergarten und Schule, Volljährigkeit, Führerschein, Eintritt in Lehre, Beruf, Studium, silberne und goldene Konfirmation, „Halbzeitgottesdienst“ für 40jährige, Gottesdienste für frischgebackene Großeltern, Leben mit altersbedingten Behinderungen

Es gibt jahreszeitlich motivierte Anlässe, die Einzelne betreffen, z.B. Valentinstag

Es gibt jahreszeitlich motivierte Anlässe, die Gruppen betreffen, z.B. Ferienbeginn, Gedenken der Verstorbenen, Tauferinnerung am weißen Sonntag

Es gibt ereignisorientierte Anlässe, z.B. Dorf- oder Gemeinschaftsfeste, Schließung eines Betriebes mit dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze u.a.

IMPULS

Kirche gelangt dichter an die Lebenswirklichkeit der Menschen. Es gibt andere Bereiche, wo dies auch gelingen kann!

 

Siehe auch:

http://www.geistreich.de/discussions/286

Praxisbeispiele

Zum Urlaubsbeginn Praxisbeispiel

Gottesdienst und Segensfeier zum Urlaubsbeginn

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von einem Geistreich-Mitglied, St. Clemens (kathol.) in Heimbach
Gottesdienstentwurf mit Reisesegen für die Gemeinde. 
 
Konfirmation Praxisbeispiel

Hölzerne Konfirmation

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von einem Geistreich-Mitglied, Evangelische Kirchengemeinde Verl in Verl
Konfirmationserinnerung nach 5 Jahren.
 
Wenn Wege sich trennen Praxisbeispiel

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von 2 Geistreich-Mitgliedern, Kirchenkreis Arnsberg in Meschede
Ein spezieller Zielgruppen-Gottesdienst für Menschen mit Trennungs- und Scheidungsgeschichten. Ihre Gefühle und Erfahrungen erhalten Raum und Ausdrucksmöglichkeiten und werden mit der biblischen Verheißung und Glaubensaussagen verbunden.
 
Berufsende - ein neuer Anfang Praxisbeispiel

Berufsende - ein neuer Anfang

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von einem Geistreich-Mitglied, Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost in Hamburg
Mit einer besonderen Reihe werden Menschen angesprochen, die kurz vor dem Wechsel in den Ruhestand stehen. Neben Vorträgen bildet ein besonderer Gottesdienst mit anschließender Freiwilligenbörse dabei den Mittelpunkt.
 
Segnungsgottesdienst für Lehrkräfte Praxisbeispiel

Segnungsgottesdienst für Lehrkräfte

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von 2 Geistreich-Mitgliedern, Kirchenkreis Emsland-Bentheim in Meppen
Ökumenischer Segnungsgottesdienst für Religionslehrkräfte und weitere interessierte Lehrkräfte als Zeichen der Wertschätzung der RU-Lehrkräfte und zur Stärkung aller interessierter Lehrkräfte mit anschließender Einladung zu einem Plausch bei Imbiss
 
Fußtastweg Praxisbeispiel

Gott wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Universität Bamberg, Lehrstuhl für Evangelische Theologie, Religionspädagogik und -didaktik in Bamberg
In einem Gottesdienst am Ende des Schuljahres können Erwachsene und Kinder der durchschrittenen Zeit nachsinnen. Für die vor ihnen liegende Zeit- und Wegstrecke vergewissern sie sich des Zuspruchs Gottes. Dazu hilft die Bewusstwerdung der Füße.
 
Kreuzweg Praxisbeispiel

Grenzüberschreitender ökumenischer Kreuzweg zwischen Zittau und Por...

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Evang.-Lutherische Apostelkirche in Zittau
Jedes Jahr wird an Palmarum ein Kreuzweg über verschiedene Stationen in Deutschland und Polen gegangen.
 

Verweise zu anderen Artikeln

Brücke Artikel

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Liebesbriefe von Gott - Projekt am Valentinstag

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Am Valentinstag werden in der Fußgängerzone "Liebesbriefe von Gott" verteilt, die zu einer "Rendezvouskirche" einladen.
 
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Ferienbeginn in der Gemeinde

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Ferienbeginn ist ein wichtiger Einschnitt im Jahreslauf für Gemeinden und Menschen der Gemeinde.
 
Zugfahrt Modell

Einschulungsgottesdienst

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von 3 Geistreich-Mitgliedern
Eine Einschulung ist ein Lebensübergang. Abschied aus dem Kindergarten, Segen und Ankunft in der Schule.
 

Es ist ein weiterer Artikel vorhanden. Dieser ist nur für Geistreich-Mitglieder sichtbar.

Materialien

  •  
  • Pdf Leitfaden zum Entdecken und Gestalten Neuer Kasualien ein Geistreich-Mitglied

Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen

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Ein Konfirmationsjubiläum ist mehr als ein reines Jubiläum und vereint mehrere Aspekte. Es ist (im Falle der Goldenen Konfirmation) eine Kasualie des Übergangs in den sog. "dritten Lebensabschnitt", eine Vergewisserung des bei der Konfirmation empfangenen Segenszuspruchs und des gemeinsamen Inneh...
 
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Scheidungsrituale sind ein Angebot zur seelsorglich-kirchlichen Begleitung von Paaren in der schwierigen Phase einer Beziehungstrennung. Sie bieten - als Gegenstück zur Trauung - die Chance, mit Brüchen und Versagen umzugehen, Gefühle zu verarbeiten und offen für neue Beziehungen zu werden.
 
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