Radwegekirche

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ein Geistreich-Mitglied
erstellt am: 17.06.2010
Letzte größere Änderung: 23.06.2010
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Deutsch (Original, angezeigt)
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Pilgern
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Radweg

Definition

Fast 300 Radwegekirchen laden bundesweit zu Rast und Besinnung ein.

SITUATION

Fahrradfahren ist eine ideale Methode, sich fortzubewegen und dabei mit allen Sinnen die Natur zu genießen. Immer mehr Menschen nutzen im Alltag und im Urlaub ihr Fahrrad. Man freut sich, etwas für die eigene Fitness zu tun, Zeit zu haben, die frische Luft zu atmen und die Landschaft zu betrachten. Nicht die sportliche Herausforderung sondern der Genuß am Fahrradfahren oder sogar das 'Meditieren auf Rädern' steht dabei für die Mehrzahl der Radfahrer im Vordergrund.

IDEE

Die Idee ist, einen Verbund von Radwegekirchen aufzubauen, die den Radlern und Radlerinnen - nach dem Vorbild der Autobahnkirchen - unterwegs geistliche Einkehr erlauben.

GRÜNDE

Anders als Autobahnkirchen, die eher Stationen auf dem Weg in den Urlaub und auf dem Rückweg sind, können Radwegekirchen potenziell an jedem Tag eines Radurlaubs besucht werden. Sie nehmen dabei die Tradition des Pilgerns in neuer Form auf.

In den Radwegekirchen kann man kirchlichen und geistlichen Beistand finden. Noch ist das Netzwerk im Aufbau und das grüne Signet der Radwegekirchen eher selten. Der Schwerpunkt liegt in Mitteldeutschland entlang des Elberadwegs. Der deutsche Teil des 1.220 Kilometer langen Radfernwegs wird von zwei Dutzend Radwegekirchen gesäumt. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat mit dem Elbe-Rad-Projekt eine wichtige Pilotrolle in der Entwicklung übernommen.

Seit 2009 wurde aus den lokalen Einzelprojekten ein deutschlandweites Netzwerk gebildet, mit verbindlichem Namen, Signet und Zertifizierungsrichtlinien - siehe Link zur Webseite unten.

WIRKUNG

Die Radwegekirchen erlauben es, die Radtour durch geistliche Stationen zu einer Pilgerreise zu machen.

HINWEISE ZUR UMSETZUNG

Bestehende Kirchen werden unter das Motto Radwegekirche gestellt, weil ein wichtiger Radweg in unmittelbarer Nähe liegt.

Eine Reiseapotheke mit Magnesiumtabletten für krampfende Waden gehört genauso zur Ausstattung wie Pflaster für blutende Wunden und Flickzeug für die platten Fahrradschläuche. Fahrradständer sollten vor der Kirche aufgestellt werden; eine Ansprechperson kann vor Ort sein, ideal wäre eine Waschgelegenheit und Toilette (Rast-Ort für Leib und Seele). Im Hof dürfen die Reisenden ihre Flaschen mit Trinkwasser aus dem kircheneigenen Brunnen auffüllen. Teilweise gibt es Radkäfige, in denen man die Räder mit Satteltaschen sicher einschliessen kann.

Wer auch spirituell auftanken möchte, kann sich auf einen Besinnungsweg durch den Kirchengarten machen. Auf kleinen Schildern in den Blumenbeeten verstecken sich aufmunternde Botschaften wie der Satz "Glauben empfangen wir von Gott immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag brauchen" aus einem Gefängnisbrief Dietrich Bonhoeffers.

Radwegekirchen sind eine Spezialform der Offenen Kirchen. Unterhalb des blauen Singets 'Verläßlich geöffnete Kirche' verweist das grüne Radwegekirchenzeichen auf diese besondere Widmung.

(Quelle: epd/EKD und Christfried Boelter)

Links:

http://www.radwegekirchen.de

  

IMPULS

Kirche geht zu den Menschen und erreicht sie auf ihrem (Rad-)weg. Bestehende Kirchen werden unter das Motto Radwegekirche gestellt, weil ein wichtiger Radweg in ihrer Nähe liegt und weil die Kirche geöffnet ist.

In diesem Zusammenhang ist zu überlegen, wie man den thematischen Schwerpunkt einer Kirche nach örtlichen Gegebenheiten neu ausrichten kann. So könnte eine Kirche nahe eines großen industriellen Werkes auch die Funktion einer Betriebskirche erhalten oder die Kirche am Pilgerweg 'Pilgerkirche' werden.

Praxisbeispiele

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