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Ehrenamtlichenkultur – Freiwilligenmanagement
GliederungSITUATION / KONTEXTKirchliches Leben wird von ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden gestaltet. Motive für ein ehrenamtliches Engagement wandeln sich jedoch stark: In der Vergangenheit führte eine altruistische Haltung und der Dienstgedanke zu einer langfristigen, verbindlichen Mitarbeit in der Kirchengemeinde. Nicht selten wurden Ehrenamtliche in hierarchischem Sinn als Mitarbeitende des Pastors verstanden. Gegenwärtig mischen sich eine altruistische Haltung mit Erwartungen, im ehrenamtlichen Engagement durch Sinn-Erfahrungen, bereichernde Begegnungen und Freude bei der Arbeit persönlich zu gewinnen. Selbstbestimmtes Handeln wird groß geschrieben – dadurch kann es zu Konflikten mit Hauptamtlichen kommen. Die Wahl des Engagements richtet sich häufig nach der eigenen biographischen Phase. Eine projektbezogene Mitarbeit wird einer unbefristeten, kontinuierlichen Mitarbeit oftmals vorgezogen. Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Landeskirchen müssen eine Ehrenamtlichenkultur aufbauen, um ihrem Anspruch einer Dienstgemeinschaft gerecht zu werden und um weiterhin Ehrenamtliche zur Mitarbeit zu gewinnen. IDEEEhrenamtlich Mitarbeitende der Kirche brauchen unterstützende Rahmenbedingungen, Begleitung und Wertschätzung wie sie im Freiwilligenmanagement beschrieben werden. Auch muss das Verhältnis zu hauptamtlich Mitarbeitenden, insbes. Pfarrern/Pfarrerinnen im Sinne einer Dienstgemeinschaft auf der Basis des Allgemeinen Priestertums geklärt sein. Kirche kann aus Erfahrungen des Freiwilligenmanagements lernen und Standards für das Ehrenamt in der Kirche entwickeln. Hierzu zählen u.a.: Erstellung eines Konzepts für ehrenamtliche Arbeit, Berufung einer Ansprechperson für Ehrenamtliche, Gespräch zum Austausch der beiderseitigen Erwartungen, schriftliche Verabredung über Inhalte, Art und Dauer der ehrenamtliche Tätigkeit, Beauftragung in einem Gottesdienst, Bereitstellung eines Budgets, Gewährleistung des Zugangs zu Räumen und Arbeitsmitteln, Angebot bzw. Verpflichtung zu Fortbildungen, regelmäßige Gespräche zur Reflexion der Arbeit, gegenseitige Beratung, Information und Mitsprachemöglichkeiten, explizite Wertschätzung (Zertifikate, Presse u.a.), Verabschiedung (ggf. in einem Gottesdienst) bei Beendigung der Tätigkeit. GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGENMittelkürzungen in der Kirche, ein höherer Bedarf an kirchlicher und sozialer Arbeit in der Gesellschaft und ein neues Selbstverständnis von Ehrenamtlichen sind Anlässe, die Ehrenamtlichenkultur theologisch neu zu durchdenken und in der Praxis zu gestalten. Praktische Hinweise zur Umsetzung erhält man aus dem Freiwilligenmanagement. Allerdings ergeben sich bei der Anwendung dieser Vorschläge in der Kirche Besonderheiten, die es zu beachten gilt:
WIRKUNG / ERFAHRUNGVon einer Umsetzung wichtiger Elemente des Freiwilligenmanagements kann eine Belebung des kirchlichen Lebens, das ohne ehrenamtliche Mitarbeit undenkbar ist, erwartet werden. Es wird darauf ankommen, eine Ehrenamtlichenkultur zu entwickeln, die den Aufgaben der Kirche entspricht und einen Weg zwischen Vernachlässigung und Über-Professionalisierung der Ehrenamtlichenkultur findet. ALLGEMEINE HINWEISE ZUR UMSETZUNGEine Person aus der Kirchengemeinde/dem Kirchenkreis sollte eine Ausbildung als Freiwilligenmanager/in absolvieren. Die gegenwärtig ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden sind für neue Aspekte der Ehrenamtlichenkultur zu gewinnen. Von „traditionellen“ Ehrenamtlichen sind Widerstände zu erwarten, die ihre Motive des Engagements entwertet sehen könnten. Hier ist auf die Gleichwertigkeit verschiedener Selbstverständnisse der ehranamtlichen Arbeit hinzuweisen. Hauptamtlich Mitarbeitende könnten einen Machtverlust fürchten. Darum ist zugleich mit dem Bild des „neuen Ehrenamtlichen“ auch die Rollenbeschreibung der Hauptamtlichen neu zu bestimmen. Der Öffentlichkeitsarbeit kommt eine wichtige Rolle zu, weil sich ein neues Bild der Ehrenamtlichenkultur erst gegen ein tradiertes Bild durchsetzen muss, wenn neue Ehrenamtliche gewonnen werden sollen. IMPULSWenn die reformatorische Einsicht des Allgemeinen Priestertums nachvollzogen wird, wenn die Bereitschaft vieler zur ehrenamtlichen Mitarbeit nach dem Bild eines selbstbestimmten, projektbezogenen und wirksam unterstützten Engagements gesehen wird und wenn der Bedarf nach ehrenamtlicher Tätigkeit in unserer Gesell-schaft wahrgenommen wird, sind wesentliche Impulse zum Aufbau einer Ehren-amtlichenkultur gegeben. Durch eine interne Reflexion sowie eine externe Kommuni-kation der Ehrenamtlichenkultur kann diese nachhaltig aufgebaut werden. Praxisbeispiele
Die Ehrenamtsakademie bietet Ehrenamtlichen in der Vorstands- und Gremienarbeit Unterstützung an. Fortbildungsangebote an 15 regionalen Standorten und überregional. Themen: Leitungskompetenz, strategische Planung, Theologie, Finanzen, Personal. Sie ist Anlauf- und Fachstelle zum Ehrenamt.
Es gilt gemeinsam zu lernen, wie ein fortdauernder, systematisch gestalteter Prozess zur Begleitung und Förderung von Ehrenamtlichen in einer Kirchengemeinde umgesetzt werden kann.
Jugendliche der Klassen 8 erhalten die Möglichkeit, 2 Std. ihrer freien Zeit in einer sozialen Einrichtung zu verbringen. Dieses ehrenamtliche Engagement wird durch die Koordinatorin der Diakonie Lahn-Dill begleitet und unterstützt
Regelmäßige und verlässliche Angebote zur Beratung, Begleitung und fachlichen Qualifikation von Leitungspersonen der mittleren Ebene werden bereitgestellt. Sie sichern die Handlungsfähigkeit in schwiergen Leitungsaufgaben.
14 Ehrenamtliche haben eine Prädikantenausbildung absolviert. Seither wird der Gottesdienst regelmäßig von einem Zweierteam verantwortet (Präd/Pfr oder Präd/Präd).
Dankeschön-Abend für jugendliche Ehrenamtliche der Evangelischen Jugend Süderelbe
Verweise zu anderen Artikeln--- MaterialienKeine vorliegend Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen
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