Internet: Wie Kirchen das Mitmach-Web nutzen

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3 Geistreich-Mitglieder
erstellt am: 03.09.2010
Letzte größere Änderung: 17.11.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Inhaltsverzeichnis
Neue Medien und Web 2.0
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Web 2.0

Definition

Web 2.0 ist in aller Munde. Aller Orten lassen sich zaghafte Versuche erkennen, wie Kirchen das Mitmach-Web in ihre Internet-Aktivitäten einbinden. Doch leider bleibt es häufig bei diesen ersten Versuchen. In diesem Artikel finden Sie fünf wichtige Faktoren für den richtigen Einsatz von Blogs, Twitter & Co.

SITUATION / KONTEXT

Ohne zeitgemäße Methoden können Kirchen und Organisationen heute keine Katze mehr hinter dem Ofen vorlocken. Das gilt auch für die neue Generation des Internets, das sogenannten "Web 2.0". Hier geht es vor allem um die Partizipation der Nutzer, den Dialog und die von Usern bereit gestellten Inhalte. Heute kann jeder auch ohne Programmierkenntnisse sein Wissen und seine Vorlieben im Internet präsentieren. Doch diese freie Kommunikation hat nicht nur Vorteile, denn die Schnelligkeit und Transparenz des Internets kann für manche zum Fluch statt zum Segen werden.

IDEE

Wer die Funktionen des Web 2.0 für die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit nutzen möchte, braucht deshalb Orientierung. "Medienkompetenz" ist nicht nur wichtig für Kinder und Jugendliche, sondern in Zeiten von Facebook und Twitter auch für Pastoren, Gemeindeleiter und kirchliche Webmaster. Websites wie iChurch, Netzinkulturation oder FrischFischen bieten hier erste Informationen zum Umgang mit dem Web 2.0. Im Frühjahr dieses Jahres gab es zwei Konferenzen ("BarCamps") zu diesem Thema in Berlin und Frankfurt - auf allen kirchlichen Kanälen ist das Mitmach-Web angekommen. Zumindest scheint es so - doch wie lassen sich die Funktionen des Web 2.0 richtig nutzen?

GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGEN

Zur Reflexion seien fünf Thesen genannt:  

    • Qualität in Inhalt und Optik.
      Es ist schon erstaunlich, wie hemdsärmlig Kirchen zum Teil versuchen, die beste Botschaft der Welt an den Mann oder die Frau zu bringen. Dabei geht es nicht nur um eindrucksvolle Layouts und virtuellen Hochglanz, sondern auch um sinnvolle Texte, fehlerfreie Rechtschreibung und relevante Themen, die die Leser interessieren.
    • Relevanz für den Alltag.
      Dieses Wörtchen "Relevanz" mag für einige schon wieder abgedroschen klingen, dabei ist es ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Einsatz des Internets. Denn mit theoretischen Abhandlungen und geistreichen Thesen, die im Alltag der Besucher keine Rolle spielen, lässt sich einfach keine Reichweite erzielen. Wie muss eine Online-Predigt geschrieben sein, um Interesse zu wecken? Welche Inhalte sind so spannend, dass wir auch Menschen außerhalb der Gemeinde einladen, sich damit zu befassen? Das Weblog der Evangelischen Jungen Gemeinde Karow (bei Berlin) läuft unter dem Titel "Gott chillt in Karow" und trifft damit sicherlich den Nerv der jugendlichen Zielgruppe.
    • Dialog wirklich wollen. Nun bieten Weblogs, Facebook & Co. ja ausreichend Möglichkeiten für das virtuelle Gespräch. Doch häufig sind kommentierte Beiträge zu sehen, auf die es keine Antwort gibt. Wer sich am Mitmach-Web beteiligt, muss auch "mitmachen"! Hier gilt es, zeitnah (1-2 Tage) auf Anfragen und Kommentare zu reagieren. Sonst schläft der Dialog ein und aus einem Kommunikations-Werkzeug wird schnell ein Informations-Werkzeug.
    • Offenheit für Gäste und Besucher.
      In manchen Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen fühlen sich Gäste und Freunde unwillkommen. Sie verstehen die Liturgien nicht, stehen zur falschen Zeit auf oder bleiben sitzen, wenn sich die Gemeinde erhebt. Das fromme Fachjargon legen viele Kirchen auch im Internet nicht ab. Dabei sollen Websites ja eine 24/7-Informationsquelle (24 Stunden an 7 Tagen der Woche) sein und Lust auf mehr machen. So bietet etwa das ökumenische Projekt "Wie kann ich beten?" eine Hilfestellung für Menschen, sich mit dem Gebet zu beschäftigen und lädt zugleich ein, es einmal auszuprobieren (inkl. virtuellem Gebetsbuch).
    • Trends setzen, anstatt ihnen hinterherzulaufen.
      Das "Web 2.0" bietet so viele Funktionen, mit denen wir ohne Programmierkenntnisse Inhalte verbreiten können. Sei es als Texte, Audio-Dateien (Podcast) oder in kurzen Web-Videos. Mit jedem Laptop lassen sich heute kleine Filme schneiden und über Onlineplattformen wie Vimeo und Youtube ins Netz stellen. Die Hilfsorganisation ADRA hat damit begonnen, über einzelne Projekte multimedial zu berichten und auch einen eigenen Kanal bei Youtube eingerichtet.

    WIRKUNG / ERFAHRUNG

    Wenn Kirchen es schaffen, Qualität, Relevanz, offenen Dialog, Gästeorientierung und Trends unter einen virtuellen Hut zu bekommen, dann steht dem Start ins Web 2.0 nichts mehr im Wege. So werden Gemeinden anziehend für andere und laden zu einem Besuch ein. Vielleicht auch bald im Real Life...

    ALLGEMEINE HINWEISE ZUR UMSETZUNG

    Die Praxis-Plattform der EKD geistreich ist ja selbst eine Web 2.0-Plattform, dient aber nur indirekt dem Gemeindeaufbau, sondern wendet sich primär an kirchliche Aktive, die über ihre Arbeit reflektieren und diskutieren wollen. Diese können sich im Geiste des Web 2.0 auf dieser Plattform einbringen, schreiben, diskutieren und kommentieren.

    Siehe den Bericht "Wer kennt wen... und andere" unter Praxisbeispielen unten.

    IMPULS

    Manche Gemeinden sind noch nicht im Web 1.0 angekommen, andere sind schon im Web 2.0.

    Praxisbeispiele

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