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Küsterwesen und Mesnerdienst

Altarraum

Definition

Der Mesner/die Küsterin sorgt durch seinen/ihren Dienst für die äußeren Voraussetzungen des gottesdienstlichen Lebens im Alltag der Kirchengemeinde.

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
erstellt am: 25. Januar 2011, 11:46 Uhr
aktualisiert am: 17. November 2011, 10:24 Uhr
Zielgruppen:
Küster/innen, Mesner/innen, Kirchner/innen, Pfarrer/innen, Kirchenvorstand
Mitarbeitende:
Küster/in
Stichworte:
Kirche (Gebäude), kirchliche Berufe, Kirchengebäude, Gebäude, Küsterwesen, Mesnerdienst, Berufsbild
Meinungen

Berufsbezeichnung

Im deutschsprachigen Raum gibt es keine einheitliche Berufsbezeichnung. Gängig sind:

  • Küster/in,
  • Mesner/in (Messner, Mesmer)
  • Kirchner/in (Kirchwart, Kirchenvogt, Kirchendiener)
  • Sakristan (Sigrist, Siegrist)

 

Berufsbild

Der Mesner/die Küsterin sorgt durch seinen/ ihren Dienst für die äußeren Voraussetzungen des gottesdienstlichen Lebens im Alltag der Kirchengemeinde.
Obwohl ein Großteil seiner/ihrer Aufgaben technischen oder organisatorischen Charakter besitzt, kann seine/ihre Tätigkeit nicht von den geistlichen Bezügen christlichen Lebens getrennt werden:

  • Psalm 26,8: "Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt."

Dabei ist das Berufsleben des Küsters / der Küsterin sehr vielfältig. Wenn er in der Kirche ist, ist er erste Ansprechperson für Passanten, wenn es um Fragen zur Kirche oder um Kunst in der Kirche geht. Er ist zuständig für die Elektrik und Akustik in der Kirche und hält zusammen mit dem Bauausschuss des Kirchenvorstands und Pfarramt Kontakt zu den Gewerken. Auch für die Sakristei und das Sakristeibuch ist er zuständig. 

Er ist Handwerker und Hausmeister nicht nur für die Kirche, sondern auch für das Gemeindehaus. Oft ist er auch Gärtner, da er für die Außenanlagen und Gehwege um Kirche und Gemeindehaus zuständig ist. Viele Küster/innen sind auch für die Schaukästen zuständig.

Ein Küster sollte daher bei den Teamsitzungen mit dem Sekretariat zugegen sein und auch in jede Planung von Gottesdiensten, Gemeindefesten und Konzerten von vornherein einbezogen sein.

Er kann entlastet werden durch eine Baugruppe (siehe Verweis unten) und durch ein Team von Ehrenamtlichen, die etwa die Gottesdienstbesucher am Eingang begrüßen.

Für Küster/innen gibt es oft eigene Konvente und Fortbildungen etc.

Einige Gemeinden können es sich nicht mehr leisten, einen Küster zu beschäftigen; hier übernehmen Ehrenamtliche und Gewerke diese Aufgaben. Dies wäre einen separaten Artikel wert.

Auch Arbeitstechniken und Praxistipps aus diesem Bereich sind wünschenswert.

 

Geschichte

Zur Zeit des Alten Testaments waren die Leviten beauftragt, die Gottesdienste in Stiftshütte und Tempel zu begleiten und alle erforderlichen Dienste neben den Priestern zu tun (vgl. 4.Mose 3,5-10; 1.Chronik 9,23-33; 1.Chronik 23,24-29; siehe auch Lukas 10,32).

Im Neuen Testament gab es unter den Ämtern in der christlichen Urgemeinde das der Diakonin und des Diakons. Es umfasste neben „diakonischen“ Aufgaben der Versorgung der Armen, Witwen und Waisen auch „gottesdienstliche“ Aufgaben wie das Öffnen und Schließen der Kirche und die Vorbereitung des Gottesdienstes.
Im Jahr 251 ist in einem Brief des Bischofs Cornelius von Rom von einem Türhüter („Ostarius“) die Rede: Er hatte die Schlüssel zur Kirche und war für das rechtzeitige Auf- und Abschließen zuständig. Ihm war die Obhut über das Kirchengebäude anvertraut, er kündigte die Gottesdienstzeiten an und achtete darauf, dass kein Unbefugter am Gottesdienst teilnahm.

Mit zunehmendem Bau von Gotteshäusern wurden Wächter (lat. custos, von daher Küster) für Kirche und Altar notwendig. Die Bezeichnung Mesner ist aus dem lateinischen „mansionarius“ (- der die Wohnung Gottes (mansio) Betreuende) abgeleitet. Die Reformationszeit gab diesem Amt eine vielgestaltige Ausprägung. Wie die Gottesdienstformen sich je nach geographischer und politischer Lage unterschieden, fand das Amt verschiedene Namen und Aufgabenstellungen, die zum Teil heute noch erhalten sind: Glöckner, Opfermann, Mesner, Kirchendiener, Kirchenvogt, Kirchwart, Kirchvater, Kirchendiakon, Küster. Wo es die Orgel nicht gab, war der Gesang zu unterstützen - hier fungierte der Mesner als Kantor (= Vorsänger). War er auch des Lesens und Schreibens kundig, hatte er die Kinder zu unterrichten - als Schulmeister. Gab es eine Orgel, dann übertrug man ihm das Spielen - als Organist. War der Pfarrer verhindert, den Katechismusunterricht zu erteilen, so musste er dies übernehmen - als Katechismuslehrer. In Kirchenordnungen wurden diese Aufgaben fest umrissen.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Schule und Kirche getrennt. Aus den Schulmeistern wurden Staatsbeamte, die für den Schuldienst ausgebildet wurden. Im 20. Jahrhundert schließlich wurde der Kirchenmusiker als eigenständiger Beruf anerkannt.
Vor allem nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich durch den Zuwachs von Kirchen und Gemeindezentren die Tätigkeit der/s Küsterin/Mesners/Kirchnerin zu einem eigenen Amt. Es wird heute haupt-, neben- und teilweise auch ehrenamtlich ausgeübt.

 

Quellen und Literatur

  • Handbuch für den Dienst in Kirche und Gemeindehaus, Hg.: Mesnerbund der Württembergischen evangelischen Landeskirche e.V., Stuttgart, 4. Auflage 2004
  • Handbuch für Kirchner/Kirchnerinnen, Hg.: Gottesdienst-Institut des Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Nürnberg 2010
  • Handbuch für den Küster- und Mesnerdienst, Hg.: Rüdiger Busch, Jens-Peter Kruse, Hannover 2003
  • Das Küsteramt in der Evangelischen Kirche, Eine Handreichung von D. Karl Nicol, Erlangen 2. Auflage 1954

 

Berufsverbände

Dem Deutscher Evangelischer Küsterbund www.kuester.org gehören an:
* Fachgruppe Kirchner im Verband kirchlicher Mitarbeiter (VKM) Bayern e. V. www.kirchner-bayern.de
* Bremische Küstergemeinschaft http://www.bremische-kuestergemeinschaft.de
* Arbeitsgemeinschaft der Kirchenvögte und Kirchenvögtinnen in der Ev. Luth. Landeskirche Braunschweig http://www.arbeitsgemeinschaft-kirchenvoegte.de
* Verband der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Hannover e.V. Fachgruppe Küstervereinigung http://www.vkm-hannover.de/Fach4.html
* Küsterbund der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) http://www.kuesterbund.de
* Küsterarbeitskreis Nordelbien http://www.nordelbien.kuester.org
* Küsterinnen und Küster in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck http://www.ekkw.de/service/gemeindeentwicklung/5585.htm
* Arbeitsgemeinschaft der Küster in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs http://kuester-mecklenburg.de
* Arbeitsgemeinschaft Rheinischer Küsterinnen und Küster www.kuester-rheinland.eu
* Evangelische Küstervereinigung Westfalen-Lippe
http://www.kuester-westfalen.de
* Mesnerbund der Württembergischen evangelischen Landeskirche e.V. http://www.mesnerbund.de

 

Andere z.B.:
* Schweizerischer Sigristen-Verband http://www.sigristen.ch
* Katholische Arbeitsgemeinschaft der Süddeutschen Mesnerverbände http://www.sueddeutsche-mesner.de/index.html

Praxisbeispiele

Baugruppe Praxisbeispiel

Baugruppe der Kirchengemeinde Harpstedt

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von einem Geistreich-Mitglied, Ev.-luth. Kirchengemeinde Harpstedt in Harpstedt
Die Baugruppe in der Kirchengemeinde Harpstedt, bestehend aus 5-10 älteren Männern, führt regelmäßig kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten rund um Kirche, Friedhof und Gemeindehäuser selbst aus. Die Männer tun etwas Sinnvolles für ihre Kirche und der Bauetat der Gemeinde wird spürbar entlastet.
 
Kirchenkuratorin Gitta Graichen aus Hohendorf bei Groitzsch Praxisbeispiel

Kirchenkuratoren

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von einem Geistreich-Mitglied, Ehrenamtsakademie der ev.-luth. Landeskirche Sachsens in Meissen
Ehrenamtliche werden zu Verantwortlichen für Kirchengebäude in ihrem Ort ausgebildet. Sie öffnen sie für Gäste und bieten u.a. Führungen und aktuelle Informationen an.
 
Bauwagen Praxisbeispiel

Stauraum in der Kirche

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von einem Geistreich-Mitglied, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Gresse-Granzin in Gresse
Problem des Stauraums in der Kirche
 
Kleine Glocke Praxisbeispiel

Läuten für die Lüdden - Neugeborenengeläut

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von einem Geistreich-Mitglied, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Husby in Husby
Zur Begrüßung eines neugeborenen Kindes läuten wir in unserer Kirche die kleine Glocke, die bei ihrem Läuten an die Geburt des neugeborenen Jesus erinnert.
 

Verweise zu anderen Artikeln

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Materialien

Keine vorliegend

Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen

Desk Artikel

Sekretariat - die Visitenkarte der Gemeinde

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von einem Geistreich-Mitglied
Pfarramtssekretärinnen und Pfarramtssekretäre oder auch Gemeindesekretärinnen sind oft die ersten Ansprechpersonen in einer Kirchengemeinde. Ihre Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit hinterlassen einen entscheidenden Eindruck.