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Fußball-WM/EM der Frauen oder der Herren

Fußball

Kurzbeschreibung

Ideen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Schule und Konfirmandenarbeit

Autor/innen
2 Geistreich-Mitglieder
erstellt am: 01. Februar 2011, 17:23 Uhr
aktualisiert am: 19. März, 11:11 Uhr
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
Zielgruppen:
Jugendliche, Schüler/innen
Mitarbeitende:
Pastor/in
Stichworte:
Frauen, Frauen-WM, > WM 2010, WM 2011
Meinungen

Situation / Kontext

Zur Frauen-Fußball-WM 2 0 11: 2 Teams, ein Ball, 11 Freundinnen

 

Fußball macht Spaß – wie jedes Spiel zu vielen Gelegenheiten! Ob wir selber spielen, im Stadion zuschauen oder für das Leben lernen – Fußballspielen tut gut!

Viele Themen aus Gemeinde und Schule lassen sich mit dem Fußball aktuell zum WM und darüber hinaus verbinden: Schöpfung, Gerechtigkeit, Lebensregeln, Gemeinschaft etc.

Gott hat uns geschaffen zu seinem Bilde, so wird es in der Schöpfungsgeschichte berichtet, als Frauen und Männer, als Jungs und Mädchen. Und ihm gefällt unser Spiel, bei dem wir unsere körperlichen Fähigkeiten gebrauchen – je nach unserem Vermögen und unseren Kräften. Bei der Frauen-Fußball-WM im Sommer sind Menschen aus aller Welt zu Gast in den Stadien und Städten in Deutschland, vor den Bildschirmen und Computern auf dem ganzen Globus.

16 hochkarätige Teams aus der ganzen Welt treten in 32 Spielen gegeneinander an.

Gerecht soll es zugehen im Leben – und auch im Spiel. Dabei sind nicht alle gleich, wie das Gleichnis der Arbeiter im Weinberg zeigt: Sie alle bekommen gleich viel Anerkennung (Mt 20, Motto: Die Letzten werden die Ersten und die Ersten die Letzten sein). Alle haben alle etwas davon, wenn wir zusammenkommen zum Fest (Speisung der 5000 – Mk 6, 30-44). Leben und Spiel haben Regeln, es gibt Schiedsrichter, Trainer und Teambegleiter. Jeder, der am Fußballspiel beteiligt ist, bringt noch viel mehr mit: einen trainierten Körper mit und ohne Handicap, den Glauben, eine Kultur. Grund zum Danken und Loben ist das allemal – wir sehen und hören es sogar von den Profis.

Ziele

Fußball als Thema

 

Sich zum Spiel verabreden: Warum nicht die WM zum Anlass nehmen, sich zu treffen, um ein Spiel gemeinsam anzuschauen auf einer Leinwand (public viewing)?! Dazu ein Fest organisieren, sich über die beteiligten Teams und das Land, das sie vertreten, informieren. Oder einen Gottesdienst gestalten, in dem der Fußball eine wichtige Rolle spielt („You’ll never walk alone“). Oder einfach selbst Fußball spielen – in Jugendteams, in gemischten Teams mit den Eltern und Mitarbeitenden. Vieles ist möglich!

Reflexion / Hintergrund

Hier werden verschiedene Vorschläge gesammelt.

Umsetzung

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

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Durchführung

1. WIR REGELN DAS – die Grundlage

 

Unter diesem Aspekt können die Jugendlichen etwas zum Thema „Gerechtigkeit“ und über „Regeln“ lernen. Zunächst entwickeln sie selbst ein Spiel, für das nur das Grundmaterial (Schaumsstoff-Ball, Markierung für Tore: ein Stuhl) zur Verfügung gestellt wird. Im Klassenraum werden die Tische beiseite geräumt. Schulhof oder Gemeindehaus können genutzt werden. Aufgrund von Erfahrungen werden sich zwei Teams bilden, evtl. wird mit dem „Piss-Pott“-Verfahren gewählt. Hier sollte alles zunächst den Akteuren überlassen werden! Die Starken werden versuchen, in eine Mannschaft zu kommen. Die Schwächeren bleiben übrig und werden vermutlich als Team verlieren.

In einer zweiten Runde werden Regeln vorgegeben, die Teams werden nach Gerechtigkeits-Kriterien aufgeteilt. Hier ist die Leitung (Pfarrer, Lehrer, Teamer) gefragt! Ein Schiedsrichter leitet das Spiel. Die Teams werden nun nach (zufälligen?) Vorgaben zusammengestellt: nach Kleiderfarben, abwechselnd nach Geburtsmonaten oder Geschlecht, nach gezogenen farbigen Zetteln oder Bonbons. Es werden sog. handicaps für besonders gute Spieler verteilt (z.B.: nur auf einem Bein hüpfen erlaubt, zwei Spieler werden mit einem Seil verbunden, Tore darf nur die eine Hälfte des Teams schießen), um handicaps schwacher Spieler (die gute handicaps bekommen: z.B.: dürfen unbedrängt schießen) auszugleichen.

Jeweils nach den Spielen gibt es kurze Reflexionsrunden, die Ergebnisse werden festgehalten (das kann eine Teameraufgabe sein). Impulsfragen: - Wie habt ihr das Spiel empfunden? Fühltet ihr Euch benachteiligt/bevorzugt? Was macht das Spiel ohne Regeln interessant/schwierig?

 

Impuls für die Weiterarbeit: Zusammenhang mit den 10 Geboten, Thema „Lebensregeln“.

 

Eine „Kurze Geschichte der Fußball-Regeln“ erzählen mit dem Ziel, die Notwendigkeit von Regeln verständlich zu machen: Bis ins 19. Jahrhundert gibt es freie, zum Teil anarchische Spielweisen des Fußballs (Jagd nach dem Ball von Dorf zu Dorf, Prügelei nicht ausgeschlossen). 1864 werden die modernen Fußball-Regeln in England erfunden und entwickelten sich zum weltweiten Regelwerk, nach dem global miteinander gespielt werden kann. So entsteht ein globales Netzwerk durch das Spiel mit dem Ball. Im „Battersea Park“ in London wird 1864 das erste Spiel mit den modernen Regeln angepfiffen. Seit 1877 gibt es den Feldverweis (rote Karte). Später kam die Abseits-Regel dazu.

Was die Spielbedingungen (Platzverhältnisse, Ausstattung, Ball-Qualität) angeht, gibt Unterschiede in den verschiedenen Ländern – aber die Regeln sind gleich. Das verbindet, Fußball ist eine gute Basis für Verständigung.

 

Die Welt lässt sich spielend entdecken: In kleinen Gruppen (2-6) werden Informationen über Länder und die Teams gesammelt, die an der WM beteiligt sind (Texte und Bilder). Dazu wird im Raum eine Weltkarte aufgehängt (kaufen oder in Umrissen aufzeichnen). Die Länder werden markiert (Länderfähnchen!). Dann wird ein Faden zur Präsentation des Landes gespannt. Die Spielpaarungen zur WM hängen daneben. Wer trifft hier auf wen? Wer hat welche Chancen?

 

Impuls für die Weiterarbeit: Bedeutung des Sports für mich/für andere: Wie ist das für die Jugendlichen in anderen Ländern der Welt? Informationen z.B. über www.brot-fuer-die-welt.de; www.miserior.de )

 

 

2. WIR SPIELEN DEN BALL – das Spielgerät

 

Der Ball ist das Symbol der Verständigung. Im Spiel brauchen wir ihn, um ein Tor zu erzielen. Der Ball ist rund, die Welt in Kleinform, er hat keinen Anfang, kein Ende. Man kann ihn verwenden beim Zusammentreffen in der Gruppe, wer spricht, hat den Ball: Was denkst Du über den Ball, das Spielen? Wenn Du auf der einen Seite der Erdkugel bist – was passiert gerade auf der anderen Seite? Er wird herumgereicht und zugeworfen, hier kann man sich verschiedenste Spiele ausdenken oder sich informieren, z.B. unter www.kirche-und-sport-nrw.de ). Ein Beispiel: Die Gruppe stellt sich im Kreis auf. Wir werfen uns den Ball zu und nennen jeweils den Namen des nächsten Fängers. Wenn alle dran waren, beginnt das Spiel von vorn, nun kann die Zeit verbessert werden. Ein zweiter Ball kommt hinzu: nun wird das Hobby des Fängers beim Zuwurf benannt. Beim dritten Ball geht es um den Lieblingssport des Fängers.

 

Ein Versuch – Ein Ball wird hergestellt: Das geht mit einfachsten Mitteln, ein oder zwei Luftballons werden übereinandergestülpt und aufgeblasen, zugeknotet. Dann werden verschiedene Lagen Stoff und Band (Wolle) darüber gewickelt, verknotet, verklebt. Mit diesen einfachen Materialien lässt sich auch ein keiner Wettkampf gestalten – und zum Schluss wird mit dem fertigen Ball dann gespielt!

 

 

3. 11 FREUNDINNEN – Frauenfußball

 

Schon früh haben Frauen diesen Sport auch für sich entdeckt. 1894 gründete sich mit den „British Ladies“ das erste Team in England, das erste Spiel gab es am 23.3. 1895 vor rund 10.000 Zuschauern zwischen Nord- und Südengland (7:1). In Frankreich gab es bis 1932 Meisterschaften. Immer wieder gab es Verbote, der Sport galt als „moralisch verwerflich“. Trotzdem gründete die Frankfurterin Lotte Specht 1930 einen Frauen-Fußballklub, doch nach schlechter Presse und sogar Gewalt war es nach nur einem Jahr schon wieder vorbei. Offiziell erlaubt wurde Frauenfußball in Deutschland erst 1970! Heute liegt der Anteil der Frauen in der Fifa bei ca. 10% (32 Millionen Spielerinnen). Das deutsche Frauenteam wurden 1989 erstmals Europameister, Weltmeiser 2003 und 2007. Nach 41 Jahren findet nun die erste Frauen-Fußball-WM in Deutschland statt. Ein gutes Beispiel für die anhaltende Entwicklung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Doch ganz selbstverständlich ist das noch nicht überall auf der Welt. Im Iran findet Frauen-Fußball unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Andernorts werden Frauen-Teams weit weniger gefördert als Mann-Schaften. Es lohnt sich, über dieses Thema mit Jugendlichen zu sprechen!

 

Impuls für die Weiterarbeit: Filme wie „Kick it like Backham“ oder „Adelante muchachas“ zeigen interessante Aspekte von Frauenfußball.

 

 

4. WIR FEIERN DAS FEST – Verständigung

 

In der Gemeinde, in der Schule  wird eine kleine Internetplattform eingerichtet, verbunden mit einer vorhandenen Internetseite (z.B. www.kirche-und-sport.de), über die Informationen rund um Fußball zwischen den Kindern Jugendlichen ausgetauscht werden. Bei facebook wird sie entsprechend gepostet oder ein Blog (regional, national, international?) entsteht. Es werden Photos und kleine Filme, Ideen eingespeist. Das ist auch etwas für einen Themen-Tag: Wir machen Bilder und Texte für die Internetseite, Motto: „Das sind wir – wer seid Ihr?“ Konfi-Gruppen verabreden sich zu Treffen mit einem Fußballspiel. Macht ihr mit beim nächsten Konfi-Cup? Ein kleines Netzwerk entsteht.

 

Ein Gottesdienst für die Schule bzw. Gemeinde wird geplant und gestaltet. Ein Grundgerüst wird mit verschiedenen Elementen (Texte, Gebete, Lieder, Psalm als Rap, inhaltliche Impulse) ergänzt und gestaltet.

Möglicher, variabler Ablauf:

  • Anpfiff (mit Trillerpfeife)
  • Musik (z.B. „We are the champions“)
  • Begrüßung (Motto: „Dabei sein ist alles!“ – oder: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“: Gott nimmt mich so an, wie ich bin, alle sind Gewinner bei ihm, vgl. Römerbrief 3, 21ff. und 5, 1-5)
  • Lied
  • Psalm (96, 98 – nach modernen Übertragungen suchen – oder selbst eine Übertragung formulieren, evtl. als Psalm-Rap)
  • Gebet
  • Lesungen (z.B. Mk 1, 16-20: Der Trainer gestaltet das Team oder: 1. Korinther 12, 12-21)
  • Lieder
  • Beiträge aus Gruppen zu verschiedenen Themen (Regeln, Frauen und Männer, der Ball etc.)
  • Fürbitten-Gebete
  • Vaterunser
  • Segen
  • Musik
  • Abpfiff

Werbung nicht vergessen!

 

 

Weitere Texte:

Mt. 10, 1-7 (Aussendung der Jünger zum Training); Mk 6, 30-44 (Viele Menschen sind im Stadion, die Stimmung ist gut!); Apg 2, 37-47 (Die erste Gemeinde: Das Spiel beginnt! – Gelesen als Reportage); Lk 24, 13-35 (das Unmögliche wird möglich: die vermeintliche Niederlage wird zum Triumph); Mt 28, 16-20 (Nach dem Spiel ist vor dem Spiel)

 

Lieder (Evangelisches Gesangbuch = EG, Wortlaute = WL):

„Kommt herbei, singt dem Herrn“ (EG R/W/L 577), „Dich rühmt der Morgen“ (WL 3), „Wir strecken uns nach dir“ (EG 664, WL 48), „Vergiss es nie, dass du lebst“ (WL 93), „Wo zwei oder drei“ (EG R/W/L 578), „Wo Menschen sich vergessen“ (WL 90), „Wohl denen, die da wandeln“ (EG 295), „Gott gab uns Atem“ (EG 432), „Sonne der Gerechtigkeit“ (EG 262), „We shall overcome“, „Mache dich auf und werde licht“ (EG R/W/L 537), „Lobet und preiset ihr Völker“ (EG 337), „Jeder Teil dieser Erde“ (EG R/W/L 672, „Herr, gib  uns deinen Frieden“ (EG 436), „Der Himmel geht über allen auf“ (EG R/W/L 611), „We are marching in the light of God“ (WL 110), „Und ein neuer Morgen“ (WL 118), „Möge die Straße uns zusammenführen“ (WL 120), „Selig deid ihr“ (EG R/W/L 666)

 

Arbeitshilfe für Konfirmandenarbeit und Schule

Eine ausführliche Arbeitshilfe für Konfirmandenarbeit und Schule (mit Filmen und Material auf DVD!) gibt es kostenlos bei Brot für die Welt (Ralf Greth / Peter Noss/ Christian Höfener-Wolf, 11 Freundinnen – in Spiel und Leben. Bausteine für die Konfirmandenarbeit (nicht nur) zur Fußball-WM der Frauen. Zu bestellen unter www.brot-für-die-welt.de

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

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Impuls

Viele weitere Ideen sind denkbar! Ergänzen Sie diesen Artikel selbst mit Ihren Vorhaben!

Weitere Projekte in der Sammlung "Fußball" auf geistreich:

http://www.geistreich.de/FokusFussball

Praxisbeispiele

Männercamp Praxisbeispiel

Männercamp

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Nordelbische Ev.-Luth. Kirche in Kiel
Männer verbringen eine Woche in einem Camp, in dem sie neben handwerklicher Arbeit wandern, Gespräche führen und zu sich selbst finden können.
 
ÖkuSchnee Praxisbeispiel

Ökumenischer Schneesport (ÖKU-SCHNEE)

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Stadtjugendpfarramt in Chemnitz
Ein kirchliches Wintersportfest lädt zu Aktivitäten und Kontakt mit der Kirche ein. Ein Projekt der Arbeit "Kirche und Sport" in der Evangelisch - Lutherischen Landeskirche Sachsens in Zusammenarbeit mit der Stadt Geyer (Sachsen) und dem Skisportverein Geyer.
 
Balleluja! Praxisbeispiel

PUBLIC SCREENING-ANGEBOT ZUR Fußball EM 2012

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Kirchenamt der EKD in Hannover
PUBLIC SCREENING (public viewing) - Kirchengemeinden zeigen Spiele der Fußball EM 2012.
 

Verweise zu anderen Artikeln

Balleluja 06 Artikel

Public viewing in Kirchengemeinden

Dieser Artikel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von 2 Geistreich-Mitgliedern
Wie organisiere ich public viewing zur Fußballweltmeisterschaft in einer Kirchengemeinde? Wie mache ich das Ereignis bekannt?
 
Ball Artikel

Sport und Kirche

Dieser Artikel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied
Sport und Kirche
 

Materialien

  •  
  • Doc Vorschläge als Word-Dokument ein Geistreich-Mitglied
  • Doc Sport als Faktor der Gemeindeentwicklung ein Geistreich-Mitglied

Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen

Balleluja 06 Artikel

Public viewing in Kirchengemeinden

Dieser Artikel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von 2 Geistreich-Mitgliedern
Wie organisiere ich public viewing zur Fußballweltmeisterschaft in einer Kirchengemeinde? Wie mache ich das Ereignis bekannt?