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Interreligiöse Begegnungen
GliederungSITUATION / KONTEXTDeutschland ist - in der Mitte Europas liegend - von jeher durch viele kulturelle und religiöse Einflüsse geprägt worden. Dies hat sich nach dem 2. Weltkrieg durch die Migrationsbewegungen auch aus sog. islamischen Ländern weiter verstärkt. So ergeben sich neue gesellschaftliche Herausforderungen. IDEEDie multikulturelle und multireligiöse Situation einer Stadt oder einer Region nötigt zum einen, sich über die Glaubenstraditionen zu informieren, die andere Menschen mitbringen oder inzwischen angenommen haben. Dies geschieht durch Kontakte und Begegnungen, durch interreligiöse Begegnung. Nur sie ermöglichen letztlich, Ängste und Vorurteile gegenüber dem "Anderen" abzubauen und wirkliche Verständigung zu erreichen. In Theorie und Praxis gilt es darum, die Religion des anderen zu respektiern und seine andere religiöse Lebensweise zu akzeptieren. Die Wertschätzung des anderen Glaubensverständisses muss sich im Sinne aktiver Toleranz entwickeln, damit die Religionen insgesamt zum Frieden in der Gesellschaft beitragen können. GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGENWie kann in einer multikulturellen Gesellschaft Begegnung und Gespräch zwischen den Religionen stattfinden? WIRKUNG / ERFAHRUNGWeil die großen Weltreligionen nicht auf eine Region beschränkt sind, hat ihre Universalität teilweise Voraussetzungen, die aufgrund von religiösen und politischen Vorgegebenheiten durchaus Konflikt fördernd sind, und zwar besonders dann, wenn die betreffenden Religionen mit einem Absolutheitsanspruch im Blick auf Wahrheit und Heil gegenüber den anderen auftreten. Man kann zugespitzt zwischen drei Haltungen gegenüber anderen Religionen unterscheiden: 1. Exklusivismus: Im katholischen Raum galt viele Jahrhunderte (bis zum 2. Vatikanischen Konzil 1963-1965) die exklusivistische Position ("außerhalb der Kirche ist kein Heil"), der man die protestantische Variante zuordnen kann: "Außerhalb des Christentums ist kein Heil". Christliche Mission ist bis ins 20. Jahrhundert unter dieser Maxime durchgeführt worden. 2. Von dieser harten Position sind inzwischen die meisten Kirchen abgerückt. Gerade unter ethischen Gesichtspunkten für die gemeinsame Weltverantwortung empfinden Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen große Gemeinsamkeiten. Man denke nur an das Projekt "Weltethos" von Hans Küng. So entwickelte sich ein Inklusivismus. Gehen wir vom Christentum aus, dann kann man sagen, dass andere Religionen auch eigenständige Möglichkeiten zu Heil und Wahrheit finden können, allerdings bleibt die göttliche Offenbarung in Jesus Christus unüberbietbar. Diese Aussagen wirken sich insofern problematisch aus, weil damit doch eine gewisse (noch so verdeckte) Höherwertigkeit des Christentums nicht ausgeschlossen wird. Fundamentalistische Gruppierungen aller Religionen versuchen allerdings immer wieder, ihre Ansprüche auf Wahrheit und Heil auch politisch durchzusetzen und auch inklusivistische Positionen als "Weichspülung" zu diskreditieren. 3. Aus dem Ernstnehmen religiöser Pluralität in vielen Gesellschaften, besonders im Westen, wurden religionspluralistische Theologien entwickelt (religionspluralistische Position). Diese versuchen nicht nur, jeder Glaubensweise ihr Recht zu lassen, sondern die anderen Religionen auch als eigenständige und gleichwertige (nicht gleichartige) Wege zum Heil anzuerkennen. Das geht soweit, dass zum heutigen Verständnis des eigenen Glaubens die anderen religiösen Traditionen als Anfrage, Korrektiv und Bereicherung mit einbezogen werden sollten (Komplementarität der Religionen). Dies beinhaltet, dass sich die Religionen bzw. ihre Vertreter wirklich als gleichwertige Partner behandeln, ihre Absolutheitsansprüche bewusst relativieren und nur noch für den eigenen Glauben als absolut gelten lassen. Auch eine Mission mit dem Ziel, den anderen zum eigenen Glauben zu bekehren, ist dann nicht mehr möglich. ALLGEMEINE HINWEISE ZUR UMSETZUNGDie Basis und Konsequenz für jede interreligiöse Begegnung sollte darum sein, die sprachlichen, rituellen und spirituellen Annäherungen an Gott, das Göttliche bzw. das Transzendente im Sinne einer herkömmliches Verständnis übersteigenden Wirklichkeit zu akzeptieren und damit zuzugeben, dass alle (auch dogmatischen) Aussagen des Glaubens menschliche Ausdrucksweisen sind. Als vorläufige bedürfen sie immer wieder der Revision. Die positive Erkenntnis des Eingebundenseins von Religionen in vielfältige Kulturen und differierende Denkweisen macht es leichter, andere Religionen als unterschiedliche und eigenständige Wege zum Heil zu verstehen. Es geht also darum, in der interreligiösen Begegnung den Gedanken von Toleranz und Versöhnung umfassend zu fördern. Bewahrung, Vertiefung und Förderung der eigenen religiösen Identität und Spiritualität werden auf diese Weise nicht beschädigt oder abgelehnt, sondern in neuem Zusammenhang bestärkt. Damit gehört der interreligiöse Dialog zum Wesenskern eines bewussten Glaubenslebens im Rahmen gesellschaftlichen Lebens. Auf solche und ähnliche Überlegungen stützen sich eine Fülle von Dialog-Initiativen, die es inzwischen in den Kirchen, andern religiösen Gemeinschaften und gesellschaftlichen Gruppen gibt.
Es gibt zum Thema einen Kurzlink auf geistreich http://www.geistreich.de/FokusInterreligioeseBegegnungen Buchtipps für Kinder Unten bei den Materialien finden Sie zur Thematik Buchtipps für Kinder. Sie sind uns von http://www.eliport.de zur Verfügung gestellt worden. Einen Link dort auch der Link zur PDF-Version IMPULSVon der Reflexion zur Aktion: Wenn interreligiöse Begegnung als Bereicherung angesehen wird, dann wirkt der Dialog auf den verschiedenen Ebenen als Katalysator, der sowohl die Grundlagen anspricht und weiter bedenkt und dies auch durch praktische Begegnungen und Unterstützung interreligiöser Projekte zum Ausdruck bringt. Diese Initiativen sind natürlich von den jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen vor Ort abhängig, machen allerdings Chancen und Schwierigkeiten zugleich deutlich, werden jedoch die bisherigen Gesellschaftsstrukturen z.T. nachhaltig verändern. Praxisbeispiele
Gemarker Kirche (1934 Barmer Theologische Erklärung) und Synagoge stehen dicht nebeneinander. Die engste Stelle beträgt 5m. Wir leben zusammen in guter Nachbarschaft und begegnen uns mit Respekt und Freundschaft. Es ist ein Geschenk, ein Wunder
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An verschiedenen Orten einer Stadt wird mit Musik und meditativen Worten sowie einer eindrücklichen Bilderpräsentation an die Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung am 9. November 1938 erinnert.
internationale gartenschau hamburg 2013: Fünf Weltreligionen präsentieren in benachbarten Gärten rund um einen gemeinsamen Brunnen ihre Religion.
Die Religionsgemeinschaften Hannovers haben anlässlich des 10. Jahrestages der Ereignisse am 11. September 2001 ein Zeichen für den Frieden, Versöhnung und Dialog gesetzt.
Verweise zu anderen Artikeln
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Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen
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