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City-Kirchen und Citykirchenprojekte

St. Petri zu Hamburg

Definition

City-Kirchen und Citykirchenprojekte sind Gemeinden in Großstädten.

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
erstellt am: 05. Oktober 2011, 13:17 Uhr
aktualisiert am: 18. April, 22:55 Uhr
Zielgruppen:
Öffentlichkeit
Mitarbeitende:
Pastor/n
Stichworte:
Citykirche, Stadt, Großstadt
Meinungen

 

Visionärer Ort für das, was noch keinen Ort hat.

Eine City-Kirche ist ein guter, kommunikativer und kraftvoller Ort. In religiöser Sprache: Er ist gesegnet. Er dient im Gesamtensemble als Katalysator und Kristallisationspunkt für Menschen, Ideen, Visionen und Kooperationen. Diese inspirieren wiederum andere Gruppen, Kreise und Kooperationen. Die hilfreiche Frage für alle kirchlichen Projekte könnte lauten: Wagen wir die Prozessorientierung und das Frei-Halten von Räumen, die Spontanes und Ungeplantes entstehen lassen? Geben wir der Unverfügbarkeit des Heiligen Geistes überhaupt strukturell eine Chance? (siehe auch unten „Prozessorientierung wagen“)

 

Erfolg einkalkulieren.

Was ist eine erfolgreiche City-Kirche? Zum Beispiel wird mehr Geld eingenommen als in den Haushaltsplänen angesetzt. Er ist häufig und prominent in der Presse. Mit geringen Ressourcen wird ein profiliertes Gesamtprogramm, das in der Stadtkultur fest verankert ist, verwirklicht. Die Rückmeldungen kirchlich Distanzierter sind sehr positiv. Es finden viele qualifizierte seelsorgerliche Gespräche, theologisch profilierte Kommunikation und spirituelle Begleitung statt. Geistliches und Soziales wird verschränkt.

Zugleich ist die Beobachtung zu machen: Der Erfolg ist auch ein Stolperstein, weil er Stress und Konflikte produzieren kann. Wer darf wann unter welchen Vorraussetzungen Ressourcen an Macht, Geld, Räumen, Zeit und Kommunikationsmöglichkeiten nutzen?

Bereits in Planungsphasen kirchlicher Projekte sollte darum unbedingt mit dem Erfolg desselben auch wirklich gerechnet werden, um Reibungsverluste schon vorab minimieren zu können.

 

Profit- und Non-Profit-Strukturen aufeinander beziehen.

In einer City-Kirche treffen Non-Profit-Strukturen, die durch Kirchensteuermittel vollends finanziert werden müssen, auf kommerziell orientierte Bereiche. Solche Profit-Strukturen eröffnen neue Finanzierungsquellen für kirchliche Arbeit. Das gilt für alle Konfessionen. Beide Sektoren, der kommerzielle und der nicht-kommerzielle, sollten in der Leitung eines kirchlichen Projekts eng verknüpft sein, um Synergien strukturell zu verankern. Dies gilt insbesondere für Citykirchenprojekte, die mitten in der Stadt, „am Markt“ stark von kommerziellen Gesichtspunkten geprägt sein können.

 

Milieuverschränkung und Niederschwelligkeit ernst nehmen.

Die Kombination von Bildungs- und Tagungszentrum mit einem niederschwelligen Anlaufpunkt legt nahe, dass Angehörige verschiedener Milieus auftauchen können. Über die „niedrige Schwelle“ springen oftmals andere als anfangs erwartet. Wer niederschwellige Angebote macht, sollte auch „Ja“ dazu sagen, dass Kontakt mit dem sozial Fremden entsteht.

 

Prozessorientierung wagen.

Wer offen und niederschwellig arbeiten will, weiß nicht genau, was entstehen wird. Der Prozess rückt in den Mittelpunkt und hat eine spirituelle Dimension. Die Kategorie des „Unverfügbaren“ tritt in die konkrete Arbeit ein und orientiert sich erwartungsvoll auf das „Noch Nicht“ des Reiches Gottes. Gerade die „Geistliche Begleitung“, ermöglicht hier einen bewussten Zugang zur Prozessorientierung, um nicht im bekannten Gegenspiel von Charisma und Amt stecken zu blieben.

 

„Seele der Stadt“ sein und Gottes Option für die Armen wahr nehmen.

Von den Anfängen der Citykirchenprojekte bis in unsere Gegenwart hinein, beachten Citykirchenprojekt die besondere Ambivalenz des urbanen Lebens: Hohe Kommunikationsdichte, Durchlässigkeit der Milieus für soziale Auf- oder Abstiege und Kreativität treffen auf soziale Spaltungsprozesse auf engstem Raum. Citykirchenprojekte halten Gottes Option für die Armen wach, indem Spaltungsprozesse in symbolischen Aktionen und zeichenhafter Kommunikation überwunden werden. Mitten in der Stadt öffnet sich so der Himmel. Dies erfordert eine bewusste Entscheidung im Vorfeld.

 

Postmoderne Flaneure in den Blick nehmen und „One-Touch“-Kommunikation üben.

Menschen in der Stadt sind auf der Suche, ohne immer zu wissen, was sie suchen. Der neugierig-schweifende Blick in die Schaufenster, das Vorbeischlendern an Angeboten, die ästhetische Ansprechbarkeit und die Freiheit der Flaneure ist typisch für die Stadt. Auch Touristen sind in dieser Hinsicht „postmoderne Flaneure“.

Will Kirche „im Auftrag des Herrn“ kommunizieren, muss sie sich auf diese Kommunikationsbedingungen von Anfang an einstellen. Es gibt für gelungene Kommunikation hier meist nur einen kurzen Versuch.

Ein Paradigmenwechsel von der parochial geprägten Logik kirchlicher Kommunikation, die das Element der Stetigkeit in sich trägt, hin zu offener, kurzer, hoch-symbolischer „One-Touch“-Kommunikation könnte angesagt sein.

Das „Neuro-Linguistische-Programmieren“ (NLP) bspw. als Kurzzeit-Therapie und zugleich als eine Art Sammlung der „best-of“-Kommunikationsmöglichkeiten verleiht hier Kompetenz genauso wie die Erfahrungen der Medien- und Werbewelt. Zugleich ist eine hohe theologische Reflexionskompetenz gefragt, um die „Sache“ des Evangeliums mit der Kürze der Kommunikationsprozesse zusammen zu bringen.

 

Die Nähe zu historischen, kraftvollen, profilierten, „heiligen“ Orten suchen.

Kirchen haben traditionellerweise mit Rathaus und zentralem Gasthof die besten Orte der Stadt. Es wäre angemessen und hilfreich, diese auch als solche wertzuschätzen, zu öffnen und gestaltend zu nutzen.

 

 

Internet:

www.annahof-evangelisch.de

www.moritzkirche.de

www.citykirchenprojekte.de

 

 

Augsburg im August 2011

 

Frank Witzel, Pfarrer, Evangelisches Forum Annahof, Augsburg,

Jg. 1962, NLP-master, Geistlicher Begleiter, Traumaberater, Mitglied im Sprecherteam Citykirchenprojekte

Praxisbeispiele

Annahof Praxisbeispiel

Citykirchenprojekt AnnaPunkt im Ev. Forum Annahof

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von einem Geistreich-Mitglied, Citykirchenprojekt AnnaPunkt im Ev. Forum Annahof in Augsburg
Citykirchenprojekt - Bildungs- und Tagungszentrum mit einem niederschwelligen Anlaufpunkt - im Herzen Augsburgs
 
Gesucht - Gefunden Praxisbeispiel

Gesucht - gefunden

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von 2 Geistreich-Mitgliedern, Dietrich-Bonhoeffer Gemeinde in Frankfurt/Main
Durch auffällige Plakate und Flyer machte die Gemeinde im Stadtteil auf sich aufmerksam. Sie sprach dabei Menschen "auf der Suche" an
 
Hoffnungsspuren Praxisbeispiel

Hoffnungsspuren-Aktion Spurensuche

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von 2 Geistreich-Mitgliedern, Kirche & Co. in Darmstadt
Ein E-Mail-Adventskalender - Montags wird per Mail ein spiritueller Impuls mit Blick auf die Liturgie des kommenden Sonntags verschickt.
 
Deifaltigkeitskriche Gruppe Praxisbeispiel

Offene Kirche

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von einem Geistreich-Mitglied, Prot. Dreifaltigkeitskirchengemeinde Speyer in Speyer
Ehrenamtliche öffnen und präsentieren ihre Kirche. -  Ein Erfolgsprojekt der Dreifaltigkeitsgemeinde in Speyer.
 
Rent a Pastor Praxisbeispiel

Rent a Pastor

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von 2 Geistreich-Mitgliedern, Kirchengemeinde Kassel-Mitte Pfarramt Martinskirche in Kassel
Das Projekt ist eine Einladung, sich mit dem Pfarrer zu treffen oder etwas mit ihm zu unternehmen. Den Inhalt des Treffens und die Art der Gestaltung kann der "Mieter" weitgehend selbst bestimmen. Das "Mietverhältnis" ist kostenfrei.
 
Tanzkantorei Praxisbeispiel

Tanzkantorei Hoffnung

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von einem Geistreich-Mitglied, Evangelische Hoffnungskirchengemeinde Berlin-Pankow in Berlin
Tanz in der Kirche als Ausdruck lebendigen Gemeindelebens und Glaubens. Ein Projekt der Evangelischen Hoffnungskirchengemeinde Berlin-Pankow.   
 
Warum ich (k)eine Christin bin Praxisbeispiel

Warum ich (k)eine Christin bin

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von einem Geistreich-Mitglied, Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg
Bei einer Vortragsreihe in einer Hamburger Hauptkirche geben prominente Frauen aus Politik und Kultur Auskunft über ihren Glauben und stellen sich der Diskussion.
 
Himmelwärts Praxisbeispiel

"Himmelwärts!"

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von 2 Geistreich-Mitgliedern, Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Hamburg-Ost in Hamburg
Kirche mitten im Trubel an einem ungewohnten Ort, dem Riesenrad auf dem Hamburger Dom. An einem Tag verwandeln sich die Riesenrad-Gondeln, um den Mitfahrenden die Vielfalt des Glaubens zu zeigen und Lust auf Kirche zu wecken
 
Auszeit in der Passionszeit Praxisbeispiel

Auszeit - "Halt an, wo läufst du hin..."

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von einem Geistreich-Mitglied, Evangelische Kirchengemeinde Stetten a. d. Fildern in Leinfelden-Echterdingen
In der Passionszeit werden die Gemeinde und ihre Gruppen eingeladen, etwas sein zu lassen und in der offenen Kirche zur Ruhe zu kommen.
 
Nacht der offenen Kirche Praxisbeispiel

Nacht der Offenen Kirchen zum Thema "Taufe"

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von einem Geistreich-Mitglied, Ev. Landeskirche Anhalts in Dessau-Roßlau
Im Rahmen der dritten Nacht der Offenen Kirchen in Dessau stand das Thema Taufe im Mittelpunkt. Die beteiligten Kirchengemeinden näherten sich diesem Thema auf ganz unterschiedliche Weise - von der Taufausstellung über Berichte zu persönlichen Tauferfahrungen bis hin zu einem künstlichen Bach, de...
 
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Verweise zu anderen Artikeln

Die Tür steht offen Artikel

Wiedereintrittsstelle

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von 2 Geistreich-Mitgliedern
In jeder Gemeinde kann man in die Kirche eintreten. Hier geht es um Wiedereintrittsstellen, die Gemeindefernen einen Zugang ermöglichen.
 

Materialien

Keine vorliegend

Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen

Offene Kirche Artikel

Offene Kirche

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von 2 Geistreich-Mitgliedern
Offene Kirche ist ein Angebot, die Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten zu besuchen.
 

Es ist ein weiterer Artikel vorhanden. Dieser ist nur für Geistreich-Mitglieder sichtbar.