Maria G. Noel & Runa Winacht - Unser historischer Liebesroman: Und führe uns in die Versuchung

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ein Geistreich-Mitglied
erstellt am: 23.08.2015
Letzte größere Änderung: 23.08.2015
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Definition

Anno Domini 1520 -Johannes Oekolampadius wird als Domprediger zu Augsburg mit den Schriften Luthers konfrontiert, die ihm aus der Seele sprechen. Um 'zur Besinnung' zu kommen, zurückzufinden zum rechten Glauben, tritt er in den strengen Altomünsterer Birgittenkonvent ein.

Doch so sehr er auch mit sich ringt, genau das Gegenteil geschieht. Das bleibt im Kloster natürlich nicht unbemerkt.

Die dramatische Zeit Oekolampadius' im Orden wird in 'Und führe uns in die Versuchung' in eine für ein Kloster ungewöhnliche Rahmenhandlung eingefügt: Der Novizenmeister muss zusätzlich zu seinen Novizen auch eine junge Nonne unterrichten. Was die heilige Birgitta strengstens getrennt hatte – fügt die Äbtissin, der Not gehorchend, zusammen.

Dabei geschieht, was geschehen muss ...

In tiefen Gewissensnöten sucht Pater Arno nach einem Beichtvater, nach jemandem, dem er sich anvertrauen kann. Den findet er ausgerechnet im abtrünnigen Oekolampadius. Und wird so ebenfalls von Luthers Lehre durchdrungen.

Aber nicht nur er. Das Kloster steuert geradewegs auf eine Spaltung zu. Um genau die zu verhindern, wird Oekolampadius von seinen Mitbrüdern als Ketzer denunziert und an die kirchliche und weltliche Obrigkeit verraten. In quasi letzter Minute kann er am 23. Januar 1522 durch Flucht einer Verhaftung entkommen.

Doch die Spaltung ist nicht mehr aufzuhalten: Neun Mönche und eine Nonne fliehen ebenfalls. Eine weitere, ebenfalls vom Gedankengut Luthers überzeugte Nonne entschließt sich jedoch zu bleiben. Mit fatalen Folgen: Sie wird bis zu ihrem Lebensende, immerhin erst vierundvierzig Jahre später, in den Klosterkerker gesteckt.

'Und führe uns in die Versuchung' ist ein Roman um Liebe, Glauben und die Reformation.

Literatur und religiöse Reflexion. Wie wir zu unserem Roman "Und führe uns in Versuchung" gelangten

In unmittelbarer Nähe eines traditionsreichen Klosters zu wohnen – mitsamt einem ortsansässigen Historiker, der sich die Geschichte dieses Ordens zur Lebensaufgabe gemacht hat – dem kann eine Autorin historischer Romane nicht widerstehen.

Und wenn ihre – evangelische – Schreib-Kollegin immer schon fasziniert war von der Frage, was katholische Priester bewegt, wenn sie sich dem Zölibat unterwerfen ...

Seien wir ehrlich: Sie hatte den Plan, diesem Priester den vermeintlich romantischen Konflikt auf den Leib zu schreiben, sich zwischen seiner Berufung und einer Frau entscheiden zu müssen.

Insofern war es schnell beschlossene Sache: Maria G. Noel und Runa Winacht, die gemeinsam als Autorenduo Winacht und Noel (http://www.winacht-und-noel.de/) schreiben, würden ihren nächsten historischen Roman in eben jenem Birgittenorden in Altomünster spielen lassen.

Die Recherche

Die Recherche begann bei Adam und Eva: Wer war überhaupt der heilige Alto, der den Ort für das Kloster aufgrund dreier Wunder ausgewählt hat? Und wer die heilige Birgitta von Schweden und was hat es mit ihren Visionen auf sich? Was ist ein Doppelorden? Wie konnte es einer in Klausur befindlichen Äbtissin gelingen, neben ihrem Frauenkonvent auch noch den der Männer mitsamt deren Prior zu befehligen? Wie lebten die Nonnen und Mönche zusammen – oder eben nicht zusammen? Welche Berührungspunkte gab es dennoch?

Die zweite Phase der Recherche: In welcher Zeit sollte die Geschichte angesiedelt werden? Was hat sich in der Vergangenheit des Klosters ereignet, das den fiktiven Geschehnissen eine würdige Kulisse bieten könnte?

Wow, was das betrifft, ging es im Kloster Altomünster hoch her. Begonnen mit der Zwangsumsiedlung eines Benediktinerinnen-Ordens, die zur Gründung des Klosters in Altomünster führte. Dann die Person Wolfgang von Sandizells, der mehrfach zum Papst nach Rom pilgerte, bis er die Gründung eines Doppelordens bewilligt bekam, in den er zusammen – oder, s.o.: nicht zusammen – mit seiner Ehefrau Eva eintreten wollte. Nirgendwo anders als in Altomünster. Eine Meuterei im Männerkonvent aufgrund von Vorwürfen, der Prior würde mit der Äbtissin ...

Letztendlich aber fiel die Wahl auf die Zeit der Reformation. Zu der Zeit hatte das Kloster nämlich hohen Besuch: Der Priester Johannes Ökolampdius, der sich 1520 in den strengen Birgittenkonvent zurückzog, um sich zu besinnen und die störenden Ideen Martin Luthers in sich auszumerzen. Was ihm – dem späteren berühmten Reformator der Schweiz – nicht gelang. Stattdessen endete sein Unterfangen in einer dramatischen Flucht vor der weltlichen und kirchlichen Obrigkeit, infolge derer weitere neun Mönche und eine Nonne aus dem Kloster flohen und eine Ordensschwester, die sich trotz ihrer Sympathien für Luther zum Bleiben entschied, für den Rest ihres Lebens eingekerkert wurde.

Die Schreibphase

Das Schreiben eines historischen Romans ist Maßarbeit. Welche Gegebenheiten gibt die Historie als Eckpfeiler vor? Wo gibt es Leerstellen, die dem Autor die Erlaubnis geben, sie mit seiner eigenen Fantasie zu füllen?

Da war besagter Historiker Prof. Dr. Wilhelm Liebhart zugleich Segen und Fluch. Wobei der Segen natürlich bei Weitem überwog.

So konnten die Autorinnen auf seine ausführliche Chronik des Klosters zurückgreifen, die auf den Protokollen der der bischöflichen Visitationen, Urkunden, Abrechnungen und Konventslisten basiert. Darüber hinaus lieferte das Altomünsterer Museum jede Menge Anschauungsmaterial. Und die Autorinnen durften das Kloster mitsamt der Klausur besichtigen, Kontakt zur Priorin des Klosters aufnehmen, die heute ein treuer Fans des Romans ist.

Während Maria G. Noel den Part der jungen Mathilda schrieb, die sich gezwungenermaßen als Postulantin ins Klosterleben einfinden muss und somit den ungewohnten Alltag zwischen Beten und Arbeiten für die Leser zum Leben erweckt, war Runa Winacht für das Innenleben des Mönchs und Beichtvaters Arno von Wayden zuständig, der im Zuge von Mathildas Auftauchen mit Korruption und der Verlogenheit seiner Äbtissin und seines Priors konfrontiert wird, sich öfter zu Diskussionen mit Ökolampadius hinreißen lässt – und sich schließlich in einer Sinnkrise wiederfindet.

Kann er weiterhin dem Gott der katholischen Kirche mit seinem Ausschließlichkeitsanspruch an einen Priester treu bleiben, indem er seine kritischen Gedanken und seine Bedürfnisse nach Liebe zu einer Frau unterdrückt? Oder stellt er sein gesamtes bisheriges Leben infrage und bricht auf in eine ungewisse Zukunft?

Information zum historischen Liebesroman "Und führe uns in die Versuchung" finden Sie unter: http://www.winacht-und-noel.de/gemeinsame-buecher/und-fuehre-uns-in-die-versuchung/

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