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Public viewing in Kirchengemeinden

Balleluja 06

Definition

Wie organisiere ich public viewing zur Fußballweltmeisterschaft in einer Kirchengemeinde? Wie mache ich das Ereignis bekannt?

Autor/innen
2 Geistreich-Mitglieder
erstellt am: 18. Mai 2010, 16:43 Uhr
aktualisiert am: 29. März, 17:15 Uhr
Zielgruppen:
Jugendliche, Kinder, Familien, Fußballbegeisterte
Mitarbeitende:
Ehrenamtliche, Jugendliche, Pastor/in , Volontäre
Stichworte:
WM, public viewing, Sport, > WM 2010
Meinungen

SITUATION / KONTEXT

Kirche erreicht oft nicht die Menschen in sozialen Brennpunkten.

Sie erreicht teilweise auch nicht die Sportbegeisterten.

IDEE

Public viewing bietet die Möglichkeit, Menschen, die der Gemeinde nicht nahe stehen, und Menschen, die sportbegeistert sind, zu erreichen.

Public viewing kann in jeder Kirchengemeinde der Evangelischen Kirche in Deutschland umgesetzt werden. Sowohl in einer ländlichen Region, als auch in den Städten können rund um das „Fußballfest“ Veranstaltungen erdacht werden. Public viewing richtet sich an jung und alt, Fußball-und Kulturbegeisterte.

„Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen sind gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse von Belang – der DFB hat etwa 12 mal mehr Mitglieder als die größte deutsche Partei, der DOSB organisiert so viele Menschen, wie jeweils die beiden großen Denominationen. Diese Zahlen wären schon Grund genug, sich als Kirche mit Fußball und verstärkt mit dem Sport zu befassen. Da es innerhalb der Kirche vermutliche genauso viele Fußball-Begeisterte als außerhalb gibt, Fußball aber seit den 80er Jahren in bildungsbürgerlichen und also auch in kirchlichen Schichten immer selbstverständlicher wurde, gab es in der Kirche ganz überwiegend sehr viel positive Resonanz auf die WM-Aktivitäten. Bis auf wenige Lobbyisten war die Meinung fast einhellig: Es ist schön, dass die Kirche dieses weltliche Ereignis so ernst nimmt und es professionell begleitet.“ (Hans Georg-Ulrichs, WM-Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der WM 2006.)

Public viewing wird seit 2012 Public Screening genannt.

GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGEN

„Wie kommt die Kirche auf »die Straße« und die Straße in die Kirche? Das ist eine zentrale Frage kirchlicher Seelsorgearbeit. Es ist auch eine zentrale theologische Frage. Man könnte auch sagen: Wie verhält sich das Heilige zum Profanen? Wie stehen Gott und Welt zueinander?“ (Sieghard Wilm, Publik-Forum, Ausgabe 16, 2006)

WIRKUNG / ERFAHRUNG

  • „Läuft die Kirche unreflektiert einem Trend nach, biedert sie sich dem Zeitgeist an? Nein. Die Kirche sucht nach neuen Wegen zum Menschen. Und da lohnt es sich, Wagnisse einzugehen. Denn: Gott interessiert sich für den Menschen – die Kirche sollte es auch tun. Sonst bleibt ein kleiner Kreis unter sich und pflegt eine binnenkirchliche Kultur, abseits von dem, was Millionen Menschen bewegt. Das eigentliche Wagnis besteht darin, Impulse der Massenkultur aufzunehmen und gleichzeitig die Impulse des Evangeliums weiterzugeben. Ohne dabei vielleicht auch Fehler zu riskieren, wird sich auf diesem Feld nichts lernen lassen.“

(Sieghard Wilm, Publik-Forum, Ausgabe  16, 2006)

Anmeldung und Vorbereitung

Die Anmeldung zum public viewing erfolgt auf der Internetseite der EKD. Die EKD übernimmt für alle evangelischen Kirchengemeinden die Gebühren an die FIFA. Allerdings müssen die Voraussetzungen fürs public viewing selbst geschaffen werden (Beamer, Großleinwand etc.).

Zur Vorbereitung sind Prominente als Schirmherren zu organisieren und Sponsoren, z.B. die Stadt, und Kooperationspartner, z.B. das WM-Fanoffice, zu finden.

Eine Pressekonferenz oder Pressemeldung kann organisiert werden (ca. 1 Monat vor Beginn). Ein griffiger Projektname ist zu finden (wie beispielsweise bei der St. Pauli-Kirche: „Balleluja!“).

 

Durchführung

Das public viewing kann dem Wetter entsprechend in Gemeinderäumen, in der Kirche selbst oder im Freien stattfinden.

Verschiedene Veranstaltungen können rund um das public viewing organisiert werden, zum Beispiel Tipkickspiele, Torwandschießen und Kickern. Man kann die Veranstaltungen nutzen, um über die Teilnehmenden Länder und das Gastgeberland zu informieren. Beispiel: Fair gehandelte Fußbälle können das Thema Kinderarbeit in der dritten Welt aufgreifen. Zudem können Kurzfilme von Jugendlichen gemacht und rund um das public viewing gezeigt werden. Jugendbands können die Veranstaltungen zu einem Konzert erweitern.

Erwachsene Volontäre sollten diese Projekte unterstützen. Gleichzeitig kann man mit den Schirmherren und Sponsoren gemeinsame Veranstaltungen in die Wege leiten. Bei solchen gemeinsamen Veranstaltungen wird die Resonanz in den Medien automatisch folgen.

Mögliche gewalttätige Ausschreitungen sollten verhindert werden, indem Jugendliche vor Ort zu Streitschlichtern ausgebildet werden.

Links

http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/public-viewing-wenn-kirche-und-fu%C3%9Fball-sich-begegnen18810

IMPULS

Wie also verhalten sich Welt und Gott, das Profane und das Heilige, zueinander? Das ist die zentrale Frage. Das Heilige ist das ganz Andere, das von der Theologie zwar umschrieben, aber nicht wirklich auf den Begriff gebracht werden kann. Das Heilige ist die menschliche Grunderfahrung jeder Religion. Eine Erfahrung, die außerhalb des Alltäglichen steht. Religionsgeschichtlich früh sind heilige Orte besonders hervorgehoben worden: abgetrennt, gereinigt, nur unter bestimmten Auflagen zugänglich, etwa durch Darbringung eines Opfers. Das »Fanum«, der heilige Ort, wurde zum Sonderbereich, abgehoben gegenüber dem »Profanum«.

Theologisch hat das Christentum mit der räumlichen Trennung zwischen Heilig und Profan gebrochen. Gott ist da, wo man ihn einlässt. Was heilig genannt werden kann, lässt sich also nicht so sehr örtlich oder zeitlich festschreiben, sondern: Das Heilige ereignet sich, es zeigt seine Qualität nicht in einer Sonderwelt, sondern mitten im Leben, so dass von einem eigentlich Profanen gar nicht mehr gesprochen werden kann.

Die Frage nach dem rechten, Gott angemessenen Ort der Anbetung spielte im frühen Christentum zunächst keine Rolle. Freilich hat sich in späteren Jahrhunderten durch die Entwicklung des Sakralbaus die religionsgeschichtlich alte Trennung von Heilig und Profan wieder durchgesetzt.

Gott in allem finden – das ist demgegenüber die Logik der Gleichnisse im Neuen Testament. Alles Alltägliche wird zum Hinweis auf das »ganz Andere«, wird zum Symbol des Heiligen. »Gott wurde Mensch«, das ist der Kern der christlichen Weihnachtsbotschaft. Dieser inkarnatorische Ansatz der christlichen Lehre trennt nicht mehr Hohes und Tiefes, Heiliges und Profanes, Göttliches und Menschliches. In jedem Abendmahl wird das deutlich: Etwas ganz Einfaches und Irdisches wird zum Begegnungsgeschehen mit Gott.

Heiliges und Profanes ersetzen einander nicht. Sie sind vielmehr »unvermischt« und »ungetrennt« aufeinander bezogen. Gemeinden können noch mutiger werden, sich der Straße zu öffnen – und sie werden das Heilige nicht verlieren, sondern gewinnen.

(Sieghard Wilm, Publik-Forum, Ausgabe  16, 2006)

Praxisbeispiele

Balleluja 06 Praxisbeispiel

Balleluja!

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, St. Pauli Kirche in Hamburg
Public Viewing zur WM 2006 an der St. Pauli Kirche in Hamburg. Dazu wurde in den WM-Wochen rund um die Kirche Fußballveranstaltungen organisiert.
 
St. Paulsgemeinde Praxisbeispiel

WM: Kirchen-Balkonplätze verlosen

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Pauluskirche in Frankfurt / Main
Für einen möglichen WM-Empfang auf dem Römerberg werden Kirchen-Balkonplätze für einen guten Zweck verlost.
 
Public Viewing in Schauenbrug Hoof Praxisbeispiel

Kirche zeigt WM-Spiele ganz groß

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von 2 Geistreich-Mitgliedern, Evangelische Kirchengemeinde Hoof in Schauenburg
Fußball Weltmeisterschaft 2010: Public Viewing in Schauenburg Hoof mit Tombola und muslimischen Gästen.
 
Fußballcamp Praxisbeispiel

Fußballcamp "Oese kickt"

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von einem Geistreich-Mitglied, Freizeit- und Begegnungsstätte Oese in Basdahl-Oese
Im Mittelpunkt eines mehrtägigen Fußballcamps für Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren steht eine erlebnis- und beziehungsorientierte Wertevermittlung auf biblischer Grundlage. Unterstützt und in den Alltag der Kinder übertragen wird sie durch ein professionelles Fußballtraining.
 
Pfarrer spielen gegen Imame Praxisbeispiel

Fußballspiel Pfarrer gegen Imame

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von einem Geistreich-Mitglied, Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin
In Berlin spielen Pfarrer gegen Imame Fußball.
 
Teambesprechung interreligiös Praxisbeispiel

Interreligiöses Fußballturnier in Göteborg

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von 2 Geistreich-Mitgliedern, Ev. Kirchenkreis Wilmersdorf in Berlin
Eine Mannschaft aus Berliner Pfarrern und Imamen nimmt an einem Interreligiösen Fußballturnier gegen Mannschaften aus Schweden und England in Göteborg teil.
 
Fußball Praxisbeispiel

Frauen-Fußball-WM

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Kirchenamt der EKD in Hannover
Die FrauenWM 2011 ist vorüber und war ein voller Erfolg.
 
Balleluja! Praxisbeispiel

PUBLIC SCREENING-ANGEBOT ZUR Fußball EM 2012

Dieses Praxisbeispiel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied, Kirchenamt der EKD in Hannover
PUBLIC SCREENING (public viewing) - Kirchengemeinden zeigen Spiele der Fußball EM 2012.
 

Verweise zu anderen Artikeln

Fußball Modell

Fußball-WM/EM der Frauen oder der Herren

Dieses Modell ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von 2 Geistreich-Mitgliedern
Ideen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Schule und Konfirmandenarbeit
 
Ball Artikel

Sport und Kirche

Dieser Artikel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
von einem Geistreich-Mitglied
Sport und Kirche
 

Materialien

  •  
  • Pdf Abschlussbericht ein Geistreich-Mitglied
  • Pdf Die Hoffnung ist rund ein Geistreich-Mitglied

Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen

Ball Artikel

Sport und Kirche

Dieser Artikel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
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Fußball-WM/EM der Frauen oder der Herren

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