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Public viewing in Kirchengemeinden
GliederungSITUATION / KONTEXTKirche erreicht oft nicht die Menschen in sozialen Brennpunkten. Sie erreicht teilweise auch nicht die Sportbegeisterten. IDEEPublic viewing bietet die Möglichkeit, Menschen, die der Gemeinde nicht nahe stehen, und Menschen, die sportbegeistert sind, zu erreichen. Public viewing kann in jeder Kirchengemeinde der Evangelischen Kirche in Deutschland umgesetzt werden. Sowohl in einer ländlichen Region, als auch in den Städten können rund um das „Fußballfest“ Veranstaltungen erdacht werden. Public viewing richtet sich an jung und alt, Fußball-und Kulturbegeisterte. „Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen sind gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse von Belang – der DFB hat etwa 12 mal mehr Mitglieder als die größte deutsche Partei, der DOSB organisiert so viele Menschen, wie jeweils die beiden großen Denominationen. Diese Zahlen wären schon Grund genug, sich als Kirche mit Fußball und verstärkt mit dem Sport zu befassen. Da es innerhalb der Kirche vermutliche genauso viele Fußball-Begeisterte als außerhalb gibt, Fußball aber seit den 80er Jahren in bildungsbürgerlichen und also auch in kirchlichen Schichten immer selbstverständlicher wurde, gab es in der Kirche ganz überwiegend sehr viel positive Resonanz auf die WM-Aktivitäten. Bis auf wenige Lobbyisten war die Meinung fast einhellig: Es ist schön, dass die Kirche dieses weltliche Ereignis so ernst nimmt und es professionell begleitet.“ (Hans Georg-Ulrichs, WM-Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der WM 2006.) Public viewing wird seit 2012 Public Screening genannt. GRÜNDE & HERAUSFORDERUNGEN„Wie kommt die Kirche auf »die Straße« und die Straße in die Kirche? Das ist eine zentrale Frage kirchlicher Seelsorgearbeit. Es ist auch eine zentrale theologische Frage. Man könnte auch sagen: Wie verhält sich das Heilige zum Profanen? Wie stehen Gott und Welt zueinander?“ (Sieghard Wilm, Publik-Forum, Ausgabe 16, 2006) WIRKUNG / ERFAHRUNG
(Sieghard Wilm, Publik-Forum, Ausgabe 16, 2006) Anmeldung und VorbereitungDie Anmeldung zum public viewing erfolgt auf der Internetseite der EKD. Die EKD übernimmt für alle evangelischen Kirchengemeinden die Gebühren an die FIFA. Allerdings müssen die Voraussetzungen fürs public viewing selbst geschaffen werden (Beamer, Großleinwand etc.). Zur Vorbereitung sind Prominente als Schirmherren zu organisieren und Sponsoren, z.B. die Stadt, und Kooperationspartner, z.B. das WM-Fanoffice, zu finden. Eine Pressekonferenz oder Pressemeldung kann organisiert werden (ca. 1 Monat vor Beginn). Ein griffiger Projektname ist zu finden (wie beispielsweise bei der St. Pauli-Kirche: „Balleluja!“).
DurchführungDas public viewing kann dem Wetter entsprechend in Gemeinderäumen, in der Kirche selbst oder im Freien stattfinden. Verschiedene Veranstaltungen können rund um das public viewing organisiert werden, zum Beispiel Tipkickspiele, Torwandschießen und Kickern. Man kann die Veranstaltungen nutzen, um über die Teilnehmenden Länder und das Gastgeberland zu informieren. Beispiel: Fair gehandelte Fußbälle können das Thema Kinderarbeit in der dritten Welt aufgreifen. Zudem können Kurzfilme von Jugendlichen gemacht und rund um das public viewing gezeigt werden. Jugendbands können die Veranstaltungen zu einem Konzert erweitern. Erwachsene Volontäre sollten diese Projekte unterstützen. Gleichzeitig kann man mit den Schirmherren und Sponsoren gemeinsame Veranstaltungen in die Wege leiten. Bei solchen gemeinsamen Veranstaltungen wird die Resonanz in den Medien automatisch folgen. Mögliche gewalttätige Ausschreitungen sollten verhindert werden, indem Jugendliche vor Ort zu Streitschlichtern ausgebildet werden. LinksIMPULSWie also verhalten sich Welt und Gott, das Profane und das Heilige, zueinander? Das ist die zentrale Frage. Das Heilige ist das ganz Andere, das von der Theologie zwar umschrieben, aber nicht wirklich auf den Begriff gebracht werden kann. Das Heilige ist die menschliche Grunderfahrung jeder Religion. Eine Erfahrung, die außerhalb des Alltäglichen steht. Religionsgeschichtlich früh sind heilige Orte besonders hervorgehoben worden: abgetrennt, gereinigt, nur unter bestimmten Auflagen zugänglich, etwa durch Darbringung eines Opfers. Das »Fanum«, der heilige Ort, wurde zum Sonderbereich, abgehoben gegenüber dem »Profanum«. Theologisch hat das Christentum mit der räumlichen Trennung zwischen Heilig und Profan gebrochen. Gott ist da, wo man ihn einlässt. Was heilig genannt werden kann, lässt sich also nicht so sehr örtlich oder zeitlich festschreiben, sondern: Das Heilige ereignet sich, es zeigt seine Qualität nicht in einer Sonderwelt, sondern mitten im Leben, so dass von einem eigentlich Profanen gar nicht mehr gesprochen werden kann. Die Frage nach dem rechten, Gott angemessenen Ort der Anbetung spielte im frühen Christentum zunächst keine Rolle. Freilich hat sich in späteren Jahrhunderten durch die Entwicklung des Sakralbaus die religionsgeschichtlich alte Trennung von Heilig und Profan wieder durchgesetzt. Gott in allem finden – das ist demgegenüber die Logik der Gleichnisse im Neuen Testament. Alles Alltägliche wird zum Hinweis auf das »ganz Andere«, wird zum Symbol des Heiligen. »Gott wurde Mensch«, das ist der Kern der christlichen Weihnachtsbotschaft. Dieser inkarnatorische Ansatz der christlichen Lehre trennt nicht mehr Hohes und Tiefes, Heiliges und Profanes, Göttliches und Menschliches. In jedem Abendmahl wird das deutlich: Etwas ganz Einfaches und Irdisches wird zum Begegnungsgeschehen mit Gott. Heiliges und Profanes ersetzen einander nicht. Sie sind vielmehr »unvermischt« und »ungetrennt« aufeinander bezogen. Gemeinden können noch mutiger werden, sich der Straße zu öffnen – und sie werden das Heilige nicht verlieren, sondern gewinnen. (Sieghard Wilm, Publik-Forum, Ausgabe 16, 2006) Praxisbeispiele
Verweise zu anderen Artikeln
Materialien
Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen
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HilfeBei Fragen und Anregungen können Sie die geistreich Hotline der EKD anrufen (0511 27 96 208) oder sich per E-Mail an uns wenden (info@geistreich.de). |



