Bachs Johannespassion als modernes Musik-Tanz-Theater

Autor/innen
2 Geistreich-Mitglieder
Erstellt am: 13.01.2012
Letzte größere Änderung: 04.05.2015
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Passionszeit, Film, Theater und Tanz, Musik
Gemeinden/Institutionen
Ev. Kreuzkirchengemeinde Bonn in Bonn
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: 4 Monate
Durchführung: zwei Stunden
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Kurzbeschreibung

Die Johannespassion wird zu einem mutimedialen Ereignis, bei dem Tanz, Lichttechnik und Theater die Musik interpretieren.

Situation / Kontext

In unseren Tagen gehört die Johannespassion von Johann Sebastian Bach mit zu den am meisten aufgeführten musikalischen Werken überhaupt. Gleichzeitig können immer weniger Menschen mit den barocken Texten und religiösen Inhalten etwas anfangen. Die Aufführungen werden weitgehend zu rein ästhetischen Erlebnissen.

Ziele

Mit dieser Inszenierung soll eine Brücke geschlagen werden. Eine Brücke, die aus dem Jahr 100 n. Chr., der Entstehungszeit des Johannes-Evangeliums, bis zu Johann Sebastian Bach reicht, dem genialen Schöpfer dieser Musik, und von dort bis in unsere heutige Zeit, zu uns heutigen Menschen, unseren Gedanken, unserem religiösen Bewusstsein in einer modernen Welt des Fortschritts, aber auch der politischen und ökologischen Weltkrisen.
Tanz, Film und Theater sollen die Musik und die Handlungen nicht einfach nur "nachspielen" und "verstärken", sie sollen sie interpretieren, erweitern, neue Gedankenebenen schaffen, die Auseinandersetzung und neues Nachdenken über Bekanntes provozieren.

Reflexion / Hintergrund

Tanz, Film und Theater sollen die Musik und die Handlungen nicht einfach nur "nachspielen" und "verstärken", sie sollen sie interpretieren, erweitern, neue Gedankenebenen schaffen, die Auseinandersetzung und neues Nachdenken über Bekanntes provozieren.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Zu dem üblichen hohen Aufwand der musikalischen Proben (Chor und Solisten (incl. Evangelist) singen komplett auswendig) kommen die Absprachen mi der Tanzgruppe, deren Proben und die Gestaltung des Bühnenbildes (incl. der medialen Mittel).

Durchführung

Eine große Geschichte und eine große Musik werden in einer ungewöhnlichen Form dargeboten. Die ergreifende Erzählung von Jesu Gefangennahme, Verhör, Leiden und Tod nach den Worten des Evangelisten Johannes in der unsterblichen Vertonung Johann Sebastian Bachs wird  als multimediales Musiktheater aufgeführt.

    

Eine szenische Umsetzung bietet naturgemäß die Chance einer Erweiterung, die über das übliche Hörerlebnis hinausgehen kann. Die Charaktere der handelnden Personen, nicht nur des Jesus, sondern auch der bedeutsamen Figuren des geliebten Petrus, des Verräters Judas und besonders der des verunsicherten Pontius Pilatus gewinnen in der musiktheatralischen Darbietung zusätzliche Dimension. Chor, Tänzer und Statisten akzentuieren durch Gestik und Bewegung dramatische und lyrische Momente des Geschehens. 

Nicht zuletzt spielt der eindrucksvolle Sakralraum der Kreuzkirche eine gewichtige Rolle als Mitakteur des Geschehens. Eine Art Rundbühne nimmt teilweise das Hauptschiff ein und wird von den Besuchern umringt. Innerhalb dieser unkonventionellen Bühnenanordnung wird das Orchester im Wortsinn eines "dramma per musica" das Zentrum bilden. Mit professioneller Bühnen-Bild-Technik und differenzierter Ausleuchtung bis hin zu filmischen Projektionen soll so das Erscheinungsbild des Raumes und der Spannungsverlauf der Handlung in geeigneter Weise unterstrichen werden.

Szenische Realisierungen bedeutender Sakralmusik sind in der Kreuzkirche kein Novum. So fanden bereits neben Buxtehudes "Jüngstes Gericht" und Händels "Jephta" fünf Aufführungen der Bach'schen Matthäuspassion als "geistliche Oper" große Resonanz. An diese "Tradition" wollen wir anknüpfen.

Bei einem derartigen, frei produzierten Großunternehmen steht das gemeinschaftliche Erfinden und Gestalten im Vordergrund. Dafür braucht es aber neben dem Knowhow zahlreicher künstlerischer Mitarbeiter einen enormen Kraftaufwand und eine außerordentliche Einsatzbereitschaft zahlreicher Mitstreiter, um ein Gesamterlebnis kreieren zu können, das dann weit über die Bonner Kreuzkirchengemeinde hinaus wirken kann.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Ein vielfältiges Rahmenprogramm bot allen Interessierten unterschiedliche Bildungsmöglichkeiten:

  • wissenschaftliche Vorträge (Themenbereiche: "Religionen heute", "Gesellschaft und Gewissen", "Musikwissenschaft", "Theologie", "Judentum", "Musik von J.S. Bach: Analyse und Bedeutung")
  • Einführungsveranstaltungen zu Musik und Regie
  • Theateraufführungen zum Thema "Pilatus und sein Gewissen"
  • Podiumsdiskussionen
  • Predigtreihen in musikalisch gestalteten Gottesdiensten der Bonner Kreuzkirche

   

Links

http://www.johannespassion2011.de

Wirkung / Erfahrung

Tosenden Applaus erntete die Inszenierung vom Publikum, in dem sich alle Altersklassen wiederfanden.
ein kleiner Ausschnitt auf youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=NePOYmwM244

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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    • Partitur
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