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Qualitätsentwicklung in Kindergärten der Kirche in Oldenburg
Situation / KontextIn der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg werden in 110 Kindertageseinrichtungen ca. 10.000 Kinder von 1.250 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Die Kindergärten die sich überwiegend in Trägerschaft von Kirchengemeinden und zum Teil Diakonischen Werken befinden, sind über das gesamte Gebiet der Oldenburgischen Kirche verteilt. Sie befinden sich in sozialen Brennpunkten, gutsituierten Bereichen wie auch im ländlichen oder innerstädtischen Raum. ZieleDas oldenburgische Qualitätsmanagementsystem dient der Reflexion und Weiterentwicklung der Arbeit in den evangelischen Kindertagesstätten zum Wohl der Kinder und ihrer Familien. Reflexion / HintergrundIn den zuständigen Gesetzen (SGB VIII, Nds KitaG) und den Bildungsplänen für Kindertagesstätten ist die Qualitätsentwicklung fest verankert. Die Anforderungen an die Arbeit in den Kindertagesstätten sind in den letzten Jahren durch gesellschaftliche und familiäre Veränderungen deutlich gestiegen. Das Qualitätsmanagementsystem gibt einen sehr praxisorientierten Handlungsrahmen für die einzelnen Einrichtungen, um diesen komplexen Anforderungen gerecht werden zu können und zukunftsorientiert ausgerichtet zu sein. Zur evangelischen Kindergartenarbeit gehört neben dem allgemeinpädagogischen Auftrag wie Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern selbstverständlich auch der Aspekt der religiösen Bildung. Die religiöse Bildung und das christliche Miteinander ist ausgerichtet an einer am Evangelium orientierten Grundhaltung und fließt als integrierter Bestandteil in den Kindergartenalltag ein.
UmsetzungAllgemeine Hinweise zur Umsetzung--- VorbereitungZunächst wurde unter Beteiligung einer Beratungsfirma ein Konzept zur Qualitätsentwicklung in den Kindergärten der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg erarbeitet. Auf einer Informationsveranstaltung, zu der Mitarbeiter/innen und Trägervertreter/innen aus allen Kindergärten eingeladen waren, wurde dieses oldenburgische Konzept vorgestellt. Zehn Einrichtungen erklärten ihr Interesse und verpflichten sich per Vertrag zur Einhaltung der Bedingungen:
So konnte es losgehen mit der gemeinsamen Erarbeitung des ersten Oldenburger Qualitätshandbuches.
Durchführung10 Kindertagesstätten unserer Kirche haben sich auf den Qualitätsentwicklungspfad begeben. Die Leiterin, jeweils eine „Qualitätsbeauftragte“ und ein Trägervertreter/in pro Einrichtung trafen sich regelmäßig zu ganztägigen Workshops, um alle für den Kindergartenbereich relevanten Themen in einem Handbuch festzuschreiben. Die Schwerpunkte des Handbuches sind verankert als
Die pädagogischen Prozesse bilden das „Herzstück“ der Qualitätsentwicklung. Dort werden die inhaltlichen Prozesse einer Kindertagesstätte beschrieben und bewertet, wie z. B. Entwicklungsbegleitung, Bildung, Religionspädagogik, Zusammenarbeit mit den Eltern. Die internen Prozesse setzen sich auseinander mit der Zusammenarbeit im Team, der Leitungs- und Trägerverantwortung. Bei den externen Prozessen geht es in erster Linie um Kooperation mit anderen Partnern, um die Öffentlichkeitsarbeit und um die Zukunftssicherung. Die Erarbeitung des Handbuches ist eine hohe Anforderung an alle Beteiligten. Die festgelegten Standards müssen sowohl in der Brennpunktkindertagesstätte als auch im eingruppigen Kindergarten in ländlicher Region Bestand haben. Die Fertigstellung des Handbuches wird mit einem Festakt begangen. Danach beginnt die eigentliche Arbeit in den Einrichtungen. Nach einer thematischen Einführung in das Handbuch haben die Mitarbeiterinnen und die Mitarbeiter den Auftrag, sich anhand beschriebener Kriterien selbst zu bewerten. Diese Selbstbewertung geschieht in Einzelarbeit, in Kleinteams oder in Gruppen und ruft jede Menge inhaltlicher Diskussionen hervor. „Warum bewertest Du unsere Arbeit so?; Machen wir das wirklich?" Diese Diskussionen bewirken bereits einen Prozess der Veränderung. Das gemeinsame Hinsehen und Bewerten macht aufmerksam auf Stärken, Schwächen und Veränderungspotentiale.
Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)Anhand der Selbstbewertung können Stärken aber auch Schwächen konkretisiert werden. Daraus ergeben sich Entwicklungsvorhaben. Diese Entwicklungsvorhaben werden konkret geplant, Ziele werden festgelegt und Verantwortlichkeiten vereinbart, die Durchführung und Umsetzung wird reflektiert und ausgewertet. Nach Abschluss der Entwicklungsvorhaben wird eine weitere Selbstbewertung durchgeführt. Nach einem insgesamt ca. 3-jährigen Prozess, der die Erarbeitung des Qualitätshandbuches, die Durchführung, Dokumentation und Reflektion von drei Entwicklungsvorhaben beinhaltet sowie die Gesamtdokumentation der erreichten Standards aus dem Qualitätshandbuch, kann das Qualitätssiegel der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg beantragt werden. Vor der Vergabe dieses Qualitätssiegels findet ein Audit in der Einrichtung statt. Alle in der Selbstbewertung vergebenen Punkte werden anhand von detaillierten Dokumentationen vor Ort überprüft, dabei spielt das Erreichen festgelegter Vorgaben eine entscheidende Rolle. Nach dem durchgeführten Audit, mit der Überprüfung all dieser Vorgaben, findet die feierliche Überreichung des Oldenburger Qualitätssiegels statt.
Wirkung / ErfahrungInzwischen sind rund 30 % der Oldenburger Einrichtungen in den Prozess der Qualitätsentwicklung involviert, die Veränderungen in der gesamten Kindergartenlandschaft sind positiv präsent. Durch die regelmäßig stattfindenden Qualitätszirkel, die inhaltlich an den aktuellen Bedürfnissen der Teilnehmenden ausgerichtet sind, wird die Arbeit nach Abschluss der intensiven Qualitätsentwicklungsprozesses weiterhin begleitet und weiterentwickelt.
Originalton von Erzieherinnen und Erziehern im Qualitätsentwicklungsprozess:
Mit dem Qualitäts-Siegel für Kindergärten der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg sind die Kindertagesstätten gleichzeitig in der Lage, das Ev. Gütesiegel BETA (Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V.) verliehen zu bekommen bzw. sich bei Bedarf von einer externen Zertifizierungsgesellschaft zertifizieren zu lassen. MaterialienKeine vorliegend Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen
Aufgegriffen und weiterentwickelt--- |
HilfeBei Fragen und Anregungen können Sie die geistreich Hotline der EKD anrufen (0511 27 96 208) oder sich per E-Mail an uns wenden (info@geistreich.de). |

