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Kindertagesbetreuung in kirchlich-kommunaler Kooperation

Kindertagesbetreuung

Kurzbeschreibung

Gute Kindertagesbetreuung ist wichtig für Familien, für Unternehmen und für die wirtschaftliche Attraktivität einer Region. Das Projekt "Kindertagesbetreuung in kirchlich-kommunaler Kooperation" (KiTa3K) geht einen innovativen, unbürokratischen Weg, auf dem Gemeinden neue Türen geöffnet werden.

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
erstellt am: 03. Februar, 12:06 Uhr
aktualisiert am: 08. Februar, 09:11 Uhr
Gemeinde/Institution
EKHN - Agentur KiTa3K - in Dautphetal
Informationen
Vorbereitung: Ca. 6 - 8 Monate
Durchführung: Ein auf Dauer angelegtes Projekt
Zielgruppen:
Kinder, Familien, Eltern
Mitarbeitende:
Teilzeitbeschäftige
Stichworte:
Kinder, Familien, Eltern, Kassel 2009
Meinungen

Situation / Kontext

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Ziele

Regional und betriebsnah organisierte Kindertagesbetreuung mit maßgeblichem kirchlichem Einfluss.

Reflexion / Hintergrund

In fünf Kommunen im Westteil des Landkreises Marburg-Biedenkopf werden zurzeit ca. 1500 Kinder in 24 Einrichtungen mit 62 Gruppen betreut.

 

Sowohl in diesen Kommunen als auch in Kirchengemeinden der Dekanate Gladenbach und Biedenkopf der EKHN bestand der Wunsch nach stärkerer Zusammenarbeit in der Kindertagesbetreuung. Man sah, dass die steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an die vorschulischen Bildungseinrichtungen oft nur schwer von den einzelnen Trägern erfüllt werden können. Der Entwicklungsplan zur Kindertagesbetreuung der Gemeinde Dautphetal sowie das kirchliche Projekt „FamilienLeben“ haben Ansätze geliefert, sich in einer informellen und kirchlich/kommunal gemischten Runde zusammenzusetzen. Eine solche Runde ist bereits eine Besonderheit weit über den regionalen Bereich hinaus.

 

Einige Grundgedanken, die zu dieser Gesprächsrunde geführt haben:

 

  • Eltern, Schulen und die Wirtschaft haben erhöhte Erwartungen an die Einrichtungen
  • Ein profiliertes vorschulisches Bildungsangebot ist ein  wirtschaftliches Standortargument, weil hierdurch Fachleute gehalten oder gewonnen werden
  • Nicht alle (kleinen) Einrichtungen können alles anbieten, ein Verbund ist leistungsfähiger und flexibler
  • Nicht jeder Träger, nicht jede Einrichtung ist in der Lage, ständig die geforderten neuen Ideen und Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.
  • Der hohe Basisanteil an Wissen, Engagement und Organisation, den auch  jeder kleine Träger, auch  jede kleine Kommune aufbringen muss, macht Kooperationsgedanken interessant.

 

Die für alle Beteiligten entscheidende Frage lautete:

 

Wie kann eine Lösung aussehen, bei der die Identität der einzelnen Träger und Einrichtungen gewahrt wird, gleichzeitig Synergieeffekte entstehen und bei der sich kein zusätzlicher bürokratischer Apparat entwickelt?

Umsetzung

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Die Idee eines Projektes „Kindertagesbetreuung in kommunaler/kirchlicher Kooperation (KiTa 3K)“

 

Das Projekt verfolgt folgende Ziele:

 

  1. Zwischen Kirche und Kommunen wird ein auf 5 Jahre befristetes Projekt realisiert. Es soll den aus dem gesellschaftlich geforderten Zuwachs bei Qualität und Quantität der Kindertagesbetreuung entstehenden Mehraufwand der Trägerverwaltungen gemeinsam und wirtschaftlich effektiv organisieren und gestalten.

  2. Der Ansatz des Projektes ist ein regionaler und überkonfessioneller, um allen interessierten Trägern, Institutionen und Unternehmen die Mitwirkung zu ermöglichen und über die Kindertagesbetreuung hinausgehende Synergieeffekte (z. B. Familienhilfe) zu erzielen. Der hohe Bevölkerungsanteil an Migranten ist ein wichtiger Faktor der Arbeit.

  3. Einzelziele sind die Unterstützung und Entlastung der Träger bei nachfolgenden Aufgaben:
    • Bürokratische Pflichten der Träger und Kommune,
    • Fortschreibung und Qualifizierung der vorgeschriebenen Bedarfsplanung,
    • Begleitung bei der Umsetzung des Hessischen Bildungsplanes, Projektentwicklung (z. B. Haus der kleinen Forscher)
    • Aufbau von Angeboten für und mit örtlichen Firmen (betriebsnahe Kindertagesbetreuung),
    • Wirtschaftlich und pädagogisch attraktive Ausweitung der Fortbildung,
    • Hilfe bei der Konzeptionsentwicklung,
    • Abstimmung von Verwaltungsverfahre
  4. Für Kommunen ohne eigene Einrichtungen ist eine fast vollständige Übernahme (beschluss- oder unterschriftsreife Vorbereitung) der Steuerungsaufgabe, vergleichbar der Tätigkeit eines Ingenieurbüros im Baubereich, möglich.

  5. Die Organisationsform des Projektes ist die der „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft“, die niederschwelliger ist als etwa eine Zweckverbandskonstruktion und damit vieles ermöglicht, aber die Beteiligten wenig einschränkt.

  6. Die Finanzierung des Projektes erfolgt wesentlich durch
    • das Land Hessen (Modellprojekt)
    • Zuschüsse der EKHN, vorwiegend  in Form von Personalgestellung
    • Umlagen der Kommunen

Durchführung

Am  01. August 2008 hat die „Agentur KiTa3K“ als  gemeinsames Fachbüro der beteiligten kirchlichen und kommunalen Institutionen ihre Arbeit aufgenommen.

Die Interessen der beteiligten Organisationen werden durch einen Arbeitsausschuss wahrgenommen, die Tätigkeit der Agentur wird durch eine Lenkungsgruppe begleitet.

Personell ist die Agentur  von kommunaler Seite mit einem Diplomverwaltungswirt (vorher u.a. zuständig für die Kindertageseinrichtungen seiner Kommune) und zwei 400 € Kräften, sowie von kirchlicher Seite mit einer Diplompädagogin  (vorher als Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen der EKHN tätig), besetzt. Eine der beiden 400 € Kräfte ist türkischer Herkunft, womit dem hohen Anteil von Kindern aus Migrantenfamilien und der Integrationsproblematik in der Region Rechnung getragen wird und der diesbezüglichen Arbeit der Agentur sehr stark zu gute kommt.

Aus dem Aufgabenkatalog, der der Agentur vorgeben worden ist, haben sich momentan die Fortentwicklung gesetzlich vorgeschriebener Bedarfspläne und die Begleitung von Neubaumaßnahmen für die Betreuung unterdreijähriger Kinder  als Schwerpunkte entwickelt.

Daneben wird unter anderem an Methoden zur Qualitätsverbesserung und Leistungsbeurteilung gearbeitet, eine Förderfibel der Finanzierungsmöglichkeiten erstellt, an einem Konzept zur Stärkung der Tagespflege gefeilt, das Gespräch mit den Unternehmen zum Thema „betriebsnahe Kindertagesbetreuung“ gesucht, die Umsetzung des Hessischen Bildung- und Erziehungsplanes betrieben, an Personauswahlverfahren mitgewirkt, an der Abstimmung der Angebots- und Gebührenstrukturen  gewerkt oder in vielen Einzelfällen Eltern bei der Suche nach einer geeigneten Betreuungsmöglichkeit ihrer Kinder geholfen.

Die Webseite www.kita3k.de wird rege nachgefragt und der innovative Ansatz des Projektes haben Interesse bei Zeitungen und Hörfunk gefunden.

Für eine Bilanz ist es zu früh, unumstritten klar ist aber, dass die kirchlichen Einrichtungen und Träger, entgegen einzelner Befürchtungen, an Profil und Professionalität gewonnen haben.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Positive Rückmeldungen von Tageseinrichtungen und Trägern, nachhaltige Unterstützung des Landes, Zurückhaltung bei den Kommunen.

Wirkung / Erfahrung

Die MitarbeiterInnen sollten nur für das Projekt arbeiten, da eine Aufteilung der Arbeitszeit auf verschiedene Arbeitsgebiete oder verschieden Arbeitgeber problematisch ist.

Materialien

Keine vorliegend

Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen

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