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Ökumenischer Frauenkreuzweg

Ökumenischer Frauenkreuzweg

Kurzbeschreibung

Die Stationen des Kreuzwegs werden in Verbindung gebracht mit Leiderfahrungen von Frauen heute.

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
erstellt am: 15. Februar, 10:06 Uhr
aktualisiert am: 15. März, 10:19 Uhr
Gemeinde/Institution
Evangelische Frauen in Württemberg
Informationen
Vorbereitung: Erstmalig 6-10 Monate mit ca. 5-6 Treffen und arbeitsteiligen Aufgaben. In den Folgejahren reichen 3-4 Treffen aus, da die Grundform der Veranstaltung bestehen bleibt.
Durchführung: vier Stunden
Zielgruppen:
Frauen
Mitarbeitende:
Pfarrerin, Geistliche Begleiterin, Saxophonkünstlerin
Stichworte:
Kreuzweg, Passion, Frauen, Gender, Gerechtigkeit
Meinungen

Situation / Kontext

Der Ökumenische Frauenkreuzweg entstand aus der Unzufriedenheit vieler Frauen, mit denen wir arbeiten. Sie können sich nicht mehr vorstellen in einen traditionellen Karfreitagsgottesdienst zu gehen, meist weil ihnen die dort häufig verkündigte Sühnopfertheologie aufstößt. Trotzdem gibt es das Bedürfnis den Karfreitag zu begehen und sich mit der Thematik von Leiden und Tod auseinanderzusetzen.

In der Großstadt Stuttgart, beginnend an einem zentralen Ort in der Fußgängerzone, können Frauen aus unterschiedlichen Gemeinden und auch aus dem Umland teilnehmen.

Ziele

Diese Bewegung zeigt sich auch im zunehmenden Interesse an Kreuzwegen. Dieses Interesse kann auch genutzt werden, um auf Frgaen der Gender-Geechtigkeit aufmerksam zu machen.

Reflexion / Hintergrund

Der Ökumenische Frauenkreuzweg versucht die Thematik Kreuz und Tod Jesu in den aktuellen Kontext von Frauen einzubetten. Was sind die Situationen, in denen Leben von Frauen durchkreuzt wird? Themen wie Obdachlosigkeit; Scheidung; Burn-Out; Essstörungen; Migrantinnen; Zwangsprostitution; Berufsfindung von Mädchen u.s.w. werden aufgegriffen und an symbolischen Orten (z.B. Scheidung – vor dem Rathaus/Standesamt; Essstörungen vor der Markthalle; Obdachlosigkeit – vor der Beratungsstelle; Textilarbeiterinnen in Asien vor einer Discounterfiliale. Es gab auch historische Stationen wie z.B. bei einem ‚Stolperstein‘, wo vom Leben und der Vertreibung einer jüdischen Frau erzählt wurde. Diese Themen werden mit Stücken aus der Passionsgeschichte Jesu ‚zusammengehört‘. Dadurch bekommen die biblischen Texte eine unglaubliche ‚Aktualität‘ und umgekehrt bekommen die Themen aus dem heutigen Leben von Frauen einen überindividuellen Horizont. Uns ist wichtig, Karfreitag als ‚unaufgelöstes‘ Datum ernst zu nehmen. Es gibt keine ‚Auflösung‘ der Leidensthematik durch die Rede von Auferstehung, sondern der Fokus liegt darin, das Leiden, schwierige Lebenssituationen gemeinsam auszuhalten und vor Gott zu bringen.

Umsetzung

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Das Projekt wurde in Kooperation mit Katholisches Bildungswerk Stuttgart; Sozialdienst Kath. Frauen der Diözese Rottenburg-Stuttgart und InVia Frauen- und Mädchensozialarbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Vorbereitung

Ordensschwestern beim Frauenkreuzweg. Quelle: Karin LindnerEin halbes Jahr im Voraus sollten die Themen geplant und entsprechende Fachfrauen angefragt werden. Wichtig sind klare Absprachen mit den örtlichen kirchlich Verantwortlichen.

Die Vorbereitung kann zu zweit (ökumenisch) oder auch in einem Team gemacht werden.

Die Stationen suchen wir jedes Jahr neu aus: Welche Themen sind aktuell, erscheinen uns bedenkenswert, wichtig zur Sprache zu bringen? Zu den Stationen suchen wir die ‚passenden’ Texte aus den Passionstexten der synoptischen Evangelien. Spannend ist die Kooperation mit Mitarbeiterinnen aus dem sozialen Bereich, die unter dem Fokus ‚Durchkreuzte Frauenwege’ von Erfahrungen aus ihrer Arbeit berichten.


Werbung machen wir mit einem einfachen Flyer, auf dem Anfangs- und Schluss mit Zeit und Ort angegeben sind. Wichtig ist, dass der Frauenkreuzweg in der örtlichen Zeitung erscheint. Abkündigungen in den Gottesdiensten sind natürlich auch hilfreich!

Durchführung

Saxophonistin. Quelle: Karin LindnderAn jedem Ort wird ein großes lila Tuch in die Mitte gelegt, 6 Steine beschweren die Ecken, ein großes Windlicht mit Kerze und ein aus 2 Stöcken gelegtes Kreuz gestalten die Mitte.

Die gesamte Mitte wird von Teilnehmerinnen zum nächsten Ort getragen und dort wieder hingelegt.

An jeder Station wird ein Stein hinterlassen (siehe Text).

Der Weg zur nächsten Station wird im Schweigen gegangen. Wer reden möchte, geht hinten.

 

Wichtig ist eine gute Lautsprecheranlage.

Die Musik spielt eine wichtige Rolle – sie greift im besten Falle durch geeignete Musikstücke oder Improvisationen die Themen bzw. die Atmosphäre auf. Geeignet – wegen Outdoor – sind Saxophon, Klarinette, Akkordeon. Bedacht werden muss, dass die Instrumente und Notenständer mitgetragen werden müssen.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Als Landesstelle stellen wir Informationen und Beratung für die Durchführung eines Frauenkreuzwegs an anderen Orten bereit:

In 2011 gab es Ökumenische Frauenkreuzwege nach dem Stuttgarter Modell, von denen wir Kenntnis bekommen haben, in Ludwigsburg, Kirchberg/Jagst, Schwäbisch Hall, Tübingen, Bad Boll.

Wirkung / Erfahrung

Der Frauenkreuzweg erreicht über 200 Frauen und einige Männer.

Teils war die Resonanz für uns überraschend groß. Inzwischen ist der Termin für einige am Karfreitag fest eingeplant. Gleichzeitig kommen jedes Jahr auch neue Leute dazu. Dadurch, dass der Ökum. Frauenkreuzweg im öffentlichen Raum stattfindet, wird er von vielen Passanten wahrgenommen (wichtig hier: gut lesbares Schild mit Titel: z.B. Durchkreuzte Frauenwege. Ökumenischer Frauenkreuzweg Stuttgart).

Spannend ist die Kontaktaufnahme mit verschiedenen Frauen aus sozialen Einrichtungen oder Projekten, die an den Stationen sprechen. Dadurch können sich auch über das Jahr Kooperationen ergeben.

Materialien

  •  
  • Pdf Flyer Frauenkreuzweg ein Geistreich-Mitglied
  • Pdf Ablaufplan Ökumenischer Frauenkreuzweg ein Geistreich-Mitglied

Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen

Passions-Lichterkreuz Artikel

Passionszeit neu erfahrbar machen

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Passionszeit ist die älteste Zeit im Kirchenjahr.
 
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Aufgegriffen und weiterentwickelt

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