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Ökumenischer Frauenkreuzweg
Situation / KontextDer Ökumenische Frauenkreuzweg entstand aus der Unzufriedenheit vieler Frauen, mit denen wir arbeiten. Sie können sich nicht mehr vorstellen in einen traditionellen Karfreitagsgottesdienst zu gehen, meist weil ihnen die dort häufig verkündigte Sühnopfertheologie aufstößt. Trotzdem gibt es das Bedürfnis den Karfreitag zu begehen und sich mit der Thematik von Leiden und Tod auseinanderzusetzen. In der Großstadt Stuttgart, beginnend an einem zentralen Ort in der Fußgängerzone, können Frauen aus unterschiedlichen Gemeinden und auch aus dem Umland teilnehmen. ZieleDiese Bewegung zeigt sich auch im zunehmenden Interesse an Kreuzwegen. Dieses Interesse kann auch genutzt werden, um auf Frgaen der Gender-Geechtigkeit aufmerksam zu machen. Reflexion / HintergrundDer Ökumenische Frauenkreuzweg versucht die Thematik Kreuz und Tod Jesu in den aktuellen Kontext von Frauen einzubetten. Was sind die Situationen, in denen Leben von Frauen durchkreuzt wird? Themen wie Obdachlosigkeit; Scheidung; Burn-Out; Essstörungen; Migrantinnen; Zwangsprostitution; Berufsfindung von Mädchen u.s.w. werden aufgegriffen und an symbolischen Orten (z.B. Scheidung – vor dem Rathaus/Standesamt; Essstörungen vor der Markthalle; Obdachlosigkeit – vor der Beratungsstelle; Textilarbeiterinnen in Asien vor einer Discounterfiliale. Es gab auch historische Stationen wie z.B. bei einem ‚Stolperstein‘, wo vom Leben und der Vertreibung einer jüdischen Frau erzählt wurde. Diese Themen werden mit Stücken aus der Passionsgeschichte Jesu ‚zusammengehört‘. Dadurch bekommen die biblischen Texte eine unglaubliche ‚Aktualität‘ und umgekehrt bekommen die Themen aus dem heutigen Leben von Frauen einen überindividuellen Horizont. Uns ist wichtig, Karfreitag als ‚unaufgelöstes‘ Datum ernst zu nehmen. Es gibt keine ‚Auflösung‘ der Leidensthematik durch die Rede von Auferstehung, sondern der Fokus liegt darin, das Leiden, schwierige Lebenssituationen gemeinsam auszuhalten und vor Gott zu bringen. UmsetzungAllgemeine Hinweise zur UmsetzungDas Projekt wurde in Kooperation mit Katholisches Bildungswerk Stuttgart; Sozialdienst Kath. Frauen der Diözese Rottenburg-Stuttgart und InVia Frauen- und Mädchensozialarbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart Vorbereitung
Die Vorbereitung kann zu zweit (ökumenisch) oder auch in einem Team gemacht werden. Die Stationen suchen wir jedes Jahr neu aus: Welche Themen sind aktuell, erscheinen uns bedenkenswert, wichtig zur Sprache zu bringen? Zu den Stationen suchen wir die ‚passenden’ Texte aus den Passionstexten der synoptischen Evangelien. Spannend ist die Kooperation mit Mitarbeiterinnen aus dem sozialen Bereich, die unter dem Fokus ‚Durchkreuzte Frauenwege’ von Erfahrungen aus ihrer Arbeit berichten.
Durchführung
Die gesamte Mitte wird von Teilnehmerinnen zum nächsten Ort getragen und dort wieder hingelegt. An jeder Station wird ein Stein hinterlassen (siehe Text). Der Weg zur nächsten Station wird im Schweigen gegangen. Wer reden möchte, geht hinten.
Wichtig ist eine gute Lautsprecheranlage. Die Musik spielt eine wichtige Rolle – sie greift im besten Falle durch geeignete Musikstücke oder Improvisationen die Themen bzw. die Atmosphäre auf. Geeignet – wegen Outdoor – sind Saxophon, Klarinette, Akkordeon. Bedacht werden muss, dass die Instrumente und Notenständer mitgetragen werden müssen. Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)Als Landesstelle stellen wir Informationen und Beratung für die Durchführung eines Frauenkreuzwegs an anderen Orten bereit: In 2011 gab es Ökumenische Frauenkreuzwege nach dem Stuttgarter Modell, von denen wir Kenntnis bekommen haben, in Ludwigsburg, Kirchberg/Jagst, Schwäbisch Hall, Tübingen, Bad Boll. Wirkung / ErfahrungDer Frauenkreuzweg erreicht über 200 Frauen und einige Männer. Teils war die Resonanz für uns überraschend groß. Inzwischen ist der Termin für einige am Karfreitag fest eingeplant. Gleichzeitig kommen jedes Jahr auch neue Leute dazu. Dadurch, dass der Ökum. Frauenkreuzweg im öffentlichen Raum stattfindet, wird er von vielen Passanten wahrgenommen (wichtig hier: gut lesbares Schild mit Titel: z.B. Durchkreuzte Frauenwege. Ökumenischer Frauenkreuzweg Stuttgart). Spannend ist die Kontaktaufnahme mit verschiedenen Frauen aus sozialen Einrichtungen oder Projekten, die an den Stationen sprechen. Dadurch können sich auch über das Jahr Kooperationen ergeben. Materialien
Erwähnt in den folgenden Artikeln und Praxisbeispielen
Aufgegriffen und weiterentwickelt--- |
HilfeBei Fragen und Anregungen können Sie die geistreich Hotline der EKD anrufen (0511 27 96 208) oder sich per E-Mail an uns wenden (info@geistreich.de). |


