Stärken stärken

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 02.06.2010
Letzte größere Änderung: 15.06.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Musik, Mission
Gemeinden/Institutionen
Ev.-luth. Kirchengemeinde Harpstedt in Colnrade
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Auf Dauer
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2 Stimmen
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Konzertbild

Kurzbeschreibung

Musik und Wort, Kirchenmusik und Predigt bringen die Kirche in die Öffentlichkeit. Teilnehmer am Förderpreis.

Situation / Kontext

Verschiedene Veranstaltungsformate werden geschickt kombiniert.

Teilnehmer am Förderpreis Hannovers. Sie finden eine Liste der beim Förderpreis eingereichten Beiträge unter diesem Link.

Ziele

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Reflexion / Hintergrund

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Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Kommunikationskonzept und –maßnahmen

Unter dem Motto „Stärken stärken“ bringt die Kirchengemeinde Harpstedt seit Jahren „die Kirche in die Öffentlichkeit“ durch Musik und Wort, Kirchenmusik und Predigt in Konzerten und Gottesdiensten. Die Haupt-Zielgruppe ist dabei nach Beschluss des Kirchenvorstandes die mittlere Generation, besonders kirchenentwöhnte Menschen. Die Grundidee ist dabei Veranstaltungs-„Formate“ anzubieten, die für diese Zielgruppe und die Presse interessant sind durch originelle oder prominente Redner oder Künstler, ungewöhnliche Ort, Anlässe, Kooperationspartner oder Mitwirkende. Hauptmedium sind die sechs lokalen Zeitungen, in den denen jeweils jährlich bis zu 150 Artikel, davon 100 Berichte mit Bild – und ca. 40 Seitenaufmacher – über besondere Gottesdienste und Konzerte, Aktionen und Gruppen der Kirchengemeinde erscheinen.

All dies zeigt als positive Auswirkungen die Motivierung und Vermehrung ehrenamtlicher Mitarbeiter (öffentliche Würdigung), Verdopplung der Gemeindegruppen in den letzten 12 Jahren, fast kontinuierliche Anstieg des Gottesdienstbesuches um 21,5 % (2001-07) und eine große Spendenbereitschaft (z.B. über 60.000 Euro im ersten halben Jahr für Kirchen-Stiftung). Gemäß dem Leitwort der Gemeinde „Wir verstehen uns als offene und missionarische Gemeinde“ wird der Dialog und die Kooperationen mit anderen örtlichen Akteuren (vor allem Vereinen und Schulen) gesucht („offen“) und zugleich das jeweils spezifisch christliche („missionarisch“) eingebracht.

Durchführung

I. Musik
Die 6 Musikgruppen und Chöre der Kirchengemeinde (Zahl hat sich auch verdoppelt seit 2002) gestalten Gottesdienste mit und fungieren als Botschafter der Kirchengemeinde (mit Kirchenmusik) bei viele säkularen Konzerten oder anderen Anlässen. Im Zuge der großen Kirchenrenovierung 2002 bis 2006 wurde mit Benefizkonzerten für die 1,5 Millionen benötigen Euro begonnen und die Reihe wird nun mit 10 bis 20 Konzerten und einigen Lesungen fortgesetzt* (3000 Besucher im Jahr).

Die Kirche bietet mit ihrer Akustik, jetzt auch viel Scheinwerferlicht im Altarraum, Steinway-Flügel, Podesten, dem ehrenamtlichen Helferkreis und den technischen Möglichkeiten, optimale Bedingungen für Konzerte. In der stilistisch bunt gemischten Reihe konzertieren örtliche Chöre neben Profimusikern bis hin zu international bekannten Spitzenkünstlern, wobei bewusst „Kirchenmilieus“ überschreitende Konzerte dabei sind. Die Reihe beschert ein bis zwei Vorberichte und einen Nachbericht in bis zu sechs Zeitungen pro Konzert. Die Kreiszeitung schaltet kostenfrei große Anzeigen* zu den Konzerten. Vor Konzertbeginn wird in einer Powerpointpräsentation für nächste Konzerte und besondere Gottesdienste geworben. Mit dem zwei jährlich erscheinenden Flyer „Musik und Wort“ (Auflage 1500 / 3000)* wird für alle Veranstaltungen geworben. Überregional bekommen ihn 190 Interessierte zugeschickt. Der tagesaktuell gepflegte Internetauftritt der Gemeinde (www.Kirche-Harpstedt.de) ist wichtiges Informationsmedium für Konzertagenturen und Konzertbesucher.

In diversen Veranstaltungsdatenbanken und -zeitschriften wird auf die Konzerte (und Lesungen) hingewiesen. 30 Plakatverteiler hängen zu jedem Konzert 100 Plakate auf (größtenteils auf einen wiedererkennbaren Rohling* eingedruckt). Die Reihe bringt durch diese Medien – auch gerade bei der Zielgruppe „mittlere Generation“ in der eigenen Gemeinde – einen enormen Imagegewinn (Stolz auf die Kirchengemeinde, auf die man immer wieder überregional durch die Konzerthinweise angesprochen wird und die einem selbst als Mitglied eines säkularen Chores Auftritte ermöglicht).

Die Reihe ist mit ihren Überschüssen zugleich Fundraising-Maßnahme – anfangs für die Kirchenrenovierung über den 2002 gegründeten Förderverein und seit zwei Jahren für die neue Kirchen-Stiftung. Aus den Erlösen wird auch die kirchengemeindliche Chorleiterstelle, für die es keine Zuweisung gibt, mitfinanziert. Bis heute verkauft der Förderverein Getränke bei den Konzerten zu Gunsten von Projekten rund um die Kirche.

Durch die Erfahrungen mit Großveranstaltungen des Konzert-Teams konnten auch Kirchenkreis-Veranstaltungen professionell durchgeführt werden, so der Benefizvortrag von Prof. Dietrich Grönemeyer zu Gunsten der sozialen Schuldnerberatung am 18. Juli 2005 mit 1000 Besuchern und der Tag des Kirchenkreises mit 250 Gästen (bei zwei Mal 10 Workshops, Abendmahls-Gottesdienst mit der Landesbischöfin und einem Kirchenkreis-Gospelkonzert einschließlich drei Mahlzeiten) am 5. Juli 2008.

 

II.  Gottesdienst
Unter dem Motto „Gemeinde feiert Gottesdienst“ beziehen die Pastoren immer wieder neue Gemeindeglieder in die Gestaltung von Gottesdiensten ein, was die innere und äußere Beteiligung bei eher kirchenentwöhnten Gemeindegliedern deutlich steigert. Es wurden und werden Gottesdienste jeweils gemeinsam vorbereitet und durchgeführt mit Reitern, Handwerkern, Feuerwehrleuten, Hospizhelfern, Motorradfahrern, Sportlern, Schülern und Mitgliedern von nicht kirchengemeindlichen Chören. Gerade diese Kooperationen finden großes publizistisches Echo und führen neue Menschen an die Kirchengemeinde heran.

„Gottesdienste aus Anlass“ werden gerne angeboten und inzwischen auch oft von extern gewünscht: Gottesdienste zum Abschluss eines Bauabschnittes der Kirchenrenovierung, Tag des offenen Denkmals (jährlich), Landesentscheid der Feuerwehren, andere Ortsjubiläen, auch in den Außendörfern. Gottesdienste an bestimmten Orten werden überdurchschnittlich gut besucht; so jährlich der Advents-Krabbelgottesdienst im Stall, wechselnd „im Grünen“ auf einem Bauernhof und im Wohngebiet, wo eine Nachbarschaft den Gottesdienst ausrichtet und der Pastor oft nur noch predigen braucht. Mit Bademeistern wird z.B. ein Gottesdienst im Freibad vorbereitet und durchgeführt, mit Lokal-Politikern vor dem Amtshof.

Im Rahmen der Reihe „Harpstedter Kanzel“ hat die Kirchengemeinde einige Male im Jahr interessante Gastprediger da, die jeweils ihre spezifischen Erfahrungen aus dem anderem Beruf oder kirchlichen Arbeitsfeld mit einbringen: Prädikanten und Lektoren sind Teil dieser Reihe und fühlen sich oft geehrt und öffentlich wahrgenommen mit ihren Gottesdiensten*. Denn auch kirchenleitende oder spezialisierte TheologInnen, wie der Generalsekretär der deutschen Seemannsmission Hero Feenders, der Braunschweiger Oberlandeskircherat Peter Kollmar, der Loccumer Abt und frühere Landesbischof D. Horst Hirschler oder auch Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann sind vertreten. Ein bis zweimal im Jahr kommt – oft mit großem Widerhall in der Presse – ein bekannter Nicht-Theologe, wie etwa der Hamburger Filmregisseur Dr. Boris Penth, der Arzt Prof. Dietrich Grönemeyer, Senatspräsident a.D. Dr. Henning Scherf, Fundraiser Lothar Schulz, TV-Moderator Carlo von Tiedemann oder der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke. Viele kirchenentwöhnte Christen erleben seit Jahren wieder einen ganz normalen Gottesdienst, eben nur mit ungewöhnlichem Predigendem.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

III. Zukunft

Dem Kirchenvorstand ist die nachhaltige Sicherung dieses Konzeptes so wichtig, dass er Pastor Gunnar Schulz-Achelis – zudem gelernter Journalist und Kommunikationswirt – mit seiner Viertelpfarrstelle weiterhin mit dem Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising in der Kirchengemeinde beauftragt hat. Die große Zahl der Zeitungsartikel (siehe allein 605 Artikel im Internetauftritt) hat auch mit seinen vielen fertig angelieferten Berichten und seinem ca. 8000 Bilder umfassenden digitalen Fotoarchiv zu tun.

Geplant ist für das Frühjahr mit viel Eigenleistung ein Bibelgarten zum Thema „Christus“ vor einem Pfarrhaus und rund um die Kirche zu errichten. Der Christusgarten (www.Christus-Garten.de) mit 8 Stationen wendet sich sinnlich und bewusst an die mittlere Generation, zumal sich die Gemeinde aktiv am Jakobspilgerweg beteiligt. Das Projekt hat schon jetzt großes Medienecho gefunden (EZ-Titelseite, Artikel im bundesweiten Magazin „Der Gemeindebrief“, Doppelseite im Harpstedter Spiegel etc.) und er wird – wie auch sonst? – zu Pfingsten mit Gottesdienst (Gastprediger Landessuperintendent Dr. Burghard Krause) und Konzert (mit Uraufführung einer eigens erstellten Komposition zu dem Garten), also Musik und Wort, eingeweiht.

Wirkung / Erfahrung

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Aufgegriffen und weiterentwickelt

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