3. Preis: Lichtobjekt auf dem Wasserturm

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 03.06.2010
Letzte größere Änderung: 03.06.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
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Diakonie und Gesellschaft
Gemeinden/Institutionen
Diakonieverband ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg in Lüneburg
Stichworte
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Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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Ein Licht anzünden für jedes Kind

Kurzbeschreibung

Wichern und sein Adventskranz ist eine Lichtinstallation verbunden mit einer Spendenaktion "Ein Licht anzünden für jedes Kind". 3. Preis im Förderpreis

Situation / Kontext

"Lichtobjekt auf dem Wasserturm – Wichern und sein Adventskranz" ist eine Aktion der Diakonie, die die Öffentlichkeit auf Wichern aufmerksam machte und parallel Spenden einwarb.

Sie finden eine Liste der eingereichten Beiträge des Förderpreises unter diesem Link.

 

Ausgangssituation:

Das Wichernjahr war Anlass, das soziale Engagement und das methodische Vorgehen in der Arbeit Johann Hinrich Wicherns exemplarisch mit seiner Adventskranzidee neu zum Leuchten zu bringen. Seine Erfindung, der Adventskranz, ist als Festbrauch in ganz Deutschland und in zahlreichen europäischen Ländern verbreitet. In der Adventszeit 2008 erstrahlte er als Lichtobjekt auf dem Wasserturm über Lüneburg. Wir freuen uns, dass die Umsetzung der Idee „Wichernadventskranz, Lichtinstallation und Kunstobjekte“ mit den begleitenden Aktionen zur erfolgreichen erinnernden Kulturvergewisserung wurde. Weit über Lüneburg hinaus verkündete der leuchtende Kranz sinnbildlich die Idee Johann Hinrich Wicherns.

Ziele

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Reflexion / Hintergrund

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Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

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Durchführung

Umsetzung und begleitende Aktionen:

Als Sozialreformer hat Wichern die Grundlagen diakonischer Arbeit geschaffen. In der Eingangshalle des Wasserturms wurde sein Leben und Wirken dargestellt. Die Leitsätze seiner Grundüberzeugungen wurden mit Hinweisen auf die diakonischen Einrichtungen in Lüneburg präsentiert. Auf den anderen Etagen des Wasserturms konnte der Festbrauch des Adventskranzes eine interkulturelle Verbindung eingehen. Die Ausstellung „Alle Jahre wieder! Weihnachten international“ wurde am Samstag vor dem 1. Advent mit einem Weihnachtskonzert und der Lesung der Weihnachtsgeschichte durch den Verein Wasserturm e.V. eröffnet. Bis zum Epiphaniastag wurde sie im Wasserturm gezeigt. Interessiert waren die Ausstellungsbesucher auch an Klappkarten und weiteren Informationen zum Leben und Wirken von J. H. Wichern. Deutlich wurde dies auch durch den Verkauf von Broschüren und folgenden Büchern: Über den Adventskranz und seine Geschichte Mut zur Tat (Thomas Ehlert), Johann Hinrich Wichern und die innere Mission (Ulrich Heidenreich), Anwalt der Armen - Missionar der Kirche (Dietrich Sattler). Im Dezember 2008 besuchten 3060 Personen den Wasserturm und die Ausstellung. Unberücksichtig sind bei diesen Zahlen Personen, die an den Veranstaltungen des Wasserturms teilnahmen.

Der Lichtdesigner Wolfgang Graemer plante diese Lichtinstallation. Das Lichtobjekt wurde von der Firma Alutek gebaut. Der monumentale Charakter des Wasserturmplateaus wurde durch die künstlerisch abstrahierten Lichteffekte vom „Tannengrünkranz“ weithin sichtbar. Vom 1. Advent 2008 bis um 1. Januar 2009 setzte der Kranz auf einem der höchsten Gebäude Lüneburgs ein leuchtendes Zeichen für das Licht, das durch die Geburt Christi in die Welt kam. Der Wasserturm als höchstes Stadtgebäude und der Turm der St. Johanniskirche wurden im Licht miteinander verbunden. Zur Adventszeit erleuchtete der Wichernadventskranz die Krone des Wasserturms von 6.00 bis 9.00 Uhr und von 16.00 bis 2.00 Uhr. Der Standort und die Präsentation zeigten exemplarisch das christliche Wertesystem. Das städtebauliche Ensemble setzte den Dialog zwischen der Kirche, der Kunst und der Diakonie fort. Es stellte eine sichtbare Verbindung her zwischen der St. Johanniskirche, dem diakonischen Auftrag des christlichen Glaubens durch den Adventskranz und der Stadt Lüneburg mit ihrem Wasserturm.

Durch die öffentliche Nutzung als Aussichtsturm und als Veranstaltungszentrum für verschiedene kulturelle Aktivitäten hat der Wasserturm eine repräsentative Funktion im Stadtzentrum von Lüneburg. Der Erfolg der Aktion ist Anlass für den Trägerverein, den Wasserturm im kommenden Jahr über die gesamte Adventszeit zu öffnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Besucherinnen und Besucher des Wasserturms im Dezember 2008 um 1016 Personen gestiegen. Das bedeutet, dass ein Drittel mehr Besuchende als im Jahr zuvor kamen! In den Wochen vor Weihnachten wird zukünftig die Illumination der Kirchen und anderer historischer Gebäude in Lüneburg nicht nur ein besonderes Licht auf die städtebaulichen Besonderheiten werfen, sondern mit dem Wichernadventskranz die christliche Bedeutung des Advents leuchten lassen.

Das Lichtobjekt „Wichernadventskranz“ war 2008 ein prägendes Ereignis in den Medien. 34 Artikel der regionalen Zeitungen belegen dies. Die Außenperspektive der Bürger auf das Projekt wurde insbesondere durch unseren Medienpartner, die Landeszeitung Lüneburg, angeregt. Die LZ wies täglich auf die Aktion hin und berichtete bereits im Vorfeld über die Produktion und den Aufbau des Kranzes.

Das Projekt fand überregionale Beachtung. Das Interesse der überregionalen Berichterstat-tung konnten wir über positive persönliche Rückmeldungen wahrnehmen. Mit der Aktion wurde Wissen über Johann Hinrich Wichern regional und überregional vermittelt.

In der Öffentlichkeit Lüneburgs und für Touristinnen und Touristen der Stadt wurde in der Zusammenschau von städtebaulichen Besonderheiten und dem „Lichtprojekt“ die inhaltliche „Botschaft“, das Licht als Zeichen für die Geburt Christi, deutlich. In der Adventszeit bildeten durch das Projekt christlich diakonische Inhalte und die damit verbundenen sozialpolitischen Herausforderungen einen Mittelpunkt. Dies geschah in besonderer Weise durch die mit dem Projekt verbundene Spendenaktion für Kinderhilfsprojekte. Es gab die Möglichkeit der direkten Spende oder der Spende mit einem Anruf. Der Anruf war verbunden mit entsprechenden Lichteffekten und einer Spende von 99 Cent. Mit dem Telefonanruf wurden die Tageskerze und der Kranz zum Leuchten gebracht werden.

Durchgeführt wurde die begleitende Telefonaktion „Ein Licht anzünden für jedes Kind“ zu Gunsten der „Frühen Hilfen für Säuglinge“ des Ma Donna (Fachdienst des Diakonieverbandes) und eines „Straßenkinderprojektes in Tansania“. Für diese Hilfsaktion wurde mit 60.000 Karten geworben. Sie erreichten die Bevölkerung als Beilage in der Landeszeitung, ausgelegt in den Kirchen oder verteilt auf öffentlichen Plätzen.

 

Der Aufbau und die Eröffnung fanden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Die Superintendentin Christine Schmid führte durch die Veranstaltung, an der Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft und den Wohlfahrtsverbänden teilnahmen. Die ehemalige Landesbischöfin Margot Käßmann gab den ersten Impuls zum Erleuchten des Kranzes und entzündete dann mit einem Telefonanruf die erste Kerze. In einer Ansprache stellte sie die Bedeutung dieser besonderen Adventsaktion heraus. Weiterer Höhepunkt war der Abschluss der Veranstaltung. Vom Turm der Johanniskirche aus erklang durch den Turmbläser das Lied „ Macht hoch die Tür“. Mit dem Blick auf die Stadt und die Johanniskirche, Wahrzeichen Lüneburgs, wurden dann im Dialog mit den Gästen die Strophen des Liedes im Wechsel gesungen. Eine Videodokumentation der Eröffnungsveranstaltung war in der Weihnachtszeit 2008 im Internet zu sehen.

Interessierte Menschen konnten den Kranz nach der Eröffnung durch ihre Telefonanrufe erleuchten lassen und damit die Kinderhilfsprojekte unterstützen. Über eine Webcamera konnte im Internet der Effekt des persönlichen Anrufs verfolgt werden. Am 2. Advent leuchteten der Kranz und die Tageskerze durch einen Anruf des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Auch seine Ehefrau und die Frau des Ministerpräsidenten Wulf brachten durch einen Anruf den Kranz zum Leuchten. Im Garten der Superintendentin waren während dieser Telefonate der Ministerpräsident Niedersachsens, der Landtagspräsident, der katholische Bischof von Oldenburg, der Intendant des ZDF, der Bürgermeister der Stadt Lüneburg, der Landrat des Landkreises Lüneburg und zahlreiche Medienvertreter anwesend. In der Johanniskirche wurde anschließend die Sendung „Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“ aufgezeichnet.

Während der Telefonaktion – Ein Licht anzünden für jedes Kind – gingen 3903 Anrufe ein. Davon waren 3013 wirksam, das entspricht einer Wirkungsrate von 75,23 %.

Problematisch bei der Telefonaktion war, dass eine relativ hohe Summe bei den Telefonanbietern blieb. Sie schwanken im Mobilfunknetz. Insgesamt haben die Anbieter von den 5.830,96 €, die die Anrufenden zahlten, 2.811,46 € erhalten. Am weitesten entfernt waren Anrufe aus München, Ulm, Uslar und Frankfurt. 1251 Anrufe kamen aus Lüneburg. Die Direktspenden brachten für die Hilfsprojekte 4.204,10 €. Die beiden Kinderhilfsprojekte konnten mit 7.223,60 € unterstützen werden.

Der Adventskalender des Diakonischen Werkes der Landeskirche Hannover wurde auf der Rückseite mit der Projektbeschreibung versehen. Die Kalender wurden durch das Stadtmarketing, Buchhandlungen, Diakonische Einrichtungen und Kirchengemeinden verkauft.

Die Ausstellung „Alle Jahre wieder, Weihnachten international“ im Obergeschoss des viel besuchten Wasserturms wurde durch von Hauptschülern gebaute Wichernadventskränze ergänzt.

„job.sozial/job.werkstatt“, ein Ausbildungsangebot für Jugendliche der „Neuen Arbeit“, stellte Wichernadventskränze aus Metall her. Die drei Modelle wurden im Rahmen der Ausstellung präsentiert und verkauft. In den folgenden Jahren sind diese Kränze eine gute Möglichkeit, die Idee des Wichernadventskranzes weiter zu verbreiten. In der Ausstellung lagen darüber hinaus Lesezeichen mit den Leitgedanken zum Wirken von Johann Hinrich Wichern aus.

 

Die touristische Außenperspektive

Gerade gegen die Hektik in der Adventszeit sind die Stadtkirchen für Touristen,         Konsumenten und Bürger der Stadt Ruhe- und Andachtspunkte. In allen Stadtkirchen wurde auf die Aktion unter anderem mit dem oben dargestellten Adventskranz aus Metall hingewiesen.

Durch die Ausstellung im Foyer des Wasserturms, die begleitenden Berichte der Medien und durch die Internetpräsentation gab es einen Transfer zwischen Event und Inhalt der Aktion.

Der Adventskranz auf der Krone des Wasserturms war ein weit sichtbarer Hinweis auf die traditionell christlich verstandene Symbolik in Deutschland. Diese weit über die Grenzen Lüneburgs hinaus wahrgenommene Aktion wird auch in den kommenden Jahren zeichenhaft in alle gesellschaftlichen Bereiche hinein wirken. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt und deren Besucher waren neugierig und haben die Gelegenheit genutzt, in der Ausstellung des Wasserturms ihr geschichtliches Wissen über Johann Hinrich Wichern, seine Zeit und die Entwicklung diakonischen Handelns zu erweitern.

Durch die Zusammenarbeit in der Projektgruppe wurde ein inhaltlicher Dialog eröffnet, der fortgeführt und erweitert wird. Trägerverein, Diakonieverband, selbständige diakonische Einrichtungen und der Kirchenkreis Lüneburg, www.viaduk.de, leisteten miteinander erfolgreich die Umsetzung der Projektidee.

 

Die Projektgruppe

Die Projektgruppe bestand aus Rüdiger Hedde, Förderverein Wasserturm; Olaf Ideker-Harr, Kirchenkreis Lüneburg; Ursula Kretschmer, Diakonieverband; Christine Schmid, Superintendentin; Gabriel Siller; Geschäftsführer des Diakonieverbandes; Michael Elsner, Geschäftsführer des Herbergsvereins und der neuen Arbeit als Vertreter der selbständigen diakonischen Einrichtungen.

 

Die Projektverantwortung

Die Projektverantwortung lag beim Diakonieverband, vertreten durch Ursula Kretschmer, stellvertretende Geschäftsführerin Diakonieverband der Ev.-luth. Kirchenkreise Lüneburg und Bleckede – Diakonisches Werk – Heiligengeiststr. 31,
21335 Lüneburg

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

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Aufgegriffen und weiterentwickelt

    Umfeld des Beitrags

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