Gottes-Dienst mal anders: "Dienen"

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 07.05.2012
Letzte größere Änderung: 07.05.2012
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Passionszeit, Alternative Gottesdienste, Themengottesdienste und Reihen
Gemeinden/Institutionen
Predigerseminar Wittenberg in Lutherstadt Wittenberg
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: etwa 1 Monat (für langfristige Überlegungen und Absprachen), intensiv etwa 3 Tage
Durchführung: ca. 2 Stunden, Aufbau und Einspielen + normale Gottesdienstzeit + Abbau
Meinungen
3 Stimmen
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Eingang

Kurzbeschreibung

Am Grundgerüst des agendarischen Gottesdienstes haben wir eine Variation entworfen mit kreativen Elementen zu Begegnung und Gespräch, mit Stationen an der Stelle der Predigt.

Situation / Kontext

Unser Wunsch nach einem alternativen Gottesdienst. Es sollte ein Gottesdienst sein, der Lust macht auch mehr. Neue Entdeckungen sollten möglich sein.

Es war vorher nicht abzuschätzen, wer genau kommt. Außer der Kerngemeinde nahmen eine Konfirmandengruppe und eine Gemeindegruppe, die auf Besuch in Wittenberg waren teil. Wir hatten den Gottesdienst als "anders gestalteten" Gottesdienst mit dem Thema "Dienen" im Gemeindebrief angekündigt. 

Ziele

Die Gemeinde sollten den Gottesdienst neu wahrnehmen und in Auseinandersetzung mit dem Thema einander begegnen undi ins Gespräch kommen. 

Reflexion / Hintergrund

Die positiven Rückmeldungen haben uns motiviert, unsere Idee hier zu dokumentieren.

Aufgrund der Rahmenbedingung: Gottesdienst innerhalb des Predigerseminars war es zunächst eine einmalige Veranstaltung.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Die Vorbereitungsguppe fand sich nach eigenem Interesse zusammen. 

Vorbereitung

Um Enttäuschungen / falschen Erwartungen vorzubeugen, kündigten wir den Gottesdienst im Gemeindebrief rechtzeitig vorher mit einem Kurztext an.

Bei einem ersten Treffen sammelten wir unsere Ideen und Anliegen, die wir für diesen Gottesdienst hatten.

Mit Blick auf die Texte des Sonntags einigten wir uns auf das Thema "Dienen" und wählten das Evangelium als zentralen Text aus.

Für den Ablauf verwendeten wir eine Vorlage eines alternativen Gottesdienstes, den einer der Gruppenmitglieder einbrachte.

Beim zweiten Vorbereitungstreffen (ca. 1 Wo vorher) einigten wir uns auf den konkreten Ablauf des Gottesdienstes.

Zudem verteilten wir die Aufgaben: Musik, Liturgie, Lesung, Stationen.

Die Musikgruppe / kleine Band (Klavier, Gitarre, Bratsche/Geige, Cajon & Gesang) traf sich zur Liedauswahl und zum Üben der selbst erdachten Arrangements. Kriterien dafür waren die gute Mischung aus vertrauteren Gesangbuchliedern und einigen neueren Liedern.

Zwei Liturginnen formulierten die moderierenden Teile und Gebete.

Beim dritten Treffen stimmten wir ab, wer welche Station begleiten wird. Dazu überlegten wir ebenfalls die stimmige Verteilung im Kirchraum.

Durchführung

10 Uhr - gewohnte Gottesdienstzeit der Stadtkirchengemeinde

Der genaue Ablaufplan findet sich unten bei den Materialien.

Wesentlichste Veränderungen:

Liturgie:

"Ehre sei dem Vater" nach dem Psalm und Kyrie ersetzen wir durch das Lied: Ich lobe meinen Gott der aus der Tiefe mich holt.

Die Lieder/Musik:

Wir begannen und endeten mit einem Gemeindelied. Variationen leiteten als Vorspiel das erste Lied ein und das Nachspiel ergab sich aus Variationen des letzten Liedes.

zur Neuinterpretation der Lieder z.B.

EG 184 – Wir glauben Gott im höchsten Thron – auf Samba Rhythmus

EG 320 – Nun lasst uns Gott dem Herren – im 6/8tel Takt

 

Die Lesung:

Wir lasen das Evangelium zweimal. Beim ersten Mal mit verteilten Rollen (Erzähler, Jünger, Jesus). Um auf die Lebendigkeit der Szene hinter dem Text aufmerksam zu machen und zur Auseinandersetzung damit zu provozieren, entschieden wir uns jeweils für eine Stimmungslage/Charakter in der Rolle (Jünger: anbiedernd/"einschleimend" ; Jesus: genervt, autoritär…). Der Charakter sollte dabei zunächst nicht gegensätzlich zur inhaltliche Botschaft sein.

Um nicht zu "verstören" wird die Lesung anschließend noch einmal im ganzen gelesen. Betont aber nicht zu stark interpretiert.

Die Stationen:

Es gab sechs Stationen, damit alle Stationen betreut sein konnten.

Alle Stationen konnten flexibel genutzt werden. In den 20 Minuten konnte die Gemeinde selbst wählen was und wie viele Stationen sie nutzen/teilnehmen wollte.

 

  • Gespräch zum Text – Worte aus dem Text lagen zur Erinnerung geschrieben in der Mitte eines Stuhlkreises. Das Gespräch ergab sich mit Hilfe von Impulsfragen.
  • Bildbetrachtung – Ein Bild zum Thema (Fußwaschung) war zunächst verdeckt. Ein Ausschnitt war zu sehen. Stück für Stück wurde das Bild weiter aufgedeckt. Die Person an dieser Station interpretierte das Bild mit eigenen Worten… / mit Hilfe der Gemeinde.
  • Schreibgespräch – Es waren vier Plakate mit persönlichen Fragen zum Text ausgelegt, sowie Stifte. Im Stillen konnten eigene Gedanken zu den Fragen (anonym) aufgeschrieben werden.
  • Textcollage – Texte zum Thema wurden aneinandergereiht gelesen. Diese Texte könnten auch von einem Tonband abgespielt werden.
  • Gebet/Fürbitten – ein Kreuz aus Kerzen, Stühle, Stifte und Papier luden dazu ein, eigene Fürbitten und Gebete zu formulieren. Es wurde zuvor angekündigt, dass diese Fürbitten im Gottesdienst aufgenommen werden sollten.
  • Salbung/Segnung – Eine Person aus dem Team stand bereit, für Menschen, die für ein persönliches Anliegen beten und gesegnet werden wollten. Zur Salbung wurde ein einfaches Öl verwendet.   

Die Liturginnen führten die Gemeinde durch den Gottesdienst.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Unsere Gruppe wird den GD nicht noch einmal durchführen können. Wir haben ihn im Seminar ausgewertet.

Der eine oder die andere wird ihn vllt. mit anderen Themen an anderen Orten weiter entwickeln.

Reflexion:

Zur Vorbereitung ist eine intensivere Bibelarbeit am ausgewählten Text zu empfehlen. Das hilft der Gruppe bei der Orientierung zu Thema und Gestaltung.

 

Evtl. ist mehr Anleitung an den Stationen hilfreich. Es könnte auch mehr Zeit an den Stationen sein. Manche Stationen sollten so verändert werden, dass sie nicht die ganze Zeit in Anspruch nehmen und so die Chance größer ist für die Gemeinde, mehrere zu besuchen.

An der Stationen "Schreibgespräch" hätte es evtl. keine Person vor Ort gebraucht. Dagegen wäre eine zweite Person bei der Station "Segnung/Salbung" evtl. günstig gewesen. Insgesamt war es jedoch gut, dass an allen Stellen, Personen aus dem Gottesdienstteam ansprechbar waren.

Für Wiederholungen wäre es gut, wenn der GD in ein "Davor und Danach" eingebettet ist, also Begrüßungsteam vorher und Begegnungskaffee hinterher.

Wirkung / Erfahrung

Wir erhielten viele begeisterte Rückmeldungen am Ausgang und von Menschen, die auf uns zukamen um ihre Eindrücke weiter zu sagen.  

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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