Ökumenisches Forum HafenCity

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a geistreich member
Created at: 2012-05-10
Last major update at: 2012-05-10
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Citykirchen und Profilgemeinden
Institutions
Brücke - Ökumenisches Forum HafenCity in Hamburg
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: sechs Jahre
Execution: auf Dauer angelegt
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Ökumenisches Forum HafenCity

Abstract

In der neu entstehenden Hamburger HafenCity entsteht eine neue Form kirchlicher Stadtteilarbeit. Ökumenisch verantwortet werden Bewohner, Beruftstätige und Touristen zu besonderen geistlichen Angeboten im Stadtteil eingeladen.

Situation / context

2002 stellten die Hamburger Kirchen fest:

„Unser Auftrag ist es, als Kirchen in der HafenCity gemeinsam präsent zu sein mit einem erkennbaren Zeichen (Gebäude), durch Gebet und Gottesdienst, durch zeichenhaftes Leben (geistliche Gemeinschaft), im Dialog mit den Menschen vor Ort, im gemeinsamen Lernen, in vielfältigem, konkretem Tun, damit Menschen dem lebendigen Gott begegnen, Jesus Christus nachfolgen und sich in den beteiligten Kirchen verwurzeln.“

Goals

Im Kontext von Innovation, Konsum und Geschäftigkeit sollen die Menschen als Wohnende, Arbeitende oder Touristen einen Hinweis auf eine Dimension des Lebens von Mensch und Natur finden, die sich diesen Kategorien entzieht.

Wir arbeiten für das ‚Gesamtimage der Kirche in der Stadt’ wie es im EKD-Text: Gott in der Stadt über situativ – missionarische Arbeit heißt ( S.59). Und wenn man die Menschenströme etwa am Wochenende oder bei der Landung der Kreuzfahrtschiffe gegenüber der Kapelle sieht, dann ist auch die Arbeit der ‚Brücke’ kirchliche Arbeit  an einem städtischen Transitort.( S.58)

Reflection / background

 Die wichtigste Aufgabe der Kirchen in Europa ist es, gemeinsam das Evangelium durch Wort und Tat für das Heil aller Menschen zu verkündigen. Angesichts vielfältiger Orientierungslosigkeit, der Entfremdung von christlichen Werten, aber auch mannigfacher Suche nach Sinn sind die Christinnen und Christen besonders herausgefordert, ihren Glauben zu bezeugen.........Wichtig ist es, dass das ganze Volk Gottes gemeinsam das Evangelium in die gesellschaftliche Öffentlichkeit hinein vermittelt wie auch durch sozialen Einsatz und die Wahrnehmung von politischer Verantwortung zur Geltung bringt.’(II.2)1

Die gemeinsame Präsenz der Kirchen in diesem  pulsierenden, modernen Stadtteil bietet die Chance, neugierigen und erlebnishungrigen, suchenden und nachdenklichen Menschen neue Zugänge zu ihren Lebensfragen zu eröffnen und Kontakte mit Formen christlichen Lebens anzubieten. Anders als es gelegentlich kolportiert wird, wohnen in der HafenCity nicht nur neureiche Porsche fahrende Yuppies (obwohl es die auch gibt), sondern auch der pensionierte Kapitän, der die Nähe der Elbe sucht, und die junge Familie, die Wert darauf legt, dass der/ die in der HafenCity (viel) arbeitende Vater oder Mutter ihr Kind ins Bett bringen kann, statt in dieser Zeit im Stau auf dem Weg in den Hamburger Vorort zu stehen.

       

General information on realization

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Preparation

' Wir verpflichten uns, auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu handeln, wo die Voraussetzungen dafür gegeben sind und nicht Gründe des Glaubens oder größere Zweckmäßigkeit dem entgegensteh

en.’(II.4)1 - Das haben die Kirchen Europas in der Charta Oecumenica 2001 unterzeichnet. 2002 haben 17 Hamburger Kirchen als Antwort auf die Pläne des Senats, im ehemaligen innerstädtischen Hafengebiet einen zukunftsfähigen Stadtteil zu entwickeln,den Verein 'Brücke -Ökumenisches Forum HafenCity' gegründet.

Brücke heißt das Projekt, weil es eine Brücke sein will und schon ist:

- zu den Menschen, die in der HafenCity leben und arbeiten,

- zu Firmen und Institutionen des Stadtteils,

- zu Flaneuren und Kreuzfahrt-Touristen,

- zu und von den Kirchen und Migrationsgemeinden in der Stadt Hamburg,

- in die Innenstadt und über die Elbe in die Hamburger Stadtteile,

- zu den Themen, die die Menschen bewegen und für Gegenwart und Zukunft

Bedeutung haben.

1    Hg. Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Charta Oecumenica – Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa,, St.Gallen, Genf 2001

       

Realization

Jede kirchliche Präsenz ist in erster Linie personale Präsenz. Deshalb haben die Kirchen von Beginn an nach einer ökumenischen geistlichen Gemeinschaft gesucht, die das Ökumenische Forum in der HafenCity mit gestalten kann. Noch bevor die Suche nach einem geeigneten Grundstück abgeschlossen war, haben die Kirchen den Laurentiuskonvent gewonnen, ab 2008 die „Brücke“ mit Leben zu füllen. Der Konvent bietet regelmäßige Andachten und andere geistliche Angebote an. Zusätzlich schafft er Begegnungsmöglichkeiten.

Schnell wurde deutlich, dass geistliches Leben im Stadtteil - auch schon in der Zeit bis das geplante Haus gebaut ist - neben einer gastfreundlichen Wohnung auch eine Kapelle braucht. Am 5. Dezember 2008 wurde die vorläufige Ökumenische Kapelle in der HafenCity von den Vertreterinnen und Vertretern der Hamburger Kirchen eröffnet.

Es gab bisher viele Möglichkeiten, uns im Stadtteil einzubringen, zusammen mit dem hoch engagierten ökumenisch bunten Vorstand, mit Menschen aus den Mitgliedskirchen der ‚Brücke’ – und immer wieder auch Interessierten an diesem Projekt, die bisher wenig Kontakt zu Kirche hatten, enttäuscht wurden, oder für die ein ökumenisches Projekt endlich eine glaubwürdige Form des christlichen Zeugnisses bietet.

Beim Fest zur Einweihung des neuen Traditionshafens konnten wir eine Abendandacht mitten im Getümmel feiern – mit der evangelischen Hauptkirche St. Katharinen, die direkt an der HafenCity liegt, mit dem katholischen Kleinen Michel und der Seemannsmission – und viele hundert Menschen blieben stehen, hörten unbefangen zu oder sangen und beteten sichtbar mit.

Mehrere Jahre haben wir auf ihre Bitten hin für die Mitarbeitenden des U-Bahn-Baus Barabara-Andachten gefeiert – und große Dankgottesdienste, als die Röhren durchgraben waren.

Am Pfingstsamstag 2011 wurde ein Fest zum offiziellen Brückenschlag vom Jungfernstieg bis in die HafenCity gefeiert. Es sind gerade mal 900m! Aber in den Köpfen ist der neu entstehende Stadtteil viel weiter entfernt, zumal angesichts der vielen - medial tüchtig verstärkten - Vorurteile darüber.

Wir waren eingeladen, an diesem Pfingstsamstag eine Ökumenische Segensfeier zum Brückenschlag zu halten. Wir haben ein kleines sprachliches Pfingstwunder inszeniert - mit VertreterInnen von 9 Konfessionen und Nationen, am Magdeburger Hafen in der HafenCity, mit Anwohnern, Menschen aus den Hamburger Gemeinden, Flaneuren. Und wir haben den pfingstlichen Geist der Charta Oecumenica proklamiert.

 

Wrap up & follow-up actions

Gesellschaftliche Fragen bleiben nicht außen vor. So lädt die „Brücke“ zur Europawoche und zur Ökumenischen Friedensdekade ebenso wie zum Tag der Menschenrechte und zum Kreuzweg für die Rechte der Flüchtlinge – immer in Kooperation mit denen in den Kirchen oder der Stadt, die längst an den Themen dran sind. Wir sind Gründungsmitglied des „Netzwerk Hafen-City“, das sich als Diskussionspartner der HafenCity Hamburg GmbH versteht, die das Stadtquartier entwickelt. Da geht es um Radwege, gesunde Luft und gefördertes Wohnen, aber auch die Klärung von Interessengegensätzen im Stadtteil.

Effect / experience

Die „Brücke“ ist Teil der realen kirchlichen Welt, sie will keine ökumenische Gemeinde sein, sondern verweist die Menschen auf die Kirchen, die sie tragen und auf jene, die es darüber hinaus in Hamburg gibt. So gibt es Veranstaltungen zu wichtigen Terminen im Jahreskalender der beteiligten Kirchen in der ökumenischen Kapelle. Die Methodisten feiern dort den Wesley-Tag, die Baptisten den Martin-Luther-King-Tag, die katholische Gemeinde des Kleinen Michel eine adventliche Rorate-Messe, die Altkatholiken eine altkatholische Lichtvesper – und teilen ihre liturgischen Schätze mit den Anderen. Und wir feiern zusammen: in den täglichen Gebeten oder nun schon seit drei Jahren den ökumenischen Schöpfungstag.

Film zur Eröffnungsfeier:  http://bit.ly/LhSUwx 

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      Das Zusammenspiel von Tourismus und Kirche bietet viele Möglichkeiten.
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