Sanierung der Renaissance-Kirche Stellichte

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ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 14.05.2012
Letzte größere Änderung: 14.05.2012
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
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Verwalten, Bauen, Erhalten
Gemeinden/Institutionen
Ev.-luth. Kirchengemeinde Walsrode in Walsrode
Stichworte
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Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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Sanierung der Renaissance-Kirche Stellichte

Kurzbeschreibung

Die St.-Georg-Christophorus-Jodokus-Kirche konnte mit Fördermitteln aus dem LEADER-Programm umfangreich restauriert werden.

Situation / Kontext

Ende 2001 wurde an der Orgel in der St.-Georg-Christophorus-Jodokus-Kirche Schimmel entdeckt. Als Ursache wurde die Feuchtigkeit in der Kirche vermutet, weshalb diese zuerst behoben werden musste, bevor die Beseitigung des Schimmels an der Orgel durchgeführt werden konnte.

Ziele

Ziel der Sanierung war es, den Feuchtigkeitsgehalt in der Kirche zu veringern, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Reflexion / Hintergrund

In der Kirche war die Luftfeutigkeit zu hoch, teilweise reichet der Wert über 90 Prozent. Als Ursache dafür wurde die Lage der Kirche gesehen, die direkt an der aufgestauten Lehrde liegt und von Teichen umgeben ist. Die Kälte in der Kirche ließ die Feuchtigkeit an den Wänden, Fenstern und Einrichtungen kondensieren; die Folge dieses Prozesses war dann die Schimmelbildung in der Kirche.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Bereits vor einigen Jahren hatte es eine Besichtigung der Kirche durch das Amt für Bau- und Kunstpflege der hannoverschen Landeskirche sowie verschiedene Untersuchungen, wie z. B. eine Langzeit-Klima-Messung, gegeben. Es kam die Idee einer Hüllflächentemperierung der Firma Konrad Fischer aus Franken auf; dieser Vorschlag wurde jahrelang zwischen verschiedenen Akteuren diskutiert, so dass keine konkrete Handlung folgte. Die einzige Aktion, die umgesetzt wurde, war das Fällen von Bäumen neben der Kirche, um durch mehr Sonneneinstrahlung für eine trockenere Kirche zu sorgen.

Vorbereitung

2007 gelang es, die Kirchensanierung als LEADER-Projekt aufnehmen zu lassen. Da die Gefahr drohte, dass die Projektfrist überschritten wird, wurde das Projekt schließlich unter Zeitdruck vorangetrieben. Zur Arbeitsgruppe, die das Projekt realisierten, gehörten: Kirstin Albrecht (eine freie Architektin), Klaus Lünstedt (Leiter des Amts für Bau- und Kunstpflege), Dieter Göritz (Amtsleiter des damaligen Kirchenkreisamtes), zwei Kirchenvorsteher sowie Pastorin Rosl Schäfer. Beteiligt waren auch Kirchenvorsteherin Ute Müller und Kirchenvorsteher Horst Dannenberg.

Durchführung

Das genehmigte Projekt bezog sich nicht nur auf die Hüllflächentemperierung, sondern auch um die Restaurierung der Kiche insgesamt.

Daher wurden folgende Arbeiten durchgeführt:

Innen:

  • Einbau einer Hüllflächentemperierung (Heizdrähte, die innen und außen um die Außenwände unter Putz verlegt wurden)
  • Ersetzen der Sitzkissen durch eine energetisch sehr günstige Sitzkissenheizung
  • Einbau einer Beleuchtung (entworfen von Firma Kreuz und Kreuz aus Stuttgart)
  • Ausbesserungsarbeiten an den Maßwerkfenstern und Anstrich in Originalfarben
  • Innenanstrich in erforschten Originalfarben
  • Ausbesserung einiger Treppen und Geländer im Turm auch in Hinblick auf
  • Sicherheitsbedingungen sowie Einbau einer Beleutung
  • Neue Bronzeglocke

Außen:

  • Austausch defekter Ziegel
  • Aufgraben und Ausbessern des Sockels
  • Geländeanpassung und Regenwasserableitung
  • Ausbesserungen am Traufbereich und am Dach
  • Neudeckung der Grabkammern
  • Neue Regenrinnen und Abwasserleitungen
  • Ausbesserung der Türen und Fenster sowie der Fenster- und Schallöffnungen im Turm
  • neue Blitzschutzanlage
  • Verstärkung des Elektro-Hausanschlusses und Zuleitung
  • Neupflasterung
  • Außenbeleuchtung
  • Bau eines Toilettenhäuschens

Die Kosten für die Umbaumaßnahmen beliefen sich auf ca. 420.000 Euro, wovon 190.000 Euro durch die Landeskirche, 95.000 Euro durch den Kirchenkreis und die Kirchengemeinde Walsrode und 135.000 Euro durch EU-Mittel finanziert wurden.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Das Projekt wurde 2009 umgesetzt.

Durch die Hüllflächentemperierung und die Sitzkissenheizung konnte der Betrieb der alten Bankstrahler auf Tage im Winter mit Minusgraden reduziert werden.

Wirkung / Erfahrung

Nach der Restaurierung kann die Kirche nun auch für mehr Veranstaltungen genutzt werden.

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