Gedenkstätte NS-Zwangsarbeiterlager in Neukölln

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ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 01.06.2012
Letzte größere Änderung: 01.06.2012
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
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Gemeinwesen, Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung
Gemeinden/Institutionen
AG NS-Zwangsarbeit Berliner Evangelischer Kirchengemeinden in Berlin
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Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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Erweiterung der Gedenkstätte der Evangelischen Kirche in Berlin für NS-Zwangsarbeiter des "Friedhoflagers" Bethaniendamm

Kurzbeschreibung

Auf dem Friedhof, auf dem das Zwangsarbeiterlager der Evangelischen Kirche in Berlin stand, wurde eine Gedenkstätte eingerichtet. Dies wurde mit dem Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger" gefördert.

Situation / Kontext

Von 1942 bis zum Kriegsende mussten über 100 aus der besetzten Sowjetunion verschleppte Männer im Zwangsarbeiterlager der Evangelischen Kirchen in Berlin Neukölln unter unmenschlichen Bedingungen leben und auf Berliner Friedhöfen als Totengräber schuften.

Ziele

Das Projekt ist darauf ausgelegt, die Bürgerinnen und Bürger über das Leben der ehemaligen Zwangsarbeiter im Lager der Evangelischen Kirchen in Berlin zu informieren und zu sensibilisieren.

Reflexion / Hintergrund

In der Berliner Kirche blieben die Geschehnisse jahrzehntelang vergessen; im Jahr 2000 wurde die Geschichte dann wieder bekannt und es kam zu Überlegungen, am ehemaligen Lagerstandort eine Gedenkstätte zu errichten.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Um die Erinnerung an das Lager zu wecken, wurde im Archiv recherchiert und Kontakt zu ehemaligen Zwangsarbeitern aufgenommen.

Unter Leitung des Generalsuperintendenten errichteten Berliner Kirchengemeinden, die in der AG NS-Zwangsarbeit Berliner Evangelischer Kirchengemeinden zusammengeschlossen sind, einen Gedenkort.

2002 spendeten sie auf dem Neuköllner Friedhof, wo das Lager gestanden hatte, einen Gedenkstein; seitdem versammeln sich die beteiligten 40 Kirchengemeinden jährlich am Volkstrauertag, um an das begangene Unrecht zu erinnern; diese Gedenkfeier wird mitgestaltet von Schülerinnen und Schülern der Evangelischen Schule Neukölln. 2008 fuhren einige der Schülerinnen und Schüler in die Ukraine zu einem ehemaligen Zwangsarbeiter der Kirche Miljutin; diese Begegnung wird durch einen Film dokumentiert.

Vorbereitung

Im Jahr 2009 wurden von der Europäischen Union Fördergelder bewilligt, um die Gedenkstätte auszubauen. Es handelte sich um die Aktion "Aktive europäische Erinnerung" aus dem Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger".

Durchführung

Dank des Ausbaus der Gedenkstätte stehen den Bürgern nun folgende Angebote zur Verfügung:

  • eine Dauerausstellung in einem Glaspavillon
    • zu Biographien und dem Leiden der jugendlichen Zwangsarbeiter in dem Lager der Kirche
    • Dokumentation der Mittäterschaft der Kirche am System Zwangsarbeit
  • Erstellung einer Wanderausstellung, die immer wieder genutzt wird, um bei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen wie Sommerfesten des Kirchenkreises, Gemeindeabenden oder anderen Anlässen über das Zwangsarbeiterlager zu informieren.
  • ehemaliger Lagerstandort mit Gedenktafel
    • Orientierungsmöglichkeiten bzgl. des Standorts der Baracken anhand eines zeitgenössischen Luftbildes vom April 1944
    • Gebet von Schülern der Evangelischen Schule Neukölln
  • Flyer und Broschüre
    • Informationen über die Gedenkstätte und das Leben der ehemaligen Zwangsarbeiter

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Während der Durchführung des Projekts hat sich eine Gruppe von 20 Ehrenamtlichen gebildet, die auch nach seinem Ende große Teile der Informationsarbeit tragen. Dank ihres Engagements ist es möglich, dass die Ausstellung jede Woche an zwei Nachmittagen geöffnet ist. Außerdem bieten sie nach Vereinbarung Führungen über die Gedenkstätte an.

Wirkung / Erfahrung

Der Ausstellungspavillon wird besucht von verschiedenen Gruppen (z.B. Gemeinde-, Konfirmanden-, Schülergruppen) sowie Anwohnern, Touristen und Interessierten.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

    Umfeld des Beitrags

    • Gedenkstätte NS-Zwangsarbeiterlager in Neukölln
      Gedenken und Erinnern an Ereignisse wie den 9. November oder die Befreiung von Auschwitz.
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