Regionalarbeit - damit die Kirche im Dorf bleibt

Author
a geistreich member
Created at: 2012-06-25
Last major update at: 2012-06-25
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Kirche in der Fläche und Landwirtschaft
Institutions
Ev. Kirche in der Region "nördliches Zeitz" in Döschwitz
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: intensive interne oder externe Gemeindeberatung, gründliche und ehrliche Analyse - ca. 6 Monate bis 1 Jahr
Execution: permanent
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2 votes
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Regionaler Kirchentag in Zeitz Aue-Aylsdorf

Abstract

Damit die Kirche im Dorf bleibt, kirchliches Leben in vielen Bezügen erfahren werden kann, obwohl einzelne Gemeinden schon längst nicht mehr alles anbieten können, setzt die Region "nördliches Zeitz" auf eine intensive regionale Arbeit.

Situation / context

  • 36 Kirchen, 7 Kirchspiele/Kirchengemeindeverbände, 2 selbständige Gemeinden
  • 2 Pfarrstellen, 1,5 Gemeindepädagogenstellen, zahlreiche Ehrenamtliche, einige Lektoren
  • ca. 3000 Gemeindeglieder in rund 60 Orten in einer Fläche von ca. 25 km x 35 km im Gebiet zwischen Naumburg, Weißenfels und Zeitz

Kaum eine der vielen Ortsgemeinden ist in der Lage, ein vielfältiges Angebot kirchlichen Lebens zu machen. Alter, Wegzug junger Menschen, die finanzielle Situation - vieles hat die Kräfte dezimiert, die Anforderungen aber sind nicht weniger geworden.

Goals

Gemeindliches Leben soll in allen Orten, in denen es Kirchengemeinden gibt, erhalten, gestärkt, gefördert werden. In überschaubaren Bereichen soll es eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungsangebote geben - von Gottesdienst über die verschiedenen Gemeindekreise bis Musik, Kirchenkino und anderen Besonderheiten

  • jeden Sonntag Gottesdienst in kleiner Entfernung vom eigenen Wohnort (max. 10 km)
  • Gottesdienstgemeinschaften als kleinere Teilbereiche der Region, in denen dieser sonntägliche GD stattfindet und die sich mit ihren Kirchen dabei als Einladende abwechseln
  • neue/andere Gottesdienstformen als Angebote der Region (Taizé, Horizonte - GD mit Band und Theater, FamilienGD ...)
  • gemeinsame Gottesdienstplanung für alle Predigtstätten
  • attraktive Kinder-, Jugend- und Konfirmandenarbeit in angemessener Gruppengröße an erreichbaren unterschiedlichen Standorten oder zentral
  • Kreise für Erwachsene und Senioren stärken, zur Zusammenarbeit und Selbständigkeit ermutigen und darin fördern
  • Zusammenhalt in der Region fördern durch
    • gemeinsamen Gemeindebrief und Homepage
    • gemeinsame Veranstaltungen: 2-jähriger Kirchentag, gemeinsame Seniorenkreise mit besonderen Themen oder Gästen, zentraler FamilienGD zum 6. Januar ...
    • Einladung zu lokalen Festveranstaltungen, Konzerten und mehr in allen Bereichen der Region in den beiden Medien Gemeindebrief und Homepage
  • Jahres-Veranstaltungs-Plan
  • regelmäßiger Austausch der Leitungsgremien - GKRs der einzelnen Gemeinden
  • regelmäßige Dienstbesprechung der Hauptamtlichen

Reflection / background

Kirche gehört ins Dorf (auch wenn Hohenmölsen und Teuchern Städte sind und zwei der Gemeinden im Stadtgebiet von Zeitz liegen). 

Aber viele Gemeinden können gar nicht mehr eigenständig vielfältiges kirchliches Leben anbieten, erreichen längst nicht einmal mehr die Zielgruppen, die es innerhalb der Gemeinde noch gibt, geschweige denn neue Gruppen im Bereich der Kirchenfremden oder -fernen.

Was für den einzelnen Ort gilt, gilt aber nicht für die Region. Hier ist eine Kirche, die lädt im Sommer zum Kirchenkino, zu Volkstanz und Hausmusiktag ein. Dort ist ein Gemeindezentrum, in dem Gottesdienste mit Theater und Band gefeiert werden. Da steht eine bestens restaurierte Orgel, die es sich lohnt, erklingen zu lassen. Ein Ort hat eine größere Kindergruppe und lädt dazu auch im Nachbardorf ein, wo es weniger Kinder und keinen geeigneten Raum gibt.

Die bewusste Zusammenarbeit in der Region ermöglicht eine Vielfalt an Angeboten. Einzige Voraussetzung: man muss über den eigenen Kirchturm hinausschauen.

General information on realization

Aus einer intensiven externen Gemeindeberatung, an der alle Gemeinden der Region durch ihren GKR-Vorsitzenden sowie die Hauptamtlichen teilgenommen haben, wurde der Weg bewusst gestalteter regionaler Arbeit beschritten.

Preparation

Start mit einer anderthalbjährigen Gemeindeberatung, genauer Analyse, kritischer Reflexion und dem Beschluss aller beteiligten Gemeindekirchenräte zur regionalen Arbeit

Realization

  • Gründung eines Regionalbeirates, in dem die GKR-Vorsitzenden sowie einige weitere Vertreter der Gemeinden und die Hauptamtlichen mitarbeiten und der sich zweimal im Jahr trifft
  • zwei- bis dreimonatige Gottesdienstplanung für alle Predigtstätten der Region
  • Jahresplanung der Veranstaltungen mit vier Bereichen: 
    • Veranstaltungen, die gemeinsam vorbereitet und durchgeführt werden (z.B. Kirchentag, Kindertage zum Weltgebetstag ...)
    • Veranstaltungen für die Region, die von einzelnen Gemeinden getragen werden (z.B. FamilienGD zum 6. Januar - ein regionaler GD)
    • lokale Veranstaltungen, die aber von Interesse für viele sind - z.B. Dorffeste, Kirchenjubiläen etc.
    • lokale Veranstaltungen, die bei der Planung eigener Angebote beachtet werden sollten
    • dazu werden auch Kirchenkreis-, Probstei- und Landeskirchliche Veranstaltungen im Plan aufgenommen und berücksichtigt
  • Entwicklung der Lektorenarbeit, Förderung ehrenamtlich Mitarbeitender
  • zentrale Konfirmandenarbeit
  • konzentrierte Kinder- und Jugendarbeit (letztere derzeit auch zentral)
  • Austausch durch
    • Gemeindebrief und Homepage
    • 2-jährige Kirchentage
    • zentrale Seniorenkreise, Kindertage ...

Wrap up & follow-up actions

Das Projekt ist permanent in der Entwicklung.

Effect / experience

Über die Jahre (Start war im Herbst 2006) ist die Verbindung in der Region merklich angewachsen. Gemeinsame Seniorenkreise etwa werden gerne besucht, denn sie bieten etwas, das sich lokal nicht machen lässt.

Bei den nunmehr vier Kirchentagen begegnen sich Menschen, die sich von früher einmal kannten und aus den Augen verloren. Neue Zusammenarbeit beginnt.

Die Bereitschaft, in den Gottesdienstgemeinschaften die GD auch im Nachbarort zu besuchen, wächst unterschiedlich stark, aber sie wächst. 

Zentrale, neue/andere Gottesdienst- und Andachtsformen werden angenommen und besucht, z.T. gehen diese auf Wanderschaft (z.B. Taizé - Bußtag in Aylsdorf, Gründonnerstag in Rehmsdorf, zwei weitere nach Einladung einzelner Gemeinden; oder Horizonte - der moderne Gottesdienst "on tour", weg von den zwei Standorten Luckenau und Wählitz)

Die Gemeinden erleben und entdecken: in der Region finden wir, was wir selbst nicht mehr alleine stemmen können. Und profitieren als Ortsgemeinde davon - durch die eigene geistliche Stärkung, durch Unterstützung anderer Gemeinden und den Erfahrungs- und Materialaustausch, durch Besuche anderer Gemeinden bei uns.

Knackpunkt: regionale Arbeit hat überhaupt nichts mit Fahrgelegenheiten zu tun, sie ist Kopf- bzw. Herzenssache. Dafür muss permanent geworben werden. Denen, die noch nicht die Entscheidung zur Bewegung getroffen haben, muss fröhlich-ermutigend der Mund wässerig gemacht werden. Und das geschieht durch Menschen, die von ihren Erfahrungen berichten. 

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