Der Mittwochkreis in Jena

Author
a geistreich member
Created at: 2012-06-26
Last major update at: 2012-06-27
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Senioren, Gemeinwesen, Erwachsene, Besondere Gemeindeformen, Ehrenamtliche
Institutions
Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen Region Mitte in Jena and Kirchenkreis Jena in Jena
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Programmplanung: mehrstündige Treffen, Faltblatterstellung: 2-3 Stunden; Veranstaltungen: 1 Stunde
Execution: 2 Stunden (zentraler Mittwocjkreis) und jeweils 2 Stunden Gruppen
Votes
one vote
Comments to the document
Vor Beginn einer Veranstaltung im Mittwochkreis

Abstract

"Bildungsarbeit in der nachberuflichen Lebensphase" ist ein Arbeitsbereich der Evangelischen Erwachsenenbildung. In Jena findet diese Arbeit wöchentlich im zentralen „Mittwochkreis“ statt: Vorträge, Vorstellen anderer Initiativen und Projekte sowie Gespräch und Diskussion; anschließende Begegungsmöglichkeit bei Kaffee und Tee.

Situation / context

"Bildungsarbeit in der nachberuflichen Lebensphase" in Jena, der Mittwochkreis, ist ein Modell für den Aufbau einer neuen Seniorenarbeit in den Kirchgemeinden und darüber hinaus. In diesem Kontext wird die Gruppe wahrgenommen und hat in manchen Orten ähnliche Aktivitäten angeregt.

Seit dem Ende eines vom BMBF von 1994 bis 1996 an fünf Standorten in den neuen Bundesländern geförderten Projektes arbeitet die in Jena  während des Projektzeitraumes entstandene Gruppe seit Projektende in hohem Maße  selbstorganisiert und eigenverantwortlich weiter; sie finanziert sich selbst. Von der Gruppe wurde nach Projektende entschieden, dass sie weiterhin unter dem Dach der Ev. Erwachsenenbildung bleiben will. Die ökumenische Gruppe wächst in vielfältiger Weise. Sie ist inzwischen eine Institution in Jena und in der Region und wirkt in die Kirchgemeinden sowie in verschiedene Bereiche der Stadt/Region hinein.

Goals

  • Selbstorganisierte und -finanzierte Arbeit
  • Selbstbestimmen von Bildungsprozessen und Begegnungen
  • Übernahme von Verantwortung
  • Wahrnehmen von Chancen für intergenerationelle Projekte
  • demokratisch herbeigeführte Entscheidungen und Transparenz
  • Begegnungen von Christen und Nichtchristen stoßen Gespräche über Religion und  Glauben an.
  • Ernst nehmen und Nutzen der Potenziale älterer Menschen; somit Beitrag zur Entwicklung eines neuen Altersbildes auch innerhalb der Kirche.

Reflection / background

---

General information on realization

Die Teilnehmenden setzen sich zusammen aus Menschen im Ruhestand, im vorzeitigen Ruhestand und aus älteren Arbeitssuchenden. Im ökumenischen Mittwochkreis begegnen sich Christen und Nichtchristen; nachgefragt werden Vorträge und Gespräche über die Weltreligionen, stadtgeschichtliche, politische und aktuelle Themen (z.B. Gentechnik). I. A. wird kein Honorar gezahlt, da die Vorträge oft von Teilnehmenden des Mittwochkreises selbst gehalten werden. Das Honorar ist i. a. eine Rose. Ausnahmen werden gemacht, wenn die Referent/innen Studierende oder Menschen ohne bezahlte Arbeit sind. Auch die von außen angefragten Experten sprechen gern im Mittochkreis, da sie hier ein Forum interessierter Zuhörer/innen und Gesprächspartner/innen vorfinden.

Neben den Mittwochveranstaltungen sind Kleingruppen entstanden, die nach Interessen und Aktualität variieren. Sie widmen sich über längere Zeit einem Thema oder einer Aufgabe (Kirchenführungen, generationenübergreifende Projekte, Besuchsdienst in Altenheimen und Krankenhäusern, Kreise zu politischer Literatur, Belletristik, Zeitgeschehen, Englisch- und Französisch-Konversationskreise u.a.).

Sowohl der Mittwochkreis als auch die Kleingruppen werden ausschließlich von Ehrenamtlichen geleitet bzw. koordiniert.

Tipps zum Nachmachen: Der Erfolg des Mittwochkreises und seine nachhaltige Wirkung in Kirchgemeinden und Kommune ist nach unserer Einschätzung darauf zurückzuführen, dass von Beginn an die potenziellen Teilnehmenden in die Überlegungen, Planungen und Durchführung einbezogen wurden. Das Angebot der EEBT bestand nicht aus einem vorgefertigten Konzept, sondern in einem offenen Begegnungsraum, in dem sich eigene Interessen und Ideen sowie Engagemtn entfalten konnten und können.

Hinweis: Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD (EAfA) hat den Flyer "Selbst organisierte Altenarbeit in der Kirchengemeinde" erarbeitet. Er steht unter http://www.ekd.de/selbst_organisierte_altenarbeit.pdf zum Download zur Verfügung und bietet ebenfalls wertvolle Hinweise.

Preparation

Der sich monatlich treffende Leitungskreis besteht aus sieben Personen, von denen jeweils zwei die Verantwortung für einen Monat übernehmen: Organisation, Absprache mit den Referenten und Referentinnen, Veranstaltungsmoderation. Der Sprecher/die Sprecherin vertritt den Mittwochkreis nach außen. Der Leitungskreis wird alle zwei Jahre gewählt. In der offenen Programmbesprechungs-Gruppe, einem erweiterten Leitungskreis, wird das Programm des Mittwochkreises für das kommende Vierteljahr festgelegt, das Faltblatt vorbereitet, erstellt und in Kopien (ca. 600 Stück) verteilt. Die Termine der Programmbesprechungsgruppe werden im Faltblatt bekannt gegeben und es wird ausdrücklich dazu eingeladen. Öffentlichkeitsarbeit erfolgt auch über die Medien, z. B. Veranstaltungskalender der Kommune im Internet, Zeitungen, Kirchenblatt.

Realization

  1. Zentraler Mittwochkreis: Für die Veranstaltungen steht ein großer Gemeindesaal in einem zwar nicht zentral gelegenen, aber gut erreichbaren evangelischen Gemeindehaus zur Verfügung. Jeden Mittwoch ab 8.30 Uhr wird die aktuelle Veranstaltung des Mittwochkreises vorbereitet: Kaffee kochen, Raum und Technik vorbereiten, Referenten/Referentin in Empfang nehmen, Unkostenbeiträge einnehmen bzw. Auslagen erstatten. Um 9.30 Uhr beginnt die Veranstaltung mit allgemeinen Ansagen und Verabredungen. Dann wird an die/den Vortragende/n übergeben. Nach einem einstündigen Referat  folgt die 20minütige Kaffeepause, danach moderiertes Gespräch zum Thema unter Teilnahme des Referenten/der Referentin.
  2. Kleingruppen: werden von den Teilnehmenden und Leiter/innen selbst organisiert und finden in den Gruppenräumen eines Gemeindehauses statt.
    Durchführung von Exkursionen
  3. Leitungskreis: Besprechungen finde ca. im  Sechswochenrythmus statt. Die anstehenden Veranstaltungen werden vorbereitet, Verantwortlichkeiten festgelegt, Exkursionen und Feste vorbesprochen und organisiert sowie Probleme lösungsorientiert diskutiert.
  4. Programmbesprechungsgruppe: Erstellung des Programmes für jeweils ein Quartal; Absprachen zur Erstellung des Einführungstextes im Faltblatt (jeweils durch ein/e andere/r Teilnehmer/in in eigener eigener Verantwortung) werden getroffen.
  5. Kosten entstehen hauptsächlich für Mieten (höchster Betrag), Getränke und Gebäck, technische Anschaffungen, die Rose des Mittwochskreises als Dank an alle Vortragenden.

Wrap up & follow-up actions

In der Sitzung der Programmbesprechungsgruppe wird jeweils Rückblick auf die Veranstaltungen des vergangenen Quartals gehalten. Erkannte Defizite werden möglichst behoben, Verbesserungen eingeleitet. Über bestimmte Themen wird in den Medien berichtet (z.B. Aktivitäten währen der Jenaer Seniorentage).

Effect / experience

Zum Mittwochkreis kommen durchschnittlich 140 Personen (wöchentlich, je nach Thema manchmal über 200); An den Kleingruppen nehmen jeweils zwischen 10 und 15 Personen teil. Knapp zwei Drittel (geschätzt) des Mittwochkreises geören zu den evangelischen oder katholischen Gemeinden. Viele Teilnehmende nehmen Anregungen in ihre Kirchgemeinden und in andere Gruppen mit. Der Mittwochkreis wird öfter aus Gemeinde und Diakonie angefragt, wenn es um Gestalung von Seniorennachmittagen oder Fahrdienst für alte Menschen sowie Besuchsdienste geht.

Der Mittwochkreis mit seinen Kleingruppen wird in Jena geschätzt und ist sehr beliebt. Manche Teilnehmer/innen kommen wöchentlich, um anderen Menschen zu begegnen; manche gezielt wegen eines Themas. Positive Rückmeldungen gibt es vor allem wegen der interessanten Themen und der Athmosphäre. Wegen der großen Teilnehmendenzahl ist der Leitungskreis inzwischen stark gefordert, denn es gilt, den Begegnungscharakter zu erhalten.

Wie bei den Umsetzungstipps schon beschrieben, gehört wesentlich zum Konzept, dass Inhalte und Aktivitäten von Anfang an gemeinsam mit den Teilnehmenden und  eigenverantwortlich geplant und durchgeführt werden. Dies macht den Erfolg und die Nachhaltigkeit des Projektes aus.

Adopted and refined

    Connected content

    • Baugruppe
      Kirche für Senioren oder Kirche mit Senioren?
      This article is visible for all internet-users.
      from a Geistreich-member

    geistreich video

    Hide Video