"Altenburger essen gemeinsam"

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 27.06.2012
Letzte größere Änderung: 27.06.2012
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Gemeinwesen, Diakonie und Gesellschaft, Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung, Integration und Inklusion
Gemeinden/Institutionen
Kirchenkreis Altenburger Land
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
Meinungen
2 Stimmen
Kommentare zum Dokument
"Altenburger essen gemeinsam" , Essen auf dem Markt am 27.06.2012

Kurzbeschreibung

In einer Zeit in der sich Menschen immer weiter voneinander entfernen ist es das Anliegen der Initiatoren des „Essens auf dem Markt“ eine Möglichkeit der Begegnung zu schaffen, eine Möglichkeit sich kennen zu lernen und mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch zu kommen. Hierfür dient eine lange Tafel, an der die Bürger der Stadt gemeinsam eine Mittagsmahlzeit einnehmen und in entspannter Atmosphäre zueinander finden können.

Situation / Kontext

Ausgangspunkt des Projektes war eine Veranstaltungsreihe von Diakonie und Caritas im Altenburger Land zum Thema „Arm und Reich im Altenburger Land“ (in Aufnahme des Jahresthemas der Diakonie) 2001.

Die Initiative hatten die beiden Kirchenkreissozialarbeiter. Ein Anliegen war auch, die verschiedenen kirchlichen Gruppen einzubinden, um das Thema auch in die Gemeinden hineinzutragen. Der Beitrag des Arbeitskreises evangelische Jugendarbeit war das erste Essen auf dem Markt (zunächst nur als einmalige Aktion gedacht).

Ziele

Hauptziel des Essens ist die Begegnung der verschiedensten Menschen. Das Essen dient als Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen, Nähe zu schaffen zwischen Menschen, die sich sonst nicht begegnen würden. Weiterhin soll ein Zeichen gesetzt werden für eine Stadt, in der die Gegensätze, Spannungen und Unterschiede zwischen Menschen nicht verdeckt werden, sondern die verschiedenen Lebenslagen bewusst auch wahrgenommen werden.

Reflexion / Hintergrund

Im gemeinsamen Austausch im Arbeitskreis evangelische Jugendarbeit wollte man gemeinsam einen Gegenakzent zu der schleichenden Tendenz zur Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen die nicht der Norm entsprechen, setzen. Es entstand die Idee des „Essens auf dem Markt – Altenburger essen gemeinsam“. Seit der ersten Veranstaltung 2001  findet das „Essen auf dem Markt“ jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst statt.

So wird auf dem Altenburger Marktplatz eine lange Tafel aufgestellt und Passanten zu einem kostenlosen Mittagessen eingeladen. Nach dem Mittagsläuten folgt eine kurze Begrüßung mit dem Anliegen der Begegnung und einigen besinnlichen Worten. Anschließend verteilen die Helfer das Essen (meist Nudeln oder Suppe) an den Tischen. Während des Essens läuft angenehme Musik im Hintergrund. Die Tische sind entsprechend mit Tischschmuck und besinnlichen Texten geschmückt. Es wird auf eine entspannte Atmosphäre Wert gelegt, die einlädt sich wohl zu fühlen. Die Initiatoren setzen sich zu den Eingeladenen und regen zu Gesprächen an. Viele der Gäste bleiben auch noch bis Kaffee und Kuchen gereicht wird.

Eine ehemalige Praktikantin (2002) schildert ihre Eindrücke: „Als ich beim Essen auf dem Markt half, war dies ein bemerkenswertes Erlebnis für mich. Mir gegenüber unterhielten sich eine alte Frau und ein Punk sehr angeregt miteinander. Weiter vorn wurde Gitarre gespielt und gesungen. Die Sonne schien in mein Gesicht und es war einer dieser Momente in denen man fühlt, dass alles im Einklang ist.“

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Zur Bekanntmachung des Essens wurden in verschiedenen Zeitungen Artikel veröffentlicht und die Helfer des Essens luden die Menschen in ihrem Umfeld ein. Nach der guten Resonanz des ersten Essens und der positiven Pressemeldungen wurde entschieden solch ein Essen zwei Mal im Jahr zu veranstalten. Mittlerweile ist eine großflächige Werbung nicht mehr notwendig, da sich das „Essen auf dem Markt“ fest etabliert hat.

Durchführung

Der Veranstalter von „Altenburger essen gemeinsam“ ist der Arbeitskreis evangelische Jugendarbeit, bestehend aus: Johanniter (Kinder- und Jugendhaus der Johanniter, Streetwork Altenburg Nord, Villa Kunterbunt Lucka, Katastrophenküche), Aufsuchende  Jugendsozialarbeit des Ev. Magdalenenstifts Altenburg (Altenburg/ Innenstadt, Meuselwitz, Schmölln, Gößnitz), Pfarrer und junger Gemeinde Altenburg.

Weiterhin wird die Aktion von der Kirchgemeinde, dem Weltladen, dem Diakonieverein Horizonte und die Stadt Altenburg unterstützt.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Angesprochen sind alle Altersgruppen und Menschen jeder sozialen Herkunft.

Je verschiedener die Menschen sind, die an der Tafel Platz nehmen, desto erfahrungsreicher ist der Austausch untereinander.

Diese Aktion lebt von der Vielfalt und auch von der Verschiedenheit der Organisatoren, die jedoch das gemeinsame Ziel verfolgen, Menschen einander näher zu bringen.

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