Ökumenische Kanzelreden im Advent

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 29.06.2012
Letzte größere Änderung: 29.06.2012
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Advent, Erwachsene, Diakonie und Gesellschaft, Musik, Themengottesdienste und Reihen, Andachten, Interreligiöse Begegnungen, Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung, Arbeitswelt und Arbeitslosigkeit, Ökumene und Internationales, Ehrenamtliche
Gemeinden/Institutionen
Evang. Kirchenkreis Meiningen in Meiningen
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: abhängig von Thema und Referent/innen
Durchführung: 90 Minuten
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Ökumenische Kanzelreden im Advent

Kurzbeschreibung

Trotz Schnee und Eis machen sich jedes Jahr viele Menschen im Kirchenkreis Meiningen zu den Kanzelreden auf. Denn Advent ist mehr als Kerzen anzünden und Kekse essen. Politisch Predigen.

Situation / Kontext

Christlicher Glaube und die Zuwendung zur Welt gehören untrennbar zusammen. Aus dieser Überzeugung initiierten eine evangelische und eine katholische Laiin 2010 die „Ökumenischen Kanzelreden im Advent“. Wie gehen wir im Kirchenkreis mit Flüchtlingen um? Wie liest sich die Botschaft der biblischen Propheten angesichts heutiger sozialer Ungerechtigkeit? Lässt sich ein Zinsverbot aus den Evangelien begründen? Und welche Herausforderungen hält Gottes Verheißung für die Zukunft bereit? Solchen und anderen Fragen haben sich die bisherigen Kanzelreden zwischen Ewigkeitssonntag und viertem Advent gestellt. Denn Advent ist mehr als Kerzen anzünden und Kekse essen.

Vier verschiedene Kirchen öffnen an vier Abenden ihre Türen für alle Interessierten. Eingeladen sind nicht nur Kirchgemeinden des Kirchenkreises, benachbarte Kirchenkreise und katholische Kirchengemeinden, sondern auch Angehörige anderer Religionen und Konfessionslose. Die Redner und Rednerinnen kommen von außerhalb und gehören verschiedenen Konfessionen an, mitunter auch unterschiedlichen Religionen. Ein besonderes Anliegen ist es, die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens in den Blick zu nehmen.

Im Anschluss findet in der Kirche eine Diskussion mit dem/der Redner/in statt, an der sich alle Anwesenden beteiligen können. So sind die Kanzelreden auch ein Forum, das zum gemeinsamen Nachdenken und zur öffentlichen Auseinandersetzung über aktuelle Themen einlädt – nicht nur in den größeren, sondern auch in den kleineren Orten des Kirchenkreises.

Ziele

Die Kanzelreden greifen brennende gesellschaftliche und politische Fragen wie soziale Gerechtigkeit oder Asylrecht auf und beleuchten sie im Licht der Bibel. In der anschließenden Diskussion kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenszusammenhängen miteinander ins Gespräch.

Reflexion / Hintergrund

Hinter den Kanzelreden steht die Überzeugung, dass christlicher Glaube und die Zuwendung zur Welt untrennbar zusammengehören. Deswegen werden die vier Reden in Kirchen gehalten. Sie finden bewusst an vier Abenden im Advent statt, einer Zeit des Aufbruchs, in Ergänzung zu gängigen – auch außerkirchlichen - Adventsritualen. 

Initiiert wurden die Kanzelreden von einer evangelischen und einer katholischen Laiin.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Die Kanzelreden finden an vier Werktagen zwischen Ewigkeitssonntag und vierten Advent um 19.30 Uhr statt. Veranstaltungsorte sind die Kirchen des Kirchenkreises, jedes Jahr werden andere Kirchen angesteuert.

Vorbereitung

In den Ankündigungen und insbesondere bei der begleitenden intensiven Pressearbeit wird darauf geachtet, dass die Texte auch bei nicht kirchlich Gebundenen Interesse wecken können und für Außenstehende einladend klingen.

Durchführung

Das Vorbereitungsteam erarbeitet das Thema und den zugehörigen theologischen Ankündigungstext und lädt die Referent/innen ein. Die Gemeinde, in der die Kanzelrede stattfindet, ist für die Gestaltung der Andacht verantwortlich. Ein Schwerpunkt ist auch die besondere musikalische Gestaltung.

Träger des Projektes ist der Kirchenkreis Meiningen. In den Jahren 2010 und 2011 wurden die Kanzelreden außerdem unterstützt und beworben von der christlichen Leserinitiative Publik.

Die Kollekten der Andachten kommen in der Regel dem Nothilfefonds des Kirchenkreises zugute.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Das Thema der erste Kanzelreden-Reihe, "soziale Gerechtigkeit", wurde in mehreren Gemeindeabenden nachbereitet. Die Kanzelrede zum Thema "Flüchtlinge" von 2011 war der Anlass für eine öffentlichkeitswirksame Aktion der Kirchenkreise Meiningen und Henneberger Land. Dabei wurde gegen das diskrimierende Gutschein-System für Asylbewerber protestiert.

Wirkung / Erfahrung

Die einzelnen Kanzelreden hatten (auch im schneereichen Winter 2010) jeweils zwischen 40 und 120 Zuhörer/innen. Soweit erkennbar, waren auch Besucher/innen aus Gegenden außerhalb des Kirchenkreises darunter. Bei den teilweise kontroversen Diskussionen gab es jedes Mal eine rege Beteiligung.

Als positiv empfanden es viele Zuhörer/innen, dass sie Kirchen kennenlernen konnten, die sie zuvor nie besucht haben, und dass die Gemeinden des Kirchenkreises auf diese Weise gewissermaßen ein Stück näher zusammenrückten.

Insgesamt wurden die Kanzelreden mit umfangreichen Ankündigungen und Besprechungen in der örtlichen Presse und in der Kirchenzeitung begleitet. So gelangten die angesprochenen Themen auch in die nicht-kirchliche Öffentlichkeit.

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