Stadtteilprojekt Johannestreff

Author
a geistreich member
Created at: 2012-07-13
Last major update at: 2012-07-13
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Gemeinwesen, Diakonie und Gesellschaft, Beratungsstellen, Integration und Inklusion
Institutions
Kirchenkreis Eisenach-Gerstungen in Eisenach
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: 1 Jahr
Execution: Auf Dauer
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Johanneskirche in Eisenach

Abstract

Der Johannestreff ist ein Stadteil- und Gemeinwesenarbeitsprojekt von Diakonie, Kirchgemeinde und Kirchenkreis.

Situation / context

Die Johanneskirche befindet sich am Stadtrand eines Neubaugebietes, im Stadtteil Eisenach-Nord. In diesem Stadtteil leben vorwiegend Menschen mit Transferleistungen, Menschen mit Migrationshintergrund und alte Menschen.

Im Laufe der Zeit wurden einige Wohnblocks saniert und einige abgerissen. So gibt es mehr Freiflächen, aber auch viel Leerstand und teilweise noch unsanierte Wohnblocks.

Die Johanneskirche wurde Ende der ´80er Jahre gebaut. Der Gemeindebezirk der Johanneskirche ist durch den Rückgang an Gemeindegliedern eine immer kleiner werdende Gemeinde. Daher stellten sich der Kirchgemeinde Eisenach und dem Kirchenkreis folgende Fragen: Soll die Kirche verkauft werden? Ziehen wir uns zurück? Können wir bei immer weniger werdenden Mitgliedern alle Kirchen unterhalten? Was kann mit der Johanneskirche geschehen?

Aus dieser Situation heraus war es für die Evangelische Kirchgemeinde Eisenach und dem Kirchenkreis-Eisenach-Gerstungen wichtig, neue Wege bei der Nutzung der Johanneskirche und in der Umsetzung ihres diakonischen Auftrages zu gehen. Dies lässt sich gut im Rahmen von Gemeinwesenarbeit im Stadtteil umsetzen. Ebenso kam der Umstand hinzu, dass seit dem 1.1.2010  die  Eisenacher Kirchgemeinde neuer Träger des Tonstudios „WARTBURG RECORDS“ ist. Als AGM- Tonstudio wurde es schon Anfang der ´90er Jahre  vom AGM-Bundesverband in der Ev. Jugend e.V. südlicher Standort in den neuen Bundesländern eingerichtet. Es gehörte fast 20 Jahren mit zum Referat für Jugend - und Popularmusik des Kinder - und Jugendpfarramtes in Thüringen /EKM und wird auch heute noch  für die  Kinder - und Jugendarbeit genutzt.

Goals

Ziel war und ist es, die Johanneskirche durch ein neues Konzept und eine Nutzung ihrer Räumlichkeiten über den Gottesdienst, die „Gemeindearbeit“ hinaus, für die Menschen im Stadtteil zum Ort der Begegnung werden zu lassen und sie somit erhalten zu können. Ebenso soll das Projekt zeigen, dass Kirche & Diakonie zusammen gehören, konkret zusammen und miteinander arbeiten. 

Ferner soll der Johannestreff Anlaufstelle für Ratsuchende werden. Akteure unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters sollen hier Räume zum Verwirklichen ihrer Interessen finden.

Die Menschen im Stadtteil sollen mobilisiert werden, aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes mitzuarbeiten. Gruppen und Einrichtungen in diakonischer, oder anderer Trägerschaft sollen durch gezielte Angebote, auch religionspädagogischer Art, den Weg in die Johanneskirche finden und diese so kennenlernen um sie als Ort in ihren Sozialraum zu integrieren.

Reflection / background

Um die Menschen aufmerksam zu machen, ist ein Bekanntmachen des Projektes notwendig. Durch gemeinsame Aktivitäten mit anderen Trägern und Vereinen im Stadtteil wird Konkurrenzdenken zwischen den Akteuren im Vorfeld unterbunden und die Menschen lernen die Mitarbeiter des Projektes kennen. Durch dieses Kennenlernen sind die Bewohner motivierter den Weg zum Johannestreff und somit in die Johanneskirche zu gehen. Im Laufe des ersten Jahres des Projektes hat sich herausgestellt, dass die Bewohner Hemmschwellen haben den Johannestreff aufzusuchen. Zum Einen aufgrund der Randlage der Johanneskirche und zum Anderen, weil sie mit kirchlichen Räumlichkeiten, bedingt durch ihre DDR-Sozialisation, Berührungsängste haben. So war die bereits beschriebene Vernetzung eine notwendige Voraussetzung für diese Arbeit. Das Projekt wird erst einmal von einer „Geh-Struktur“ dominiert, dass bedeutet die Menschen im Stadtteil aufzusuchen. Später kann spezieller dazu übergegangen werden, sie zu motivieren ins Haus zu kommen. Ein Fernziel ist ein Stadtteil- bzw. Gemeinwesenzentrum in der Johanneskirche aufzubauen.

General information on realization

Eine Konzeptgruppe aus Mitgliedern der Kirchgemeinde, des Kirchenkreises, und der Diako Westthüringen gem. GmbH wurde gebildet und begleitet das gesamte Projekt. 

Eine Personalstelle mit einer Wochenarbeitszeit von 12 Stunden (30%) und Sachkosten wird seitens der Diako Westthüringen gem. GmbH gestellt. Unterstützt mit Mitteln der Share Value Stiftung konnte das Projekt Johanneskirche - Ort der Begegnung am Stadtrand - nach ca. zweijähriger Vorlaufzeit am 15.3.2011 starten.

Auch der Kirchenkreises Eisenach-Gerstungen beteiligt sich mit einem Mitarbeiter (Diakon) mit einem Stellenumfang in Höhe von 25 % im Projekt. Dies soll die Verbindung von Kirche & Diakonie und der diakonische Arbeit in Eisenach-Nord befördern.

Eine enge Kooperation und Zusammenarbeit zwischen der Diako Westthüringen gem. GmbH, der Evangelischen Kirchgemeinde Eisenach und dem Kirchenkreis ist Voraussetzung für das Gelingen und einer nachhaltigen Entwicklung dieses Projektes.

Das Projekt, mit dem Namen Johannestreff, wird nun im 2. Jahr von der Share Value Stiftung gefördert.

Es ist ein Projekt der Gemeinwesen- und Stadtteilarbeit in Eisenach Nord.

Preparation

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Realization

Mit dem Beginn des Projektes lag ein Schwerpunkt auf der Vernetzung mit anderen Einrichtungen, Diensten und Vereinen im Stadtteil, das Bekanntmachen des Johannestreffs, der Johanneskirche durch gemeinsame Aktivitäten im Stadtteil. Zu Beginn wurde das Projekt von der Mitarbeiterin bei allen vor Ort ansässigen Trägern und Vereinen vorgestellt. So wurden Kontakte zu dem städtischen Kinderclub, zum Jugendclub im Wohngebiet, zu verschiedenen Kindergärten und Schulen, Wohnungsgesellschaften und andere Vereine geknüpft. Vernetzung ist ein grundlegender Baustein in der Gemeinwesenarbeit. Teilweise konnten gemeinsame Projekte durchgeführt werden. Dadurch erfuhren die Bewohner des Stadtteils von dieser Arbeit und dem Ort des Johannestreffs, der Johanneskirche.

Wrap up & follow-up actions

Um gemeinsame Projekte durchzuführen, braucht man Ideen, die die Zielgruppen, die Menschen im Stadtteil, auch erreichen. Ebenso ist ein regelmäßiger Austausch notwendig, um die Vorbereitungen und die Projektziele voranzutreiben. Die gemeinsamen Projekte, die durchgeführt wurden, waren deshalb so erfolgreich, da die Zusammenarbeit der Beteiligten sehr gut funktionierte.

Effect / experience

Nachdem das Gemeinwesenarbeitsprojekt nun knapp 1,5 Jahre besteht, kann man sagen, dass es Zeit braucht, um im Stadtteil Eisenach-Nord als wirklich fester Bestandteil für die Bevölkerung anzukommen. Die Randlage der Johanneskirche spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Menschen im Stadtteil müssen die Johanneskirche durch die Mitarbeiter erst einmal kennenlernen. Dies geschieht vorrangig durch vernetzte Angebote. Zu Beginn ist es wichtig unter den genannten Bedingungen, die Arbeit in Form einer „Geh-Struktur“ durchzuführen. Dadurch ist es erst möglich die Menschen durch Angebote „ins Haus zu holen“ und mit ihnen gemeinsam für sie wichtige Strukturveränderungen zu besprechen, zu planen und umzusetzen.

Für kleine Projekte im Stadtteil braucht es vor allem Phantasie und Durchhaltevermögen, für Große braucht es viele weitere Kontakte und die Vision: “Es ist möglich!“

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