Schukis erkunden die Erlöserkirche und besuchen die Oma-Glocke

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 15.07.2012
Letzte größere Änderung: 16.07.2012
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Kirchenraum und Kirchenpädagogik, Kinder und Grundschule
Gemeinden/Institutionen
Evangelische Kirchengemeinde Annen in Witten
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Zur Vor- und Nachbereitung sollten je etwa 30 Minuten eingeplant werden.
Durchführung: Jeder Besuch dauert ca. 60 - 90 Minuten (ohne Hin- und Rückweg).
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Kirche

Kurzbeschreibung

Kindergartenkinder, die demnächst eingeschult werden, erkunden die Ev. Erlöserkirche und besuchen die Oma-Glocke hoch im Turm.

Situation / Kontext

Die Evangelische Annen Kirche in Witten besitzt eine sog. Oma-Glocke.

Ziele

  • Kinder an das Gebäude und die Gemeinschaft Kirche heranführen. Beim Entdecken im Raum werden Inhalte entdeckt.

Reflexion / Hintergrund

Die Kindergartenkinder besuchen die Feuerwehr, die Bibliothek, die Polizei usw. Mir fehlte dabei eine ähnliche, intensive Beschäftigung mit Kirche. Die Kinder kannten zwar die Kirche von Gottesdiensten, aber eine intensive Beschäftigung konnte in dem Rahmen nicht erfolgen.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Absprache mit den Erzieherinnen und mit den Gruppen / Menschen, die auch Vormittags die Kirche nutzen bzw. dort Dienst tun. Gut ist eine Information der Eltern vorab (übernehmen in der Regel die Erzieherinnen), vor allem, wenn auch nichtchristliche Kinder mit gehen.

Vorbereitung

Die Schukis erkunden mit mir in der Regel die Kirche mit vielen Sinnen bei zwei Besuchen. Manchmal bereiten die Erzieherinnen die Kinder auf die Erkundungen vor, indem sie malen lassen, was die Kinder über Kirche wissen. Auch werden evtl. Liedverse bereits eingeübt.

Die Pfarrer bitte ich, mir mögliche Zeiten für Beerdigungsgeläut vorher zu nennen, damit ich den Aufstieg entsprechend terminieren kann.

Vor der Erkundung bereite ich die Kirche vor: Im Vorraum stehen Bänkchen bereit, in der Kirche die benötigten Materialien und natürlich die kleinen Erinnerungsgeschenke.

Durchführung

1.) Kirche entdecken: Der erste Besuch soll den Kindern die Kirche vertrauter machen.

Zunächst umrunden wir die Kirche und suchen, was an dem Gebäude anders ist, als an anderen Häusern. Die Kinder finden viele Unterschiede (Größe, Türen, Turmuhr, Turm, Kreuz, Hahn, Fensterformen und -gestaltung…). Bei den Fenstern bereite ich die Kinder darauf vor, dass die Farbigkeit tagsüber erst richtig von innen wahrgenommen werden kann, indem ich sie gezielt die Fenster von außen wahrnehmen lasse, damit sie innen den Unterschied erkennen. Der (Wetter-)Hahn gibt Anlass, die Petrusgeschichte zu erzählen und dass Gott allen Menschen vergeben möchte. Bevor wir die Schwelle überschreiten, nehmen die Kinder wahr, was sie draußen sehen, riechen, hören.

Im Vorraum überlegen wir, welche Unterschiede uns dazu auffallen. Dort singen wir auch eine Liedstrophe (möglichst mit Bewegungen). Dann geht es in die Kirche. Hier messen wir die Länge und die Breite (alle fassen sich an die Hände und wir bilden eine lange Reihe, dies evtl. mehrmals: wieviele Kinder müssen nebeneinander stehen, damit wir einmal die Länge/Breite der Kirche erreichen?) und machen uns mit der Höhe und den vielen Sitzplätzen vertraut. Wir messen die Länge der Ev. Erlöserkirche in Annen.. Quelle: Foto: Anja LachtrupSpannend ist für die Kinder die Empore ("Ihr habt ja innen einen Balkon!"). Dann sind alle Kinder Entdecker. Mit einem Detailfoto gehen die Kinder auf die Suche (Taufstein, Kanzel, aufgeschlagene Bibel auf dem Altar, Kreuz, Kinderbereich, Symbole in den Fenstern…). Wer sein Detail gefunden hat, kommt mit dem Foto wieder zur ersten Bank. Dann darf jedes Kind einmal alle anderen zu dem Ort führen, an dem es "sein" Detail gefunden hat. Dort wird kurz kindgerecht darüber gesprochen (was seht ihr? was meint ihr was das ist? ggf. was bedeutet das?). Nun wird es für die meisten Kinder noch mal spannend: Sie werden "lebende Fotoapparate" (durch den Klang der Klangschale oder ähnliches) Malen, was in der Ev. Erlöserkirche in Annen am besten gefällt.. Quelle: Foto: Anja Lachtrupund dürfen das "fotografieren", was ihnen am besten gefällt. Nach dem sie ihr Foto gemacht haben (und den Film mit einer Armbewegung weitergespult haben), werden sie wieder zu Kindern und "entwickeln" das Foto, in dem sie ihr Lieblingsmotiv malen.

Alle Kinder stellen ihr Bild anschließend vor.

Im Chorraum versammeln wir uns und singen ein Segenslied (meist eines, dass die Kinder bereits kennen). Mit Blick auf das Chorfenster mit dem segnenden Christus erkläre ich mit wenigen Worten, was es mit dem Segen auf sich hat. Zur Erinnerung an die bunten Fenster bekommen die Kinder einen schönen Buntstift (möglichst einen Regenbogenstift).

2.) Besuch der Oma-Glocke: Der zweite Besuch hat das Thema Glocken bzw. Gebet.

An der Kirche suchen die Kinder zuerst, wo die Glocken sind. „Die Glocken sind oben im Turm!“ „Da stehen ja zwei Glocken unten.“ „Warum stehen die vor der Kirche?“ „Gehen wir da rauf?“ so schwirren Fragen und Erkenntnisse der Kinder durch die Luft. Gemeinsam überlegen wir: warum sind die Glocken so weit oben? Richtig: damit sie ganz weit gehört werden können. Die alten Gussstahlglocken vor der Kirche haben den Turm gefährdet. Sie mussten raus. Nur die Omaglocke durfte im Turm bleiben. Und zu der wollen gleich alle losstürmen.

Doch erst versammeln wir uns im Vorraum. Wir lernen ein neues Lied. Darin heißt es: „Unsere Glocken können Dir und mir etwas erzählen.“ Die Kinder tragen zusammen, was die Glocken „erzählen“: Sie verkünden die Zeit. Wenn die Glocken ganz oft läutenKlangschale. Quelle: Kgmd Annen ist der Kindergarten aus. Sie rufen zum Gottesdienst und zum Gebet. Wir überlegen gemeinsam weiter: Glocken läuten bei traurigen Anlässen, wie Beerdigungen, aber auch bei fröhlichen, wie Hochzeiten, Taufen oder Konfirmationen. Viele Kinder kennen so etwas und erzählen gerne ihre Erlebnisse. (Um ggfls. Zeit zu überbrücken, habe ich sog. Tischglocken, mit denen eine Melodie gespielt werden kann, verschieden große Glocken und die Klangschale auf einem Tisch bereitliegen).

Dann geht es endlich nach oben. Beim Aufstieg gibt es klare Regeln: Nicht drängeln! Jeder hält sich gut fest! Herr Schneider geht voraus und eine Erzieherin geht am Schluß! Auf jeder Etage frage ich: „Ist es für alle Kinder in Ordnung, wenn wir weiter gehen?“ Auch große Leute haben manchmal Angst (Gerne erzähle ich von den Pfarrern mit Höhenangst, deretwegen die Kanzel niedriger gesetzt wurde). Deshalb wird nicht darüber gelacht, wenn ein Kind lieber nicht weitergehen möchte. Eine Erzieherin bleibt dann dabei. Im Uhrenkasten (die Kinder sind meist gespannt, bis sich beim Uhrwerk wieder ein Rädchen dreht) warten die Kinder, bis eines nach dem
anderen die letzten Stufen erklommen hat. Die riesige Omaglocke ist alt wie eine Oma. Sie hängt seit 1920 im Turm. Die Kinder bestaunen ihre Größe und können ihren Ton hören. Dann geht es wieder die ca. hundert Stufen hinunter.

Zum Abschluß gehen wir in die Kirche. Mit symbolischen Gegenständen legen die Kinder nun auf den Altar, was sie traurig oder fröhlich macht oder wofür sie dankbar sind. Als Bitte um den Segen wird von allen der Kehrvers „Segne Vater tausend Sterne“ gesungen. Alle machen die Bewegungen mit. Zum Abschied darf sich jedes Treppe. Quelle: Kgmd AnnenKind ein kleines Glöckchen mitnehmen. Es erinnert die Kinder hoffentlich noch lange an ihren Besuch bei der Omaglocke.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Es ist wichtig, entweder das Geläut ganz ab zu stellen, oder sehr präzise zu planen, wann die Kinder genau bei den Glocken sind. Auch wenn nur der Viertelstundenschlag ertönt und die Kinder darauf vorbereitet wurden, würden sich manche zu stark erschrecken.

Wirkung / Erfahrung

Wenn Schülergruppen der benachbarten (Grund-)Schulen die Kirche erkunden, sind immer einige dabei, die sich an den Besuch als Schuki erinnern. Oft kann dann auf den Erfahrungen und dem erworbenen Wissen aufgebaut werden.

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