Schritte gegen Tritte

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 13.11.2012
Letzte größere Änderung: 05.12.2012
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Schulnahe Jugendarbeit
Gemeinden/Institutionen
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Hannover
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: 1 VB Treffen mit Lehrpersonal (1 Std), Evaluation nach jeder UE
Durchführung: 6 Unterrichtseinheiten (à 45 Minuten) oder 2-3 Tage als Vormittagseinheiten
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Schritte gegen Tritte

Kurzbeschreibung

Schritte gegen Tritte“ ist ein Gewaltpräventions- und Anti-Rassimusprojekt für Jugendliche ab der 7. Klasse. Es thematisiert strukturelle, ethnische und personale Gewalt und bietet Jugendlichen Methoden der gewaltfreien Konfliktbearbeitung in altersgemäßer und genderspezifischer Form an

Situation / Kontext

Als kirchliches Projekt hat es seine Quellen in der biblischen Spiritualität der Gewaltfreiheit, bezieht jedoch ein weites Spektrum anderer religiöser und weltanschaulicher Erfahrungen mit ein. 

Ziele

Das Projekt dient dazu, Ausgrenzung und Rassismus als Themen struktureller, ethnischer und personaler Gewalt zu verdeutlichen und Jugendliche anzuregen, über ihre eigene Situation zu reflektieren.

Reflexion / Hintergrund

Basierend auf der Anti-Rassismus- und Anti-Apartheidsarbeit in Südafrika, wurde es 1993 vom Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen durch Pastor Klaus J. Burckhardt entwickelt und in Deutschland eingeführt.

Seitdem wird „Schritte gegen Tritte“ im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt in Kirchengemeinden und Schulen Niedersachsens, Sachsen-Anhalts, Hessens und Württembergs durchgeführt.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Siehe auch AKTUELLES in www.schrittegegentritte.de

Vorbereitung

Nach einem Vorgespräch mit der Schulleitung und potentiellen MitarbeiterInnen wird ein Termin für eine Gesamtkonferenz mit dem Schulkollegium, MitarbeiterInnen, Schulelternrat und SchülerInnenvertretern angesetzt. Dazu sind die  Vorbereitungsblätter SgT zu verwenden. Abschließend werden eventuell in Frage kommende Räumlichkeiten besichtigt und vorhandene technische Voraussetzungen geprüft (siehe Anlagen: Hilfe zur technischen Vorbereitung).

In dieser Konferenz wird den Anwesenden der Ablauf des Projektes "Schritte gegen Tritte" vorgestellt und auf die Möglichkeit eines vertiefenden Folgeprojekts hingewiesen. Nach Klärung von Sachfragen zu Durchführung, Finanzierung und Beteiligung wird ein weiterer Termin mit den Mitarbeitenden verabredet, um das Projekt konkret vorzubereiten. LehrerInnen, die an dem Projekt teilnehmen wollen, erhalten Begleitinformationen zu Südafrika, Ausstellung & Simulationsspiel (siehe Anlagen: Kopiervorlagen für Buttons, ELM-Länderinformation Südafrika, Hintergrundinformation zum Squatter Camp Canaan, Begleitinformation zum Planspiel "Canaan - eine Flüchtlingsfamilie unterwegs", Mind-Map).

In der Schlußphase der Vorbereitung wird anhand des fertigen Unterrichtsplans festgestellt, welche MitarbeiterInnen an welchen Tagen beteiligt sind (ingesamt immer 2 MitarbeiterInnen plus Projektleiter). Am Tag vor der Projektwoche wird der Aufbau vorgenommen (ca. 90 Minuten) sowie die technische Ausrüstung überprüft.

Durchführung

  • Das Projekt umfaßt 6 Unterrichtseinheiten (a 45 Minuten)
    pro Schulklasse und wird mit max. 30 TeilnehmerInnen durchgeführt. Es kann aber auch über einen Zeitraum von 2-3 Tagen als Vormittagseinheiten durchgeführt werden.    

  • "Schritte gegen Tritte" versteht sich als Impulsveranstaltung zur Gewaltbearbeitung, die eine Vertiefung durch ein Nachfolgeprojekt (z.B. Konfliktbearbeitung, Sicherheitstraining, Konfliktlotsenprogramm etc.) bzw. durch geeignetes Lehrpersonal wünschenswert macht. Entsprechende Kontakte/Adressen können diesbezüglich abgerufen werden.

  • Das Projekt eignet sich für Konfirmandengruppen und Schulklassen der Jahrgänge 6-13, kann aber durchaus auch mit Erwachsenen durchgeführt werden.

    Um besserer Effektivität willen, wird das Projekt in einer zusammenhängenden Schulwoche als Kooperationsprojekt von Kommune, Kirchengemeinde und Schule durchgeführt. Dies heißt konkret, dass interessierte Jugendsozialarbeiter/innen und/oder Diakon/innen aus dem lokalen Umfeld der Schule / Gemeinde aktiv an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt sind. Es hat sich ebenfalls bewährt, auch ElternvertreterInnen in die Vorbereitung und konkrete Durchführung einzubeziehen und daher für Transparenz des Projektes in der Öffentlichkeit zu sorgen. 
  • Das Thema kann in folgenden Modulen bearbeitet werden:

    Einstieg zum Thema Rassismus/Ausgrenzung/Versöhnung am Beispiel Südafrika: http://schrittegegentritte.hkdh.de/pub/info-multiplikatorinnen/option-rsa.php
    Einstieg zum Thema Ausgrenzung/Fremdenfeindlichkeit/Integration am Beispiel Flucht: http://schrittegegentritte.hkdh.de/pub/info-multiplikatorinnen/option-flucht.php

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

---

Wirkung / Erfahrung

Mittlerweile werden mit Schritte gegen Tritte durchschnittlich 40 Schulen und 60 Kirchengemeinden im Jahr mit Projekttagen, - wochen und Konfirmanden-Wochenenden erreicht.

In acht Ausbildungsreihen sind über 140 Multiplikator/Innen ausgebildet worden, von denen bereits eine große Zahl an Schulen und Kirchengemeinden tätig ist.  Die Multiplikator/innen arbeiten in regionalen Clustern, die die lokale Verortung und Projektverwaltung ab Schulen und in Kirchengemeinden in Absprache gestalten.

Eine neue Ausbildungsreihe ist für Juni - Dezember 2013 geplant. Zu Details wenden Sie sich bitte an Arbeitsfeld Friedensarbeit, Haus kirchlicher Dienste, Archivstr.3, 30169 Hannover 0511-1241-560 oder 512.

Im Raum Braunschweig wurde das Projekt von 1996 - 2007 im Rahmen des "Braunschweiger Modells zur Gewaltprävention" durchgeführt. Seit 1997 hat sich dabei eine enge Kooperation zur Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG) Braunschweig herausgebildet. Daraus hervorgegangen ist eine Kooperation auch in der gemeinsamen Arbeit gegen Rechtsextremismus, die 2009 in der Erstellung einer Arbeitshilfe eines Unterrichtstages zum Thema "Gib dem Hass keine Chance - Neo-Naizis enttarnen!" mündet.

Die Bestellmöglichkeit liegt im:

Arbeitsfeld Friedensarbeit 
Haus kirchlicher Dienste
Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Archivstr.3
30169 Hannover
Tel. 0511-1241-560
Fax 0511-1241-941
Email ikdr@kirchliche-dienste.de
Web  www.ikdr-hannover.de

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