Musikalisch-szenische Ostermette

Author
a geistreich member
Created at: 2010-06-29
Last major update at: 2010-06-29
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Alternative Gottesdienste
Institutions
Sylvestri-/Liebfrauengemeinde, Kirchenmusik in Wernigerode
Keywords
Target audiences
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Information
Preparation: no information
Execution: no information
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3 votes
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Friedhof

Abstract

Am Ostermorgen machen sich alle Teilnehmenden, wie die Frauen in der biblischen Geschichte, auf den Weg zum Friedhof. Dort wird eine musikalisch-szenische Ostermette gefeiert, die den Wandel von der Trauer über den Tod Jesu in Freude über die Auferstehung wandelt.

Situation / context

Die Feier dieses Gottesdienstes nimmt unmittelbar eine biblische Geschichte auf. Das Herausfordernde ist, dass die Botschaft der Auferstehung gerade auf dem Friedhof paradox klingt. Die Umgebung und die ungewöhnliche Zeit spricht die Menschen besonders an.

Goals

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Reflection / background

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General information on realization

Auf dem Theobaldifriedhof kann eine musikalisch-szenische Ostermette gefeiert werden, die den Wandel von Trauer in Freude, den Sieg des Lebens über den Tod inszeniert.

Preparation

Die Ostermette um 7 Uhr auf dem Platz vor dem Friedhof. Die Menschen versammeln sich zwischen der Theobaldikapelle und dem Friedhofsgebäude. Einige Bänke stehen im Halbrund und begrenzen die Versammlung. Sie laden zum Hinsetzen ein, besonders für die Gläubigen, die nicht lange stehen können.

Jede und jeder bekommen eine kleine Osterkerze, die nicht brennt.

Kurz vor Beginn der Mette läutet die Glocke der Theobaldikapelle. Sie ruft zum Gottesdienst und stimmt die versammelte Gemeinde auf die Andacht ein.

Realization

Dreifach wird die Trauer entfaltet: Einmal tritt eine Frau (es könnte eine aus der biblischen Geschichte sein) auf, dann erzählt ein Mann in persönlichen Worten von einem eigenen Verlust eines Menschen und der Pfarrer bringt die Klage vor Gott. Immer wieder wird das Kyrie EG 178.5 gesungen. Der Posaunenchor spielt traurige Werke, z.B. eine Couante dolorosa von Scheidt oder von Purcell aus "Music for Queen Mary". Als Lieder werden "Aus tiefer Not" EG 299 und "Ach, wie flüchtig" EG 528 gesungen.

Der Eingangsteil wird mit einem Gebet des Pfarrers, das in die Stille führt, abgeschlossen.

Aus der Ferne erklingt der Ruf "Christus ist das Licht" und die Gemeinde antwortet "Gott sei ewig Dank" (insgesamt dreimal und immer näherkommend). Dann erscheint eine Prozession vom Friedhof. In der Mitte wird die brennende Osterkerze getragen. 

 

Diese Inszenierung ist ein besonderes Zeichen dafür, dass Christus zur Gemeinde kommt. In der Regel gehen die Gläubigen in die Kirche zum Gottesdienst und erfahren dort die Begegnung mit Gott. Dort sehen sie die vielen Symbole der Gegenwart Gottes. Sie sind unterwegs zu Gott. Mit dieser Prozession soll ausgedrückt werden, dass Christus als Auferstandener kommt.

 

Jetzt stimmt der Kantor das Oster-Kyrie (EG 178.7) an und die Gemeinde antwortet. Es ist die gleiche Melodie, wie bei den ersten Kyrie-Rufen, die dort Ausdruck der Klage und auch der Hoffnung waren. Hier sind sie Anbetungsrufe für den gegenwärtigen, auferstandenen Herrn.

 

Die Ostergeschichte wird vom Pfarrer aus Mt 28, 1-10 gelesen.

 

Zusammenfassend sagt der Träger der Osterkerze: Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten? Er ist nicht hier, Gott hat seinen Sohn nicht im Tod gelassen, sondern er hat ihn auferweckt.

 

Die Gemeinde antwortet mit dem ersten Vers des Liedes „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ (EG 103).

 

Jetzt tritt jeder zur Osterkerze und zündet an ihr seine kleine Osterkerze an. Dabei sagt der Kerzenträger: Christus ist auferstanden! Der Einzelne kann antwortet: Er ist wahrhaftig auferstanden.

Während die Kerzen angezündet werden, singen alle zusammen das Lied „Erstanden ist der heilig Christ, Halleluja“ (EG 105 am Besten in C-Dur).

 

 

Der Anfang der Ostermette wurde als Raum der Klage gestaltet. Das Kyrie als Erbarmungsbitte nahm großen Raum ein und wurde gleichsam verwandelt in einen Osterruf mit EG 178.7. Das „Gloria patri“ und „Gloria in excelsis Deo“ entfielen, weil zu diesem Zeitpunkt noch die Trauer um den Tod vorherrschte. Die Wende zur Auferstehung und zum Licht wurde inszeniert, in dem die Osterkerze vom Friedhof zur Gemeinde kam. Erst im Nachhinein wurde dieses Geschehen mit dem Evangelium gedeutet. Nachdem das Kyrie abgeschlossen ist, könnte an dieser Stelle auch das „Gloria in excelsis Deo“ gesungen werden. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, weil der Ostergesang das „Halleluja“ ist. Die Liedstrophe EG 103 erfüllt beide Ansprüche, zum einen ist es der Lobpreis des Vaters und des Sohnes und zum anderen erklingt jubelnd das Halleluja. Dieses Lied wird vierstimmig gesungen, was den fröhlichen Charakter unterstreicht.

 


Wenn alle Kerzen entzündet sind, wird eine Prozession auf den Friedhof formiert. Am Kopf des Zuges wird die große Osterkerze getragen, die Jesus Christus symbolisieren und die Angst vor dem Tod nehmen, in dem sie die Gemeinde mit der Gewissheit des Auferstandenen zu den Gräbern führen.

 

Die Mette wird auf dem Friedhof, zwischen den Gräbern fortgesetzt. Wieder stehen Bänke bereit, die die Gemeinde auch zusammenhalten. (Besonders eindrucksvoll war im Jahr 2009, die zunächst unbewusste Ausrichtung nach Osten, die einfach durch den Friedhof sich ergab. Gegen Ende der Mette brach dann die Sonne durch die Wolken und führt zu einem Erlebnis.)

 

Die Osterverkündigung folgt einem dreiteiligen Schema: Bibeltext aus 1 Kor 15, Auslegungsworte des Pfarrers und Liedstrophen der Gemeinde von "Auf, auf, mein Herz, mit Freuden" EG 112.

 

Dank- und Fürbittengebet

Chor und Posaunen singen/spielen ein Halleluja 

Segen

Wrap up & follow-up actions

Es können weitere kleine Osterkerzen an der Osterkerze entzündet werden und jeder kann die Botschaft der Auferstehung in diesem Zeichen auf die Gräber, seiner Angehörigen oder Freunde stellen. Dazu wird das Lied „Christ ist erstanden“ (EG 99) gesungen.

Effect / experience

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