(Zukunfts-)Träume

Author
a geistreich member
Created at: 2013-04-05
Last major update at: 2013-04-08
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Jugendliche und Schule, Integration und Inklusion
Institutions
Evangelische Akademie Loccum in Rehburg Loccum
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: no information
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(Zukunfts-)Träume

Abstract

In einem Workshop treffen Jugendliche aus Deutschland und jugendliche Migranten zusammen. Sie tauschen sich über ihre jeweiligen (Zukunfts-)Träume aus und lernen einander darüber intensiver kennen.

Situation / context

Am Rande Europas, rund um das Mittelmeer, erhöht sich stetig die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Hunger und Umweltkatastrophen in ihren Ländern fliehen. Das Göttinger boat pople projekt um die Dramaturginnen Luise Rist und Nina de la Chevallerie und die Evangelische Akademie Loccum setzen sich seit einiger Zeit mit dem Thema Flucht auseinander.

Goals

Ziel des Workshops war es, über das Medium Theater und Performance die Annäherung zwischen deutschen Jugendlichen und Flüchtlingen mit höchst unterschiedlichen biographischen Hintergründen zu initiieren und zu einer Annäherung der beiden Gruppen beizutragen.

Reflection / background

Im Zentrum stand ein Thema, das für die Jugendlichen verschiedener Herkunft gleichermaßen bedeutsam ist: Wovon träume ich? Wer möchte ich sein? Was wünsche ich mir für mein Leben? Wie und in welcher Gesellschaft möchte ich leben?

General information on realization

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Preparation

Der Ablauf wurde im Vorfeld mit dem boat people projekt abgesprochen. Es wurden Laienschauspieler/innen aktueller und vergangener Inszenierungen angesprochen sowie deren unmittelbares Freundesumfeld. Außerdem wurden ausgewählte ehemalige Teilnehmer/innen von Loccumer Schülertagungen gefragt, ob sie an dem Projekt teilnehmen möchten. Nur so konnte gewährleistet werden, dass alle Beteiligten, die erforderliche Neugierde, Offenheit und Sensibilität für das Vorhaben mitbringen.

Realization

Neben einem intensiven Kennenlernen am ersten Tag, arbeiteten die Teilnehmer/innen am zweiten Tag kreativ (schreibend/tanzend) zum Lied „Himmelblau“ der Ärzte

( http://www.songtexte.com/songtext/die-arzte/himmelblau-4bdccb02.html )

Daran an schloss eine mehrstündige Kleingruppenarbeit zu den Zukunftsvorstellungen der Jugendlichen, bei denen sie sich zunächst austauschten und ihre Erkenntnisse in kleinen Performances/Szenen, die an unterschiedlichen Orten in der Akademie aufgeführt wurden, verdichteten.

In dieser Phase war deutlich spürbar, dass zwischen den Jugendlichen ein gravierendes Gefälle herrscht, was Lebenschancen angeht. Die Schüler/innen, die an die Akademie kommen, haben qua Bildung Zugang zu gesellschaftlicher Verantwortung, sie verfügen in der Regel über familiäre und finanzielle Ressourcen. Vieles davon ist den Flüchtlingen, auch aufgrund sprachlicher Barrieren, nicht zugänglich. Es ist ein schmaler Grat, der mit dem Projekt beschritten wird: die Begegnung darf weder in Mitleid oder totale Überforderung kippen.

Die Jugendlichen kamen deutlich an ihre Grenzen, haben aber für sich Wege gefunden, wie sie mit der Ambivalenz, die sich nicht auflösen lässt, umgehen konnten. Einige Gruppen haben ganz bewusst, Aspekte aus dem Leben der Flüchtlinge inszeniert (Gerichtsverhandlungen, in denen über ihr Bleiberecht entschieden wird; das Ringen um Glück und Hoffnung, kleine und nicht große Schritte in die Zukunft). Am letzten Tag wurden diese Szenen wiederum verdichtet in szenischen Fotos.

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

Eine intensive und beglückende Begegnung zwischen jungen Menschen verschiedenster Herkunft. Nicht die Gemeinsamkeiten standen im Vordergrund, sondern fundamentale Unterschiede, was Lebenschancen und Perspektiven betrifft. Extrem dünnes Eis, das aber zum Glück getragen hat. 

29 Teilnehmende insgesamt, 8 vom boat people projekt, 21 über die Schülerakademie. Herkunftsländer: Äthiopien, Uganda/Kongo, Elfenbeinküste, Mexiko, Kasachstan, Deutschland.

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