440 Jahre Goch – Gennep

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 08.04.2013
Letzte größere Änderung: 08.04.2013
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung, Ökumene und Internationales
Gemeinden/Institutionen
Evangelische Kirchengemeinde Goch in Goch
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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Gennep Goch

Kurzbeschreibung

Grundidee des Projektes war, die historische Verbindung zwischen Goch (Deutschland) und Gennep (Niederlande) am Beispiel der Geschichte der reformierten Gemeinden darzustellen und für Menschen heute erlebbar zu machen. Durch die finanzielle Unterstützung durch das INTERREG-Programm der EU wurde dies ermöglicht.

Situation / Kontext

Durch die Veröffentlichung der Arbeit "Communio clandestina" durch Dr. J.G.J. van Booma, welche die frühe Geschichte der beiden Gemeinden Gennep und Goch (1570-1610) aufarbeitet, haben sich die Bewohner dazu veranlasst gefühlt, sich selbst mit ihrer gemeinsamen Geschichte und Gegenwart auseinanderzusetzen und haben dazu andere eingeladen.

Ziele

Das Ziel des Projektes war es, durch die verschiedenen Aktivitäten deutlich zu machen, dass die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Grenzgebiet trotz unterschiedlicher Herkunft, Tradition oder Glaubens miteinander in Freundschaft leben können. Darüber hinaus sollte das Projekt längerfristig und nachhaltig dazu beitragen, ein gutes Miteinander zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Grenzgebiet zu stärken.
Das Projekt hat schon bestehende Kontakte zwischen der Protestantse Gemeente Gennep und der Evangelischen Kirchengemeinde Goch aufgenommen (regelmäßige Partnerschaftstreffen, Konzerte etc.), vertieft und verbreitert sie für die weitere Öffentlichkeit.

Reflexion / Hintergrund

Die Verbindung zwischen beiden Gemeinden besteht offiziell seit 440 Jahren, beginnend mit der Gründung der Gemeinden 1570/71.

Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bestanden in Goch und Gennep kleine reformierte Gemeinden, die in vielfältiger Weise miteinander verbunden waren. Die Gemeinden bestanden zu einem großen Teil aus Flüchtlingen aus den spanischen Niederlanden, die sich ins Herzogtum Kleve gerettet hatten, aber auch hier nur in relativer Sicherheit waren. Sie stießen auf Einheimische, die sich den Ideen der Reformation verbunden fühlten. Diese Flüchtlinge dachten und handelten in europäischen Dimensionen und standen mit reformierten Flüchtlingsgemeinden in ganz Europa in Kontakt. Grenzüberschreitende Verbindungen waren für sie selbstverständlich. Goch und Gennep haben dabei eine besondere Verbindung, da zeitweilig ein Prediger in beiden Gemeinden tätig war.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Das Projekt als Ganzes sowie die einzelnen Projektelemente wurden durch Plakate und Handzettel, durch Pressegespräche und Veröffentlichungen in der Presse sowie im Lokalfunk und -fernsehen der Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Darüber hinaus boten der historische Markt, der Begegnungstag und das Filmprojekt einen guten Rahmen, Menschen, die auf den ersten Blick nicht zur Zielgruppe gehören, zu erreichen und für die gemeinsame Geschichte und Gegenwart zu begeistern.

Vorbereitung

Von März 2011 an wurden in den beiden Gemeinden Projekte zur Einführung in das Thema angeboten. Vom 21.-29. Mai fand die offizielle Projektwoche mit allerlei Aktivitäten statt, die die Gemeinden größtenteils selbst vorbereitet und organisiert haben.

Durchführung

In der Projektwoche fanden statt:

  • eine Ausstellung zur Geschichte der beiden Gemeinden
  • die Vorstellung der Arbeit "Communio clandestina"
  • ein deutsch-niederländischer historischer Markt
  • drei Konzerte in den Kirchen
  • Kunstprojekte für Kinder (Auseinandersetzung mit Kirchengebäuden)
  • thematische Führungen in Goch und Gennep
  • Filmprojekt, Geschichte der Gemeinden zum Thema Toleranz
  • ein niederländisch-deutscher Begegnungstag
  • Erwerb der Veröffentlichung "Communio clandestina"

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Das Basisprojekt lief einen Monat, hatte aber weitere vielfältige Auswirkungen. Ausstellung und Führungen aus der Projektwoche soll es regelmäßig zweimal jährlich über den Projektzeitraum hinaus geben. Der Film und andere Materialien sollen dauerhaft dazu beitragen, den Hintergrund des Projektes der Öffentlichkeit zu vermitteln. Sie werden über die Touristeninformationen, den örtlichen Buchhandel und die Kirchengemeinden erhältlich sein. Darüber hinaus wird die weitere Erforschung der gemeinsamen Geschichte z.B. Schülerinnen und Schülern ermöglicht, da die Veröffentlichung "Communio clandestina" öffentlichen Einrichtungen in Goch, Gennep und darüber hinaus überlassen wurde.

Wirkung / Erfahrung

Durch das gemeinsame INTERREG-Projekt haben sich die Kontakte zur niederländischen Partnergemeinde vertieft. Trotz vieler Formulare und reichlich Arbeit überwiegt die schöne Erfahrung, gemeinsam soviel auf die Beine zu stellen.

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