Die "Flotte" (Ijsselmeer)

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 29.03.2010
Letzte größere Änderung: 30.03.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Konfirmandenarbeit
Gemeinden/Institutionen
Ev. Jugend Wesermünde-Süd in Beverstedt
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: 180 Tage
Durchführung: 7 Tage
Meinungen
2 Stimmen
Kommentare zum Dokument
Konfirmanden der "Flotte"

Kurzbeschreibung

Auf 14 Segelschiffen sind Konfirmand/innen des gesamten Kirchenkreises mit Betreuer/innen unterwegs, um ihren gemeinsamen Glauben zu entdecken und Orientierung zu finden. Konfirmandenunterricht auf See heißt, Gemeinschaft ganz intensiv und ganz praktisch zu erleben.

Situation / Kontext

Ein gemeindeübergreifendes Konfirmandenprojekt. Das Miteinander und die notwendige Aktivität aller Beteiligten auf einem Segelschiff ermöglichen intensive Erfahrungen.
Suchen und Finden von Orientierung sowie Geborgenheit bei Gott in allen Lebenslagen können auf einem Schiff sehr direkt erlebt werden.

Ziele

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Reflexion / Hintergrund

Die "Flotte" ist - auf unterschiedliche Weise - fester Baustein der Konfirmandenarbeit der Gemeinden des Kirchenkreises. Die Idee kam aus dem Kirchenkreisjugendkonvent und wurde dann erst der Kirchenkreiskonferenz vorgelegt. Etwa ein Drittel der Konfirmanden des Kirchenkreises fuhr dann zur ersten Probe-Flotte. Die Erfahrungen waren so gut, dass fast alle weitere Gemeinden im Folgejahr mitfuhren.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Die wesentliche konzeptionelle und organisatorische Arbeit liegt in den Händen eines zehnköpfigen "Flottenkommandos", das sich ein halbes Jahr vor der Maßnahme konstituiert. Darin vertreten sind jeweils zur Hälfte Hauptamtliche (Pastor/innen/ Diakon/innen) und jugendliche Ehrenamtliche. Gemeinsam wird das Projekt weiterentwickelt und die Arbeitshilfe erstellt, die alle Andachten und Programmpunkte sowie viele weitere wichtige Informationen beinhaltet. Einige Wochen vor der "Flotte" findet ein Vorbereitungswochenende statt, bei dem das "Flottenkommando" das Programm vorgestellt und alle notwendigen Informationen vermittelt. Auch die Leitungsteams der einzelnen Schiffe bilden sich hier.

Durchführung

Die Konfirmand/innen werden aus allen Gemeinden des Kirchenkreises (ca. 350 Teilnehmer) mit Bussen zum Ausgangs- und Zielhafen am Ijsselmeer gefahren, wo ein Vorausteam bereits die Schiffe mit Material und Lebensmitteln ausgestattet hat.

Während der "Flotte" leben und arbeiten die Konfirmand/innen gemeinsam auf ihrem Schiff. D.h. vom Frühstückmachen bis zum Putzen, von der Morgenandacht bis zum Segelsetzen wird alles von der Gruppe übernommen. Jedes Schiff ist mit einem Skipper und einem Maat besetzt, die von der Reederei gestellt werden. Das pädagogische Leitungsteam besteht aus zumeist einer hauptamtlichen Kraft und zwei bis drei jugendlichen Ehrenamtlichen, von denen einige bereits seit Jahren dabei sind.

An Bord wird eine Morgenandacht gefeiert, die meist eng mit bestimmten Tagesaufgaben verknüpft ist. Z.B. finden zum Leitthema "Ich danke dafür, dass ich wunderbar gemacht bin" (Ps 139, 14) geschlechterspezifische Aktionen über das Erwachsenwerden statt. Diese Aufgaben werden zu passender Zeit während des Tagesablaufes gelöst, der in seiner Struktur durch das Segeln bestimmt ist: wenn eine Wende ansteht, heißt es: "Alle Mann an Deck" und das Programm muss unterbrochen werden. An zwei Abenden während der Woche werden Gottesdienste in Kirchen am Ijsselmeer gefeiert. Hinzu kommen weitere Großaktionen für alle Schiffe. Über allem steht das besondere Erleben, von Gott gerade auch in besonderen Situationen, wie hier auf See, gehalten zu sein. Die Einteilung der Schiffsbesatzungen erfolgt auf der Grundlage der Wünsche der Konfirmand/innen nach Geschlechtern getrennt.

 

Materialien

Für alle Mitarbeitenden wird in jedem Jahr ein neuer umfangreicher Reader erstellt, der sowohl viele praktische Hinweise als auch Arbeitsmaterialien für die Gruppenarbeit enthält.

 

Kosten

Die Teilnehmerbeiträge liegen zwischen 140 und 190 Euro je nach Selbsteinschätzung der finanziellen Lage. Die beteiligten Kirchengemeinden werben Spendenmittel von mind. 3 Euro pro Teilnehmer/in und Tag ein.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Nach der "Flotte" erhalten die Eltern einen Fragebogen, den sie gemeinsam mit ihren Kindern ausfüllen. Diese und andere Rückmeldungen werden bei einem Nachtreffen ausgewertet und vom "Flottenkommando" in die Planung der nächsten Maßnahme einbezogen.

Wirkung / Erfahrung

Nach vier Durchgängen ist die "Flotte" aus dem Kirchenkreis im Allgemeinen und aus der Arbeit der Ev. Jugend, deren haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen vor allem für das Projekt verantwortlich zeichnen, nicht mehr wegzudenken. Kein anderes kirchliches Arbeitsfeld übt augenblicklich eine so starke Sogwirkung aus - es können nicht alle Interessierte als Teamer/innen berücksichtigt werden. Das macht die Evangelische Jugend für Konfirmierte attraktiver. Mindestens so wichtig: Die Perspektive, auf der "Flotte" Verantwortung zu übernehmen, stärkt die Motivation, sich insgesamt durch die Mitarbeit in der Ev. Jugend persönlich weiterzuentwickeln und an jährlich stattfindenden Mitarbeitendenschulungen teilzunehmen. Kein anderer Bereich wird in der Öffentlichkeit ähnlich stark wahrgenommen und findet eine ähnliche Zustimmung über das binnenkirchliche Milieu hinaus. Dies ist auch deshalb wichtig, weil der gesamte Kirchenkreis eine Fundraising-Kampagne initiiert hat, um Stellenkürzungen nicht zuletzt in der Jugendarbeit zu vermeiden.
Mittlerweile wurde das Konzept von mehreren anderen Regionen und Kirchenkreisen der hannoverschen Landeskirche übernommen.

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