Kinderrechte-Entdeckertouren

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 28.02.2014
Letzte größere Änderung: 28.02.2014
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Kinder und Grundschule
Gemeinden/Institutionen
Junge Akademie Wittenberg in Lutherstadt Wittenberg
Stichworte
Zielgruppen
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Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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Aktion zu Kinderrrechten

Kurzbeschreibung

Vier Touren zu verschiedenen Schwerpunktthemen der UN-Kinderrechtskonvention bringen den teilnehmenden Kindern durch persönliche Begegnungen und konkrete Erfahrungen ihre Rechte näher und machen ihnen Mut, sich dafür einzusetzen.

Situation / Kontext

Kinderrechte sind Menschenrechte, die 1989 von den Vereinten Nationen ganz explizit für Kinder (bis 18 Jahren) verabschiedet wurden.

Ziele

In der UN-Kinderrechtskonvention werden Kinder als kompetente Akteure anerkannt, die aktiv am gesellschaftlich-politischen Leben teilnehmen und deren Meinung „zu Recht“ Gehör finden soll. Informations- und Versammlungsfreiheit und ein Recht auf Mitbestimmung werden Kindern ebenso zugesichert wie etwa das Recht auf gewaltfreie Erziehung, Bildung oder freie Religionsausübung.

Damit Kinder ihre Rechte aktiv wahrnehmen können, reichen bloße Kenntnisse jedoch oft nicht aus. Kinder brauchen konkrete Erfahrungen und persönliche Begegnungen, die ermutigen, für sich und andere für ihre Rechte einzustehen. Diese wollen die Entdeckertouren ermöglichen.

Reflexion / Hintergrund

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Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Im Rahmen des Modellprojektes "Politische Jugendbildung in Mitteldeutschland" wurden die  von der Jungen Akademie entwickelt und in Wittenberg und (in verschiedenen Formen) in mehreren weiteren Städten Mitteldeutschlands erfolgreich erprobt:

Durchführung

Zu verschiedenen Schwerpunktthemen der UN-Kinderrechtskonvention begegnen die Kinder in ihrer Stadt Menschen, besuchen Einrichtungen und machen konkrete Erfahrungen, die ihnen ihre Rechte sowie gesellschaftspolitische Hintergründe der Gewährleistung und Missachtung derselben näher bringen:

  • Sie erproben mit einem Rollstuhl, auf welche Hindernisse man in der Stadt als Kind mit Behinderung stößt,
  • lernen durch Mitarbeiter/-innen von Beratungsstellen Angebote für Kinder in Notsituationen kennen,
  • erfahren beim Weltladen, wie durch fairen Handel das Recht von Kindern auf Schutz vor Kinderarbeit gestärkt werden kann oder
  • machen im Landkreisbüro von ihrem Versammlungsrecht Gebrauch, indem sie eine Demonstration anmelden.

    

Die Kinder werden zudem dazu angeregt, eigene Fragen zu stellen und ihr Umfeld sensibler wahrzunehmen:

  • Wo in der Stadt haben Kinder die Möglichkeit, sich zu bewegen und wo mangelt es daran?
  • Wo können sie sich Informationen beschaffen?
  • Wo stoßen behinderte Kinder auf Hindernisse?

    

Die Einbindung verschiedenster, lokaler Akteure, erfordert eine Anpassung des Konzepts und der Materialien an die jeweilige Situation vor Ort. Das Grundkonzept gestaltet sich wie folgt:

Tour 1: Kinder sollen keine Not leiden

Die Gruppe untersucht das Recht von Kindern, gesund zu leben und in ihren Familien keine Not zu leiden. Es wird eine super-gesunde Pausenbrotbox gefüllt und der Frage nachgegangen, wo sich Kinder in der Stadt gut bewegen können. Beim Besuch in einer Beratungseinrichtung erfahren die Teilnehmer, wie Kindern in Not geholfen werden kann.

Tour 2: Kinder sollen ihre Stärken kennenlernen

Kinder haben das Recht, über Bildung ihre Fähigkeiten zu entdecken und ihre Persönlichkeit zu entfalten. Bei einem Besuch im Weltladen erfährt die Gruppe, wie Kinder in anderen Ländern durch Kinderarbeit an diesem Recht gehindert werden und was sie dagegen tun können. Gemeinsam erforschen sie, wie ihre Traumschule aussehen könnte und wo in der Stadt sie außerhalb der Schule etwas lernen können.

Tour 3: Kinder dürfen mitreden

Kinder haben das Recht, laut ihre Meinung zu sagen und in Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen. Doch wie wird man gesehen und gehört? Bei der zuständigen Behörder können die Kinder eine Kinderdemo „probe-anmelden“. Doch wer mitreden will, muss sich auch schlau machen können. Die Gruppe testet, wie man im Internet gut verständliche Informationen für Kinder findet.

Tour 4: Zusammenleben in Vielfalt

Die Kinderrechte gelten für alle Kinder, egal welcher Religion sie angehören, welche Hautfarbe sie haben, ob sie behindert sind oder nicht. Kein Kind darf wegen seiner Besonderheiten benachteiligt oder ausgeschlossen werden. In Begegnung mit einem religiösen Menschen sprechen die Kinder über ihr Recht auf Religion und thematisieren Ausgrenzungserfahrungen. Mit einem Rollstuhl erproben sie, auf welche Hindernisse behinderte Kinder in der Stadt stoßen.

Die Tour-Anleitungen sind so verfasst, dass sich die Kinder sich ihr Vorgehen eigenständig arbeiten können. Eine Begleitung der einzelnen Gruppen durch für Fragen der Kinder zur Verfügung stehende Erwachsene ist dennoch sinnvoll. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 8-13 Jahren in Schulklassen, Jugend- und Kinder- oder Konfirmandengruppen.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Es handelt sich um ein Konzept, das sich mit leichten Änderungen am entwickelten Material gut auf andere Städte übertragen lässt und dort Kinder- und Jugendgruppen oder Schulklassen angeboten werden kann.

Wirkung / Erfahrung

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Aufgegriffen und weiterentwickelt

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