Auftanken - der Pastor an der Tankstelle

Autor/innen
2 Geistreich-Mitglieder
Erstellt am: 26.03.2014
Letzte größere Änderung: 03.04.2014
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Mitgliederbindung, Arbeit mit Touristen und Kurseelsorge, Kirche in der Fläche und Landwirtschaft, Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Mission
Gemeinden/Institutionen
Ev.-luth. Johannes-Servatius-Kirchengemeinde Pöhlde in Herzberg
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: 4 Stunden
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Auftanken

Kurzbeschreibung

An einem Nachmittag haben wir zum Klönen über Gott und die Welt an die Tankstelle in Pöhlde zu Kaffee, Tee und Keksen eingeladen.

Situation / Kontext

Wir sind eine ländliche Gemeinde mit großem Vereinsleben, vielen Senioren und weniger werdenden Jugendlichen. Die Tankstelle ist ein beliebter Treffpunkt der Menschen. Das Projekt war für alle offen, die zufällig oder gezielt vorbei kamen.

  

Diese Projekt ist Beispiel des Monats April 2014 - Sie finden die anderen Projekte diesen Monats, der unter dem Motto "Suchet der Stadt Bestes: Kirche im öffentlichen Raum" stand, hier:

http://www.geistreich.de/FokusAgora

Mit diesen Monatsthemen beleuchten wir das Jahresthema 2014 "Reformation und Politik" immer wieder neu.

Ziele

Die Gäste sollen erkennen, dass auftanken mehr ist, als das bloße Befüllen des Tankes, vielmehr ein Auftanken auch für die Seele, so dass auch geistliche Impulse gesetzt werden konnten. Ein Austausch über Gott und die Welt lässt Nähe zu, wahrt aber auch Distanz. Mit diesem Niederschwelligen Angebot wurde die Kirche wieder mehr ins Bewusstsein gebracht, einige wurden neugierig auf die Veränderung in der Kirche. Zu dem Gespräch mit den Pastoren kamen die Gäste auch miteinander ins Gespräch.

Reflexion / Hintergrund

Kirche soll als aufsuchende Gemeinde erlebt werden, die zwar die Tradition bewahrt, aber auch neue Akzente setzt. Durch neue Räume können neue Erfahrungen gemacht werden. Das Projekt ermöglicht den Kontakt zur Kirche auf neutralen Boden und eröffnet weitere Begegnungsmöglichkeiten. Auftanken in Verbindung mit der Tankstelle eröffnet die Chance, auch Gott als eine Art „Tankstelle“ zu erleben, bei dem ich auftanken kann, und ähnlich dem Auto mit neuer Kraft in meinem Leben voran komme.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Die Tankstelle wird über den Tag von verschiedenen Gruppen besucht. Berufstätige, die nur kurz tanken und weiterfahren, Senioren die ihren Kaffee mit anderen trinken, Berufstätige, die ihre Pause dort verbringen und nachmittags Jugendliche, die sich dort informell treffen. Es musste Raum sein für ein kurzes oder längeres Begegnen.

Vorbereitung

Es wurden Plakate im Dorf verteilt und natürlich auch an der Tankstelle. Es gab Mundpropaganda in den verschiedenen kirchlichen und nichtkirchlichen Gruppen, Vereinen, Verbänden, dem Ortsrat etc. Darüber hinaus wurde eine Pressemitteilung erstellt und „Auftanken“ wurde im Gottesdienst abgekündigt.

Durchführung

Wir haben einen Nachmittag in Absprache mit den Tankstellen Besitzern Kaffee, Tee, Kekse und Eis angeboten, die über die Tankstelle bezogen wurden. Wir haben kurze und längere Gespräche selbst geführt, oder Gruppen begleitet. Themen waren u.a. die Präsenz der Kirche in der Welt, die Entwicklung des Ortes und der Kirchengemeinde. Auch ihre Sorge über die Entwicklung in der Ukraine wollten die Menschen mit den Pfarrern besprechen.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Geplant ist ein Gespräch der Pastoren mit den Tankstellenbesitzern.

Man könnte auch Gemeindebriefe, Flyer der Gemeinde oder Autoaufkleber mitbringen und auslegen. Möglich ist auch, elementare Texte zur Einführung in den evangelischen Glauben anzubieten.

 

Wirkung / Erfahrung

Geschenke von der Kirche werden immer noch als etwas besonders erlebt. Die Jugendlichen erhielten ein Eis: Warum gibt der Pastor einen aus? War dann nicht nur ihre Frage. Kirche wird neu erlebt, indem sie öffentlich zu Gesprächen über den Glauben einlädt. Das, was bewegt, konnte dann auch ohne Kaffee in der Bewegung benannt werden, mit dem Versprechen, es im Gebet aufzunehmen. Wir sind präsenter geworden, es wird über die Aktion im Dorf und in den Nachbardörfern gesprochen werden. Eine fluktuierende Gemeinschaft auf Zeit. Anders als im Gottesdienst wird die Zeit nicht von der Kirche, sondern von deren Gästen, bzw. deren aktueller Lebenssituation bestimmt.

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