Andacht am Mahnmal des KZ-Außenlagers Hannover-Ahlem

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 29.04.2014
Letzte größere Änderung: 29.04.2014
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung
Gemeinden/Institutionen
Kapellengemeinde Velber in Hannover
Stichworte
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Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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Mahnmal KZ-Außenlager Hannover-Ahlem

Kurzbeschreibung

An dem Mahnmal wird jährlich am Holocaust-Gedenktag und am Tag der Befreiung des Lagers eine Andacht gefeiert.

Situation / Kontext

In Hannover-Ahlem sollte ein ehemaliges und inzwischen unter Wasser stehendes System von Asphaltstollen für Produktionsanlagen der ehemaligen Continental Gummi-Werke und der Maschinenfabrik Niedersachsen Hannover (MNH) hergerichtet werden. Ende November 1944 wurden deshalb etwa 940 jüdische Häftlinge überwiegend polnischer Nationalität aus dem KZ-Außenlager Stöcken-Continental in das neue Lager Ahlem verlegt. Insgesamt waren etwa 1.500 Häftlinge im KZ-Außenlager Ahlem eingesetzt. In den fünf Monaten seines Bestehens starben nach bisherigen Erkenntnissen etwa 750 Menschen.

Zur Produktionsaufnahme in der unterirdischen Anlage kam es nicht mehr. Die ‚marschfähigen’ Gefangenen wurden am 6. April 1945 auf einem Todesmarsch in das KZ Bergen-Belsen getrieben, während die ca. 200 als krank Zurückgelassenen am 10. April von amerikanischen Truppen befreit wurden.

Seit dem Jahre 1987 setzt sich der Arbeitskreis ‚Bürger gestalten ein Mahnmal' für eine würdige Gestaltung am Ort des Ahlemer Außenlagers ein. Dieses Bürgerprojekt wurde vom Kulturamt der Stadt Hannover in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden und weiteren öffentlichen Einrichtungen unterstützt. Das in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Lagergelände realisierte Mahnmal wurde am 4. Februar 1994 eingeweiht und symbolisiert den Eingang zum Stollen. Es wurde 2001 durch zwei von Berufsschülern der BBS 3 Hannover geschaffene Kupferstelen mit 299 Namen von Opfern des KZ Ahlem ergänzt. Die Entstehung des Denkmals ist in einem Buch dokumentiert worden.

Wenige Fundamentreste des ehemaligen Lagers befinden sich heute auf Privatbesitz neben dem Mahnmal. Sie sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Um das Gedächtnis an das Konzentrationslager zu erhalten, warb der Arbeitskreis ‚Bürger gestalten ein Mahnmal' Spenden für den Bau eines Lagermodells ein. Der Architekt Matthias Düsterhöft und der Modellbauer Uwe Strahl haben für den Arbeitskreis dieses Modell im Maßstab 1:200 angefertigt. Düsterhöft war dafür eigens nach Israel gereist und hatte mit Überlebenden über ihr Schicksal und das Aussehen des Lagers gesprochen. Das Modell wurde am 65. Jahrestag der Befreiung des KZ Ahlem am 10. April 2010 während einer Feierstunde in der Heisterbergschule der Öffentlichkeit übergeben. Seinen endgültigen Platz soll es in der neugestalteten Gedenkstätte Ahlem finden.

Am 10. April 2000 übernahm die nahe gelegene ehemalige Hauptschule Ahlem die Patenschaft für das KZ-Mahnmal Hannover-Ahlem. Sie wurde für ihre engagierte Erinnerungsarbeit mehrfach ausgezeichnet. Im Jahre 2005 entstand ein Gedenkbuch, in dem Schüler und Schülerinnen sowie Lehrkräfte Seiten mit den Namen von Opfern des Konzentrationslagers gestaltet haben. Die 2008 neu gegründete Heisterbergschule Ahlem übernahm am 8. Mai 2009 in einer Feierstunde diese Patenschaft. Am 13. September 2011 wurde im Beisein eines Überlebenden des KZ Ahlem, Chaim Liss, eine Informationstafel der Landeshauptstadt Hannover an die Öffentlichkeit übergeben.

Ziele

Die Kirche nimmt ihre Verantwortung für das Gedenken an dei Opfer des Nationalsozialismus auch am konkreten Ort wahr und gibt ihr einen liturgischen Rahmen. 

Reflexion / Hintergrund

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Die Andachten werden gemeinsam mit der Initiative "Bürger gestalten ein Mahnmal" und der römisch-katholischen Gemeinde veranstaltet. In den letzten Jahren war auch der Kantor der jüdischen Gemeinde Hannovers beteiligt.

Durchführung

Die Andachten wurden zumeist von einer Überlebenden des Lagers eingeleitet.

In den Andachten stehen dann neben Liedern zur Versöhnung, wie z.B. "Freunde, dass der Mandelzweig" und "Wo Menschen sich vergessen"  Lesungen wie Ex 14, 15-18 und Ps 142.

Eine Predigt stellt die Verantwortung für die Vergangenheit neben den Blick in den Zukunft. Schüler/innen der Heisterbergschule tragen z.B. jüdische Gedichte vor. Der jüdische Kantor singt das Kaddisch-Gebet. 

  

Sie finden eine Ordnung der Andacht und eine Predigt unten auf der Seite unter "Materialien". 

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

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Aufgegriffen und weiterentwickelt

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