Gott mit uns? - Eine Veranstaltungsreihe zum Ersten Weltkrieg

Autor/innen
2 Geistreich-Mitglieder
Erstellt am: 17.07.2014
Letzte größere Änderung: 25.07.2014
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung
Gemeinden/Institutionen
Evangelische Luthergemeinde Karlsruhe in Karlsruhe, Evangelische Kirche in Karlsruhe in Karlsruhe, Evangelische Alt- und Mittelstadtgemeinde in Karlsruhe, Gemeinde an der Christuskirche in Karlsruhe, Evanglische Erwachsenenbildung in Karlsruhe und Evangelische Akademie Baden in Karlsruhe
Stichworte
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Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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Mohnblumen

Kurzbeschreibung

Eine Veranstaltungsreihe erinnert in verschiedenen Formen an den Ersten Weltkrieg in Karlsruhe und schlägt dabei Brücken bis in die Gegenwart.

Situation / Kontext

Begeistert ziehen 1914 auch Männer aus Karlsruhe in den Krieg. „Gott mit uns“ steht wie bei allen deutschen Soldaten auf ihrem Koppelschloss. Sie glauben daran, dass sie für die gerechte Sache kämpften und Gott deshalb auf ihrer Seite sei. An Weihnachten - so denken sie - werden sie wieder zu Hause bei ihren Familien  sein. Aber es soll alles ganz anders kommen.

Vier Jahre sind sie Teil eines gnadenlosen weltweiten Krieges. Die kriegführenden Mächte erfinden neue Waffen und steigern das Ausmaß der Gewalt. Begeisterung und Glaube an Gott und die gerechte Sache gehen unter in den Schützengräben von Ypern und ungezählten anderen Orten.

Ziele

Im Rahmen der Europäischen Kulturtage lud die evangelische Kirche in Karlsruhe ein, der Frage nachzugehen, wie evangelische Christen und Gemeinden den Krieg erlebt und gedeutet und wie sich Glaube und Moral dadurch gewandelt haben.

Reflexion / Hintergrund

„Gedenken zielt auf Zukunft. Und das gilt nicht allein für uns als Individuen. Das gilt auch für die Identität von Gemeinschaften, etwa für unsere Kirche, für unser Land und für Europa. Die Gegenwart und die Zukunft dieser Erde brauchen identitätsstarke und verantwortungsbewusste Gemeinschaften. Gerade auch deshalb brauchen sie eine zukunftsweisende Gedenkkultur.“ Mit diesen eindringlichen Worten hat EKD-Ratsvorsitzender Dr. h.c. Nikolaus Schneider im Juni in Berlin beim Johannisempfang vor Spitzenvertretern aus Politik, Kirchen, Kultur und Wirtschaft auf die wichtige Funktion der Erinnerungskultur hingewiesen. In diesen Tagen denken wir an den Beginn des Ersten Weltkriegs. „Christenmenschen und Kirchenleute ließen sich bei den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts mitreißen vom Kriegstaumel, haben ihn sogar selbst angefacht und befeuert. Wie konnte die biblische Friedensbotschaft immer wieder auch von Theologen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt werden? Diese Frage bleibt innerhalb und außerhalb unserer Kirche für jedes Gedenken an Kriege, Kriegsursachen und Kriegsschuld aktuell.“, so Nikolaus Schneider weiter.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Mohnblumen erinnern bis heute an den menschenverachtenden Stellungskrieg im belgischen Ypern. Sie wachsen zwischen und auf den damaligen Schützengräben und sind vor allen Dingen in Großbritannien Symbol für die dramatischen Ereignisse im Ersten Weltkrieg. Karlsruher Jugendliche besuchten Ypern und brachten Mohnblumensamen mit. Diese säten sie in der Karlsruher Innenstadt aus. 

Durchführung

Einige Veranstaltungen der Reihe werdn hier ausführlicher vorgestellt. Eine Gesamtübersicht finden Sie als Download unten auf der Seite unter "Materialien". 

  • Ausstellung: Krieg! - in Gottes Namen? Wie geschlossen stand die Evangelische Kirche in der allgemeinen nationalen Begeisterung und Mobilmachung? Welche Debatten, Positionen und Gegenstimmen gab es?

    Predigten, Traktate, Tagebücher, Gemeindeboten und Feldpostbriefe – im Archiv der Evangelischen Landeskirche in Baden liegt ein umfangreicher Bestand mit teils sehr persönlichen Zeugnissen. Die Ausstellung präsentiert Stimmen von ausgewählten Personen. Unter ihnen sind der Mannheimer Arbeiterpfarrer Ernst Lehmann und der kulturprotestantisch gesinnte Prediger der Karlsruher Christuskirche, Franz Rohde.
    Als aktive Kriegsteilnehmer kommen zu Wort: Vikar Hans Löw, später Pfarrer an der Stadtkirche Karlsruhe, die Theologiestudenten Heinz Kappes, Teilnehmer der Somme-Schlacht von 1916, und Julius Bender, der ab 1917 in der neuen Luftwaffe diente. Eine besondere Quelle sind die Karlsruher Kriegserinnerungen der Komponistin Clara Faisst, die ein Tagebuch voller genauer Beobachtungen hinterlassen hat. Die Ausstellung führt die Besucherinnen und Besucher von der Julikrise 1914 bis zum Kriegsende im November 1918. Als herausragendes Ereignis an der Heimatfront wird die kirchliche Trauerfeier für die Opfer des Luftangriffs auf Karlsruhe zu Fronleichnam 1916 dokumentiert. Am Ende steht ein Ausblick auf die Nachkriegszeit. Vielfältig wie die Erfahrungen und Deutungen des Kriegsgeschehens sind auch die Lebenswege nach 1918. Eine besondere Karriere machte der Weltkriegsflieger Julius Bender. Er wurde 1945 zum Landesbischof gewählt. Die Ausstellung wurde mit einem Gottesdienst eröffnet und mit einem Gottesdienst beendet.
  • Interaktiver Vortrag: War Games - Kriege im Wohnzimmer. Von der Konsole zur Drohne?
    Die Kriege der Zukunft werden auf virtuellen Schlachtfeldern entschieden. Computerspiele und ihre virtual Environments sind nicht nur ansatzweise der Realität nachempfunden, sondern werden möglichst identisch mit ihnen konstruiert. Umstritten ist die Frage, ob fiktionale Gewalt einen nachhaltigen Einfluss auf die Menschen hat. Unumstritten ist dagegen, dass es Überschneidungen zwischen Angehörigen des Militärs und der Spieleindustrie gibt. Ein Vortrag ging diesem Zusammenhängen nach. Weitere Informationen hierzu
  • Ausstellung: Frieden und Krieg aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen
    Ein Ausstellungsprojekt der Jugendkunstschule Karlsruhe hat er und Jugendliche dazu angeleitet darüber nachzudenken, welche Bilder, Gedanken und Gefühle sie zu den Themen Frieden und Krieg haben. In großformatigen Bildern zeigen sie uns ihre Sichtweise.
  • Filmgespräch: Fröhliche Weihnachten an der Westfront?
    An der Westfront liegen Deutsche, Franzosen und Schotten im Dezember 2014 in ihren Schützengräben. Den deutschen Soldaten werden kleine Weihnachtsbäume an die Front geschickt, um die Motivation aufrecht zu erhalten. Plötzlich erklingen Weihnachtslieder im Niemandsland zwischen den Schützengräben. Was hat dies zu bedeuten? War dies eine feindliche Falle? Zögernd kommen die Soldaten aus ihren Schützengräben und feiern schließlich sogar zusammen Weihnachten. Ein Gesprächsabend zu einem Film vermittelte dieses besondere Weihnachtsfest.
  • Szenische Erinnerungen: Sparen, Beten, Socken stricken - Gemeindealltag im Ersten Weltkrieg
    Von der Gemeindepfarrerin präsentierte Originaldokumente aus dem Gemeindearchiv der Lutherkirche ließen die Zeit lebendig werden.
  • Abschlusskonzert der Europäischen Kulturtage
    An Pfingstsamstag, 27. Mai 1944 kurz nach 13 Uhr wurden die Stadtkirche und große Teile der Innenstadt Ziel eines schweren Bombenangriffs. 1962 wurde Benjamin Brittens "War Requiem" zur Einweihung der neuerbauten Kathedrale von Coventry uraufgeführt. Die Totenmesse in Verbindung mit den Texten und Gedichten von Winfried Owen, der 1918 bei Ors in Frankreich gefallen ist, ließen ein Spannungsgefüge entstehen zwischen hoffnungsvollem Gebet und Anklage gegen die Sinnlosigkeit des Krieges. Ein Gottesdienst zum "War Requiem" in der Stadtkirche zog eine Verbindug zu Gen 22.
  • Gedenken an einen Luftangriff
    Am 22. Juni 1916 erlebte Karlsruhe den ersten großen Luftangriff des Ersten Weltkriegs. Die französischen Fliegerbomben schlugen in ein Wohnviertel und im Zelt des Zirkus Hagenbeck ein. 120 Tote waren zu beklagen, darunter 71 Kinder, die die Zirkus-Vorstellung besucht hatten. An dieses Ereignis erinnerte  die evangelische Kirche in einer ökumenischen Gedenkveranstaltung.

 

 

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

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Aufgegriffen und weiterentwickelt

    Umfeld des Beitrags

    • Gedenkstätte NS-Zwangsarbeiterlager in Neukölln
      Gedenken und Erinnern an Ereignisse wie den 9. November oder die Befreiung von Auschwitz.
      Dieser Artikel ist für alle Internetnutzer sichtbar.
      von einem Geistreich-Mitglied

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