Tage der Utopie

Autor/innen
2 Geistreich-Mitglieder
Erstellt am: 25.08.2014
Letzte größere Änderung: 01.09.2014
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Erwachsene, Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung, Wissenschaft und Ethik
Gemeinden/Institutionen
Christian Jensen Kolleg in Breklum
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: eine Woche
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Tage der Utopie

Kurzbeschreibung

Das Besondere der "Tage der Utopie" ist, dass die Vorträge herausragender Referenten aus verschiedenen Fachgebieten von kammermusikalischen Uraufführungen umrahmt werden und im Anschluss daran jeweils Workshops mit den Referenten stattfinden.

Situation / Kontext

Die zumeist medialen Gefechte über das Gelingen unserer Gesellschaften sind allzu oft von alltagspolitischem Pragmatismus geprägt. In ihnen spiegeln sich unsere eigenen Wünsche nach Sicherheit und gewohnter Normalität im Alltag, im Sinne des „mehr vom Gleichen“.
Wünsche nach Kontinuität und Aufbruch kennzeichnen das Spannungsfeld des gesellschaftlichen Zeitgeistes.
Dabei entwickeln sich zunehmend neue Spielregeln des Wandels. Diese kommen dem Bedürfnis nach individueller Entwicklung und weitreichender Gerechtigkeit jenseits verbrauchter Ideologien und Verfestigungen entgegen.

Ziele

Die “Tage der Utopie” verstehen sich als Inspirationsquelle für kommende Entwicklungen. Die Referent/innen betreten mit den Teilnehmern einen bisher nicht untersuchten Ort, Utopia. Pragmatismus tritt hier bewusst zurück, um Perspektiven zu eröffnen, die nicht in der Unsicherheit der Gegenwart feststecken, sondern weite Räume gesellschaftlicher Wandlungen erschließen.

Was heute noch Spagat zwischen Tradition und Zukunftsfähigkeit ist, ermöglicht in Utopia einen scharfen Blick auf kommende Potentiale. Gespräche mit Zeit und Workshops sind dabei Intensivierungen. Später kann so eine Plattform entstehen, die Zukunft macht.

Der mit dem Festival verbundene Kompositionsauftrag für zeitgenössische Musik erweitert die unmittelbaren Zugänge zum Ungewohnten.

Reflexion / Hintergrund

Die "Tage der Utopie" verstehen sich als "mutige Expedition nach Übermorgen".

Das Besondere der "Tage der Utopie" ist, dass die Vorträge herausragender Referenten aus verschiedenen Fachgebieten von kammermusikalischen Uraufführungen umrahmt werden und im Anschluss daran jeweils Workshops mit den Referenten stattfinden.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Wir haben unsere Referent/innen gebeten, in der Vorbereitung auch die besonderen Bedingungen der umliegenden Region zu berücksichtigen. Da, wo thematische Berührungspunkte bestehen, haben wir Paarungen gebildet.

Durchführung

Partizipation, neue Lebensstile, Aufwertung ländlicher Entwicklung, sinnvolles Handeln mit Geld, Bildungsgerechtigkeit und Inklusion sind unser Material, um Brücken zwischen dem ‚nicht mehr so weiter‘ und dem ‚wie denn dann‘ zu bauen. Impulsvorträge am Abend und ein erweiternder Workshop am nächsten Morgen ergänzen einander. So gelingen sensible Perspektivwechsel, die in den folgenden Workshops konkrete Handlungsoptionen eröffnen Jede Veranstaltung ist einzeln buchbar. Die mit den "Tagen der Utopie" verbundenen musikalischen Uraufführungen sind  in den Dialog der Vorträge integriert.

2014 standen die dritten Tage der Utopie unter dem Motto "Nur noch Utopien sind realistisch".
Das Thema wurde unter folgenden Aspekten behandelt:

  • Barrierefreies Europa. Grenzenlose Inklusion.
  • Wege kommunalen Wandels. Neue Handlungspielräume zwischen öffentlicher Hand und kreativen Potentialen
  • Zero Land. Schleswig-Holstein: eine Utopie im Realitätscheck
  • Expandierende Bildungsgerechtigkeit. Zukünftiger Brückenbau zwischen Schule, Unternehmen und Politik
  • Neuer Lebensstil. Ein Alltag im Zeitalter der Postwachstumsökonomie
  • Die Idee des Gartenringdorfes: Permakultur als Zukunftswerkstatt des ländlichen Raumes
  • Ohne Sinn wird es beliebig. Wohin geht die Zukunft der Banken?

 

Bei den zweiten "Tagen der Utopie" 2012 unter dem Titel und "Entwürfe für eine gute Zukunft"  ging es u.a. Fragen zu Entwürfen für eine Zukunft des Geldes. Prof. Margrit Kennedy (10.30 Uhr) und Susanne Wiest (19 Uhr), Tagesmutter aus Greifswald, stellten ihre Ideen zu alternativen Finanzsystemen und bedingungslosem Grundeinkommen vor und entwarfen damit auch neue Chancen für die Weiterentwicklung unserer Demokratie.

Der  zweite Tag begann mit einem Gottesdienst, gestaltet von Mitarbeitenden des "gottesdienstinstitut nordelbien"  unter dem Titel "Geistzeit am Sonntagmorgen".

  ehe es um pädagogische Zukunftsmodelle ging: "Wie lernen wir in Zukunft wirklich?" war die Frage, die im Mittelpunkt stand. Unsere Schulsysteme entwickeln sich nicht in Behörden, sondern in der konkreten Beziehung zwischen Lehrern, Eltern und Schülern. Am Abend stellte Michael Gleich eine Form des Journalismus vor, der neben die schlechte Nachricht den Bericht über nachhaltige Lösungen setzt: konstruktiven Journalismus. Es ist entscheidend für die Krisenorte der Welt, was und wie der Rest der Welt über sie erfährt.

Am dritten Tag ging es zunächst im Gespräch mit der Hamburger Imamin Halima Krausen um den interreligiösen Dialog. Der Philosoph Christoph Quarch entwarf am Abend ein anderes Denken, das eine Voraussetzung für gesellschaftliche Veränderungen genannt werden kann. Am letzten Tag stand eine Abschlussperformance mit allen Referent/innen auf dem Programm.

  

www.tagederutopie.de

 

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Der malerische Frühling um das Christian Jensen Kolleg lädt ganz natürlich ein, sich eine sinnvolle Auszeit voller anregender Impulse zu nehmen. Die Stimmung unter den übernachtenden Teilnehmern hat sich bei den letzten Tagungen so zu einem lebendigen Gesamtkunstwerk entwickeln können.

  
Die ersten "Tage der Utopie" hatten etwa 100 Teilnehmende - von Studierenden bis zu Senioren.

Bei den dritten Tagen der Utopie nahmen insgesamt rund 400 Menschen an den Vorträgen und etwa 200 Menschen an den Workshops teil.

2012, bei den zweiten TdU, war die Zahl etwas geringer, lag bei 350/150.

Die Referenten aus dem Jahr 2012 kamen wiederholt nach Breklum, um an den eröffneten Themen weiterzuarbeiten.
2014 nehme ich ganz unmittelbar wunderbare inhaltliche Befruchtungen wahr:
Der Inklusions-Impuls von Gregor Demblin verändert die Haltung der MitarbeiterInnen im Kolleg mit Christina Veldhoen erarbeiten wir ein lokales Umsetzungskonzept für "Rock Your Life!" in den ländlichen Räume mit Edouard van Diem entsteht ein "essbarer Wald", ein Permakultur-Projekt auf dem Gelände des Christian Jensen Kolleg aus Niko Paechs Impulsen wächst das erste Nordfriesische Repair-Cafe

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