Twittagsgebet.de – Nachtisch für die Seele

Author
2 Geistreich-members
Created at: 2014-10-24
Last major update at: 2014-10-31
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Gebet und Stille, Internetauftritt und Newsletter
Institutions
Ev. Landeskirche in Baden in Karlsruhe
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: täglich
Votes
2 votes
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Abstract

Jeden Tag um die Mittagszeit serviert twittagsgebet.de einen „Nachtisch für die Seele“. In höchstens 140 Zeichen – das ist kürzer als eine gewöhnliche SMS – verschickt die badische Landeskirche einen kurzen Impuls oder ein Gebet. Gelesen werden können diese über die Website twittagsgebet.de oder direkt auf dem Smartphone.

Registrierte Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter können die Kurzgebete unterwww.twitter.com/twittagsgebet kostenlos abonnieren.

Situation / context

a) Internet und Social Media werden zunehmend mobil genutzt – und was macht der Mensch, wenn er irgendwo ansteht oder wartet? Er holt das Smartphone heraus…

b) Der Mikrobloggingdienst Twitter wird hauptsächlich von Medienprofis bzw. medienaffinen Milieus genutzt, die meist keinen (engen) Kontakt zur Kirche und ihren Angeboten haben.

    

Die Fülle der Bibel und des Glaubens führen immer neu zu Ausdrucksformen, Gott zu loben und den christlichen Glauben zu kommunizieren: Facebook, Twitter und Co. bezeugen dies in vielfacher Weise. Wir zeigen hier im Monatsthema Berichte und Ansätze, die neue Wege weisen.

  

http://www.geistreich.de/FokusDigitaleGesellschaft

  

Goals

Das „Twittagsgebet“ will einen spirituellen Impuls mit in die Mittagspause geben – und das in einem Medium, in dem man nicht unbedingt ein geistliches Angebot erwarten würde. Und genau darin liegt der Reiz: In einem schnellen Medium wie Twitter mitten in der oft hektischen Mittagszeit einen kleinen Ruhepunkt zu finden – wenn man so will, eine digitale Entschleunigung!

Und eine Konzentration: 140 Zeichen bieten wenig Platz für Worte, was die Gebetsinhalte auf das Wesentliche reduziert, ein Beispiel zu Pfingsten: „Mal kommt Dein Geist als Gegenwind, mal als Rückenwind in mein Leben. Nicht immer, wie ich es gerne hätte, aber immer, wie ich es brauche...“.

Reflection / background

Twitter wird anders als Facebook stärker im beruflichen bzw. professionellen Kontext verwendet, sprich: von medienaffinen Menschen, die sich selbst als Multiplikatoren verstehen und anbieten. - Die Chancen hierbei:

a) Man erreicht die Menschen direkt in ihrem eigenen Netzwerk, sprich: in ihrer eigenen (digitalen) Umgebung, ihrer „alltäglichen Wohlfühlzone“.

b) Einzelne Tweets können im eigenen Netzwerk retweetet, also weitergeleitet werden - hierdurch entsteht ein Kaskadeneffekt: Es werden ggf. auch Menschen erreicht, die gar nicht zum eigenen Netzwerk gehören.

General information on realization

Mit keinerlei finanziellem und nur geringem zeitlichen Aufwand (etwa 5 Minuten pro Tag zum Formulieren und Publizieren des Gebets) kann man mit etwas Geduld zu Beginn (wenn man noch unbekannt ist und kaum eigene Follower hat) ein stabiles Netzwerk aufbauen.

Alles weitere in den beiden folgenden Punkten.

Preparation

Zur a) Autorengewinnung sollte man nur einen kleinen Kreis an Autoren anfragen – nicht zu viele, damit man nicht irgendwann Opfer des Bystander-Effekts wird, und man doch alles selbst schreiben muss („…es sind ja noch genug andere da“).

Die b) Öffentlichkeitsarbeit begann beim Twittagsgebet zunächst durch Vernetzung in Twitter und Facebook; erst als schon einige Gebete und Impulse vorhanden waren, folgte die „klassische“ Öffentlichkeitsarbeit mit einer Pressemeldung und Artikeln in Gemeindebriefen etc.

Realization

Besonders in der Anfangszeit ist es wichtig, regelmäßig zu twittern, präsent zu sein und schnell auf eingehende Nachrichten zu reagieren. Von Anfang an haben wir andere Kanäle abonniert, die zu unserem Angebot passen, und sind somit Teil der dortigen Netzwerke geworden.

Da die Twitter-Community – zu Recht! – allergisch auf verkappte Werbung (z.B. ein als Gebet „getarnter“ Veranstaltungshinweis) reagiert, verzichten wir darauf ausnahmslos.

(Kleiner Praxistipp: Tweets um „kurz vor“ verschicken: Die meisten Besprechungen beginnen zur vollen oder halben Stunde – viele schauen kurz vorher nochmal auf ihr Smartphone.)

Wrap up & follow-up actions

a) Mit zeitlich befristeten Aktionen erhält das Twittagsgebet jeweils neue öffentliche Aufmerksamkeit: Während der Fußball-WM 2014 haben wir beispielsweise täglich Fußballerzitate religiöser Natur getwittert. Twitter kann auch in der Gemeinde eingesetzt werden: Die damalige Pfarrerin Gudrun Mauvais führte in der evang. Kirche Kehl 2012 zum wiederholten Mal eine gemeinsame Aktion von Konfirmanden/-innen und Kirchenältesten durch, bei der 24 Gebete und Impulse als Adventskalender für das Twittagsgebet entstanden sind.

b) Wie jeder Twitter-Account kann auch das Twittagsgebet problemlos in die eigene Website eingebettet werden – kleinste geistliche Impulse als Mehrwert für den eigenen Internetauftritt (bei Social-Media-Plugins ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Kommunikation im Web 2.0 einen anderen Charakter haben kann als die herkömmliche Präsentation im „klassischen“ Internet, s.u.).

c) Demnächst wollen wir den „Nachtisch für die Seele“ mit kostenlosen Verteilkarten in Restaurants und mit bedruckten Servietten in kirchlichen Tagungshäusern („Guten Appetit wünscht das Twittagsgebet“) bewerben.

Effect / experience

a)Das digitale Gespräch wirkt in einem Social-Media-Kanal weniger „offiziell“ als bei der herkömmlichen Internetpräsenz einer Gemeinde oder Kirche – und das bringt Freiheit: Mit den täglichen Tweets kann man experimentieren, kecker und prägnanter Position beziehen und neue bzw. andere Formen wagen.

b) Spirituelle Impulse und Gebete stehen quer zur üblichen Nutzung von Twitter als Nachrichtenkanal bzw. Kanal zur Beziehungspflege - und erregen somit per se Aufmerksamkeit.

Wer sich den Begriff „missionarische Chance“ verkneifen möchte, kann dennoch in spirituellen Angeboten wie dem Twittagsgebet eine gute Gelegenheit für Dialog und geistlich-geistreiche Anregungen für Menschen in ihrer je eigenen digitalen Umgebung sehen.

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