Erste christliche Arbeitsvermittlung

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 26.08.2010
Letzte größere Änderung: 26.08.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Gemeinwesen
Gemeinden/Institutionen
Ev. Kirchengemeinde St. Jakobi Stollberg in Stollberg/Erzgebirge
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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3 Stimmen
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Erste christliche Arbeitsvermittlung

Kurzbeschreibung

Eine Kirchengemeinde betreibt eine professionelle Arbeitsvermittlung. Arbeitssuchende mit kirchlich-diakonischen, gesundheitlich-sozialen sowie pädagogisch-administrativen Berufen werden an christliche, gemeinnützige, öffentliche und medizinisch-soziale Arbeitgeber vermittelt.

Situation / Kontext

In einer kirchlichen Diasporaregion wird eine Kirchengemeinde direkt in der Arbeitsvermittlung aktiv. Aufgrund der Diasporasituation können die Menschen über Glaubensthemen schwer erreicht werden. Daher ist die Idee, dass die Kirche die soziale Not der Menschen ernst nimmt und ihnen durch die Vermittlung von Arbeit hilft. Dadurch ist Kirche Kirche für Andere , ist vor Ort präsent und den Menschen nahe.  Menschen werden durch die Kirchengemeinde mit ihren beruflichen und persönlichen Fähigkeiten wahrgenommen und in den Arbeitsmarkt integriert.

Ziele

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Reflexion / Hintergrund

Auf dem ersten Arbeitsmarkt in Sachsen, der von 1990-2010 für viele Menschen unzugänglich war, gibt es aufgrund des demografischen Wandels zunehmend Chancen. Erstmals kann auf arbeitsmarktpolitische Probleme nicht nur mit Beratung, sondern auch mit Vermittlung reagiert werden. Für die genannten Arbeitssuchenden und Arbeitgeber gibt es aktuell keine überzeugenden Angebote der Arbeitsagenturen und privaten Vermittler. In St. Jakobi wurden seit 1991 durch die "Kirchliche Erwerbsloseninitiative" Arbeitslose  beraten. Im Jahr 2007 entstand in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur Stollberg das Modellprojekt "Jakobi-Job-Lotsen". Arbeitsvermittlung ist in Deutschland professionell nur als eingetragenes Gewerbe möglich; daher musste sich die Gemeinde als Arbeitsvermittlung eintragen lassen.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Im Juni 2009 entschloss sich der St.-Jakobi-Kirchenvorstand zur Gründung einer professionellen Arbeitsvermittlung.  Neben dem Gemeindepfarrer waren zwei Mitarbeiter des Modellprojekts "Jakobi-Job-Lotsen" hier treibende Kraft.
Am 5. Juni 2009 wurde die professionelle Arbeitsvermittlung in das Gewerberegister eingetragen. In Absprache mit einem Steuerberater und Rechtsanwalt wählten wir als Körperschaft öffentlichen Rechts die Rechtsform "Betrieb gewerblicher Art". Das Internetportal
www.erste-christliche-arbeitsvermittlung.de entstand zeitgleich zum 350. Kirchweih-Jubiläum der Kirchengemeinde.

Durchführung

Auf der Plattform werden Bewerbungen und Stellenangebote online und datensicher eingetragen. Wir konzentrieren uns auf 26 konkrete Berufe vom Altenpfleger über den Erzieher bis zum Kantor. (vgl. Laufband-Liste auf der Startseite von www.erste-christliche-arbeitsvermittlung.de). In jedem der 26 Berufe in Sachsen werden jährlich über hundert Stellen besetzt und es sind deutlich mehr als hundert berufsspezifische Arbeitslose gemeldet. Für angebotene Stellen von Arbeitgebern wird zuerst im Bewerber-Pool gesucht. Sind hier keine passenden Bewerber zu finden, veröffentlichen wir die Stellen  oder kommen über verschiedene Wege (zum Beispiel Click-Anzeigen bei Google-Ads) mit Bewerbern aus  dem gesuchten Beruf in Kontakt.  Über berufliche, persönliche und christliche Kompetenzen finden wir heraus, welcher Arbeitssuchende zu welchem Arbeitgeber passt.

 

Dauer: Die "Erste christliche Arbeitsvermittlung" ist am 15.01.2010 gestartet. Die erste Projektphase geht bis zum Jahr 2014.

Arbeitsaufwand: Wöchentlich 20 Stunden bei deutlich steigender Tendenz

Mitarbeitende: Eine Mitarbeiterin mit 20 Stunden sowie der Gemeindepfarrer. Ein Steuerberater und ein Rechtsanwalt waren beratend tätig.

Materialien: Die Internetpräsenz www.erste-christliche-arbeitsvermittlung.de sowie Broschüre und Flyer.

Kosten: Monatlich 1.500€. Vermittlungsgutscheine, die die Agentur für Arbeit an Arbeitslose ausgibt, finanzieren die Arbeitsvermittlung.

Material/Downloads

Die Broschüre "Der sächsische Arbeitsmarkt für kirchliche, diakonische, soziale, pädagogische, gesundheitliche und administrative Berufe" steht auf der Startseite von www.erste-christliche-arbeitsvermittlung.de zum Download zur Verfügung

Links/Homepage: www.erste-christliche-arbeitsvermittlung.de

Zu den Kompetenz-Seiten gelangt man wie folgt:
Testzugang für Arbeitnehmer auf www.erste-christliche-arbeitsvermittlung.de:
Nutzer Jakobikirche  Password: Job1Lotse
Testzugang für Arbeitgeber auf www.erste-christliche-arbeitsvermittlung.de:
Nutzer: Job1Lotse Password: Jakobikirche

Weitere Infos

Direkten Kontakt ermöglichen. www.ecav.de, www.kirche-stollberg.de und pfarrer.dohrn@ecav.de

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Unser nächste Schritt ist die Gewinnung weiterer Arbeitgeber und eine größere Öffentlichkeit.
Wir knüpfen aktuell in allen 10 sächsischen Landkreisen sowie in Chemnitz, Dresden und Leipzig Kontakte zu großen diakonischen, gesundheitlich-sozialen sowie pädagogisch-administrativen Arbeitgebern. Außerdem bemühen wir uns um Kontakt zu sächsischen Radio-Sendern und  lokalen Fernseh-Stationen.

Wirkung / Erfahrung

Seit der Freischaltung der Homepage klickten mehr als 7.500 Personen die Seite an. Mehr als 400 Arbeitssuchende haben einen schriftlichen Auftrag zur Arbeitsvermittlung erteilt. Täglich melden sich bis zu drei Arbeitgeber mit neuen Stellen. Das Projekt erfährt auch überregional ein großes Medienecho
(z.B. www.zeit.de/2010/04/S-Am-Start).

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden: Die Arbeitssuchenden sind dankbar für ein persönliches, unbürokratisches und effizientes Angebot. Die Arbeitgeber sind dankbar für ein Angebot, dass die Passung entlang beruflicher, persönlicher und christlicher Kompetenzen vornimmt.

Tipps für Nachahmer: Das Projekt muss inhaltlich zum Gemeindeleitbild passen bzw. darin explizit erwähnt werden. Der Kirchenvorstand braucht Mut und Visionen sowie die Beratung von Rechtsanwalt und Steuerberater.

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