Goldene Steine und Engelträume

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 26.08.2010
Letzte größere Änderung: 26.08.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Alternative Gottesdienste, Kinder und Grundschule
Gemeinden/Institutionen
Ev.-luth. Kirchengemeinde Filsum in Filsum
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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3 Stimmen
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Steine

Kurzbeschreibung

Ein Einschulungsgottesdienst nimmt besonders auch die Schulanfänger anderer Konfessionen und Religionen in den Blick.

Situation / Kontext

In der Grundschule herrschen multireligiöse Bedingungen.

Ziele

Den multireligiösen Bedingungen in der Grundschule wird im Einschulungsgottesdienst in besonderer Weise Rechnung getragen.

  • Die neuen Schulkinder bekommen einen toleranten Start.

Reflexion / Hintergrund

Der Schulanfang ist eine besondere Situation im Leben von Kindern und ihren Eltern. Darum geben sich an vielen Orten (Religions)lehrerinnen und –lehrer, aber auch Pastorinnen und Pastoren große Mühe, um die Feier am Beginn der Schulzeit angemessen und festlich zu gestalten. Sie freuen sich, wenn Menschen verschiedenster Herkunft und Prägung, verschiedener Nationalitäten und Religionen mit dabei sind. Die christliche Kirche versteht den Einschulungsgottesdienst in Übereinstimmung mit den klassischen Kasualien als ein „Schwellenritual“, in dem Freude und Erwartung, aber auch Angst und Befürchtungen zum Ausdruck gebracht werden können und unter Gottes Verheißung und Segen gestellt werden.

Die spätmoderne Situation in unserer Gesellschaft mit einer Pluralität von Lebensformen und Anschauungen bietet Chancen und Herausforderungen. Dazu gehört auch das Zusammenleben mit Menschen anderer Konfessionen und Religionen. An unseren Schulen sind es vor allem muslimische (selten jüdische, zuweilen auch buddhistische oder hinduistische) Kinder, die uns begegnen.

Das vorliegende Formular ist ein erster Versuch, ausgehend vom Modell liturgischer Gastfreundschaft, d.h. unter dem Vorzeichen, dass die evangelische Kirche vor Ort die Schule(n) und die Eltern einlädt, einen Einschulungsgottesdienst zu feiern.

Gleichwohl ist damit zu rechnen, dass es – vor allem in den Großstädten – auch die Situation geben wird, dass die Schule Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften, also z.B. einen römisch-katholischen oder einen orthodoxen Priester, eine/n Rabbiner/in, eine Imamin oder einen Hodscha und eine/n evangelische Pastor/in oder Religionslehrer/innen zur Gestaltung einer Einschulungsfeier auffordert, zu der die Schule einlädt. Dann haben wir bereits eine „multireligiöse Situation“, die uns auch liturgisch vor etwas andere Aufgaben stellt. Für diesen Fall haben wir in unserem Formular eine, wie wir hoffen, theologisch und pädagogisch gut verantwortete Lösung gefunden, die nach dem Prinzip der „Addition“ funktioniert.

Das Formular berücksichtigt exemplarisch Elemente der islamischen Tradition. Einschlägige Suren aus dem Koran können zu den christlichen Texten hinzugefügt und von einem Vertreter der muslimischen Religionsgemeinschaft oder einem Elternteil gelesen werden. Es versteht sich von selbst, dass in einem solchen Fall die für die religiöse Feier Verantwortlichen den Ablauf, die Texte und die Musik gemeinsam abstimmen. Insofern sind die hier aufgenommen nichtchristlichen Texte nur als mögliche Optionen zu verstehen. Rollenklarheit in religiösen Fragen ist besonders für die Kinder wichtig. Eine Verquickung von Texten („interreligiöses“ Beten) ist bewusst vermieden worden.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Der Gottesdienst wurde zusammen mit Dr. Jochen M. Arnold und Pastor Fritz Baltruweit entwickelt.

Vorbereitung

Variante 1 „Stein“

Für die Erzählung von 1. Mose 28 wird ein großer Stein benötigt, der an der Unterseite mit Gold(spray) besprüht ist. Er liegt zunächst mit der Goldseite nach unten vor dem Altar und wird im Verlauf der Geschichte hochgehoben. (Goldseite ist zunächst nicht sichtbar). Während der Segenshandlung bekommt jedes Kind einen flachen Kieselstein, der auf einer Seite mit Gold besprüht ist.

 

Variante 2 „Engel“

Für die Erzählung von 1. Mose 28 wird ein großer Stein benötigt, der an der Unterseite mit Gold(spray) besprüht ist. Er liegt zunächst mit der Goldseite nach unten vor dem Altar und wird im Verlauf der Geschichte hochgehoben: ein Zeichen, das er von Engeln berührt worden ist. Während der Segenshandlung bekommt jedes Kind einen Engel aus Sperrholz.

Durchführung

Den ausführlichen Ablauf des Gottesdienstes finden Sie als Download unter "Materialien" unten auf der Seite.

 

Materialien:
An der Unterseite mit Gold(spray) besprühter großer Stein, für jedes Kind einen flachen Kieselstein bzw. einen Engel aus Sperrholz.

Hinweis

MATERIALHEFT: INTERRELIGIÖSE ERZIEHUNG IN KITAS
Zum Abschluss der zweiten Projektphase von „Weißt Du, wer ich bin?“ wird das Materialheft „Interreligiöse Erziehung und Bildung in Kindertagesstätten“ veröffentlicht. Das Projekt wurde getragen vom Zentralrat der Juden, von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), vom Zentralrat der Muslime und von der Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB). Das Materialheft bietet für Erzieherinnen und Erzieher wie Eltern Praxisbeispiele, Basisinformation und Reflexionen für die religiöse Erziehung im Elementarbereich. Neben erprobten Beispielen zu den Themen „Räume gestalten“ und „Glauben leben“ gibt es Rezepte, Spiele, Bastelanleitungen und Malvorlagen. Exemplarisch wird gezeigt, wie Kinder in den verschieden Religionen dem Tod begegnen oder wie sie trauern. Grundsätzliche Überlegungen zu Bildungs- und Erziehungszielen aus jüdischer, christlicher und islamischer Perspektive vervollständigen das Heft. Bestelladresse: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, Tel. 0 69 / 24 70 27 - 0, E-Mail: info@ack-oec.de, Internet: http://www.oekumene-ack.de

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

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Aufgegriffen und weiterentwickelt

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      Kirchengemeinde Filsum z. Hd. Margot Haffke Westerende 2 26849 Filsum.
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