SchulLEBEN - Schulseelsorgenetzwerk im ostdeutschen Kontext

Autor/innen
2 Geistreich-Mitglieder
Erstellt am: 13.02.2015
Letzte größere Änderung: 13.02.2015
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Schulseelsorge
Gemeinden/Institutionen
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland in Magdeburg und Staatliche Kooperative Gesamtschule "Herzog Ernst" Gotha in Gotha
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: auf Dauer
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Kurzbeschreibung

An einer thüringischen Gesamtschule geschieht Seelsorge im Team.

Situation / Kontext

Das Netzwerk ist aus Erfahrungen im Religionsunterricht entstanden.

Die Lehrer/innen sind dort mit Sorgen von Schüler/innen konfrontiert:

  • "Ich ritze mich - was kann ich tun?"
  • "Ich bin traurig - hör' mir zu, was ich erlebt habe ..."

Ebenso werden Anliegen von Schülern und Schülerinnen an die Lehrer/innen herangetragen:

  • "Ich möchte mich sozial engagieren - wo kann ich anpacken?"
  • "Wir waren in Taizé und das war super - warum gibt es in Gotha noch keinen Taizé-Gottesdienst?!"

Auch für die Sorgen und Anliegen von Kollegen und Kolleginnen sollen die Religionslehrer/innen ansprechbar sein:

  • "Ein Schüler aus meiner Klasse ist gestorben - wie verhalte ich mich?"
  • "Wie reagieren wir auf Mobbing angemessen und hilfreich?"


Ziele

  • Vernetzung der Schulseelsorgearbeit und Zusammenarbeit mit Psycholog/innen und Beratungslehrer/innen bündelt Kompetenzen.

Reflexion / Hintergrund

"Schulseelsorge ist ein durch den christlichen Glauben motiviertes und von der Kirche getragenes offenes Angebot an alle Menschen im Lebensraum Schule (Schülerinnen, Lehrerinnen, Mitarbeitende an der Schule, Eltern).

Sie bietet ein offenes Ohr, qualifizierten Rat, Hilfe und religiös-ethische Begleitung in den Herausforderungen des alltäglichen Lebens.

Damit leistet sie einen unverwechselbaren Beitrag zu einer lebendigen und menschenfreundlichen Schulkultur."

(Evangelische Schulseelsorge der Evangelische Landeskirche in Württemberg -

ptz Stuttgart, 2007 - 2010)


Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

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Durchführung

Schulseelsorge geschieht an der KGS Gotha im Team aus Schulpfarrer, Schulpsychologin und den Beratungslehrern.

Kooperationspartner sind die Diakonie Gotha (Begegnungsstätte "Liora") und der Behindertenverband Gotha.

  • Das Team spricht einmal pro Woche mit der/dem Schulleiter/in.
  • Das Team arbeitet mit Lehrer/innen zusammen (kollegiale Fallberatung,  Einzelberatung, Unterrichtsentwicklung)
  • Das Team arbeitet mit Eltern zusammen (Lebens-, Konflikt- und Schullaufbahnberatung, Mediation)
  • Das Team arbeitet mit Schüler/innen zusammen (Klassensprecher/innen-Versammlung, Streitschlichter/innen, Klassenprojekte "Soziale Lernen"), Einzel- und Gruppengespräche bei Konflikten)
  • Projekte: Sportprojekt (Klasse 6), Ausbildung von Streitschlichter/innen, Lions Quest (Lebenskompetenzen für Kinder und Jugendliche), Trainingsraum (Klasse 7/8)

    Zur Fallberatung mit den Klassensprecher/innen gibt seit dem Schuljahr 2008/2009 monatliche Treffen.
    Ziel ist die selbstverantwortliche Mitbestimmung

    des Schul-/Klassenklimas. Die Schüler/innen stellen die Probleme vor. Danach wird nach Dringlichkeit ausgewählt. Die Fallberatung geschieht nach dem Modell des Lösungsfokussierten Reflecting Teams (Präsentation, Klärung, Bestätigung, Reflecting, Schluss.
    Es gibt fünf Schulgottesdienste im Schuljahr. Eine eigene AG bereitet zusätzlich Taizé-Gottesdienste mit einer Kreativaktion vor.
    Zur Trauerkultur hat die Schulseelsorge in Kooperation mit der Beratungsstelle der Diakonie bisher 40 Lehrer/innen in Modulen fortgebildet.

  • Fortbildung 1: Trauerzugänge: Informationen, Umgang
  • Fortbildung 2: Trauerpraxis: Krisenkoffer, Methoden, Rituale
  • Krisenteam-Schulung: Kooperation mit der Notfallseelsorge
  • Initiative Gedenkkultur: Wie leben wir mit unseren Toten?

    In der AG Kurzweile (ein Kooperationsprojekt zwischen Schuljugendarbeit, Kirchenkreissozialarbeit und Helios-Klinik) machten seit 2006 ca. 60 Schüler/innen 1200 Stunden Besuche bei Kindern im Krankenhaus.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Zu den Schulgottesdiensten kommen 30-110 Besucher/innen.

Über die Motivation der Schüler/innen, an der AG Kurzweil teilzunehmen, geben diese Zitate exemplarisch Auskunft:

Ich bin Kurzweiler/in,

  • "weil mich das Glücklichmachen glücklich macht."
  • "weil es mir Spaß macht, anderen zu helfen."
  • "um den Kindern ihren Krankenhausaufenthalt zu verschönern."
  • "weil es mir Spaß macht mit Kindern zu spielen und ihnen Freude zu bereiten."
  • "weil ich es liebe mit Kindern zusammen zu sein und gerne Erfahrungen für mein späteres Leben mache."
  • "weil es sowohl das Leben der Kinder, als auch mein Leben bereichert."

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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