Netzwerk Diakoniestation Munster

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 10.09.2010
Letzte größere Änderung: 10.09.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Gemeinwesen, Alter und Pflege, Ehrenamtliche
Gemeinden/Institutionen
St. Urbani Kirche Munster in Munster
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Auf Dauer
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Neztwerk Diakoniestation Munster

Kurzbeschreibung

Eine Kirchengemeinde bildet ein unterstützendes Netzwerk für die Diakoniestation. Dadurch wird das seelsorgerliche Element in der diakonischen Arbeit gestärkt.

Situation / Kontext

Nachdem die Diakoniestation 1998 von der kommunalen in die Trägerschaft der Kirchengemeinde übergegangen war, wurde schnell klar, dass für die Seelsorge in der Diakonie zu wenig Zeit da war.

Ziele

Eine Gemeinde gibt sich ein diakonisches Profil. Ehrenamtliche ergänzen die knapp bemessene Arbeitszeit von Hauptamtlichen in der Diakonie. Die Zusammenarbeit zwischen Diakonie und Gemeinde wird dadurch gestärkt.

Reflexion / Hintergrund

Nachdem die Diakoniestation 1998 von der kommunalen in die Trägerschaft der Kirchengemeinde übergegangen war, wurde für die Gemeinde sehr schnell klar, dass sie an der Stärkung des speziell diakonischen Profils der Sozialstation arbeiten musste. Besonders das seelsorgerliche Element der diakonischen Arbeit wurde dabei als mögliches Arbeitsfeld erkannt, da die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen wegen des hohen Kostendrucks immer weniger Zeit für längere Gespräche haben.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Aus der Kirchengemeinde heraus wurde ein Netzwerk zur Unterstützung der diakonischen Arbeit gebildet.

Durchführung

Innerhalb dieses Netzwerks entstanden folgende Gruppen und Kreise:

  • ein Krankenhausbesuchsdienst mit etwa 8 Ehrenamtlichen
  • eine Hospizgruppe unter Leitung des Gemeindediakons zur Sterbebegleitung für Kranke und Entlastung pflegender Angehöriger. Die Mitarbeitenden erhielten ihre Ausbildung über das Gemeindekolleg der Vereinigten Evangelischen-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).
  • eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige unter Leitung einer Schwester der Diakoniestation
  • eine Selbsthilfegruppe chronischer Schmerz unter Leitung einer selbst betroffenen Kirchenvorsteherin
  • eine Seniorengymnastikgruppe unter Leitung einer Mitarbeiterin der Diakoniestation
  • eine nachmittägliche ehrenamtliche Betreuung an Demenz Leidender, die in der Station 14-tägig von vier ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen durchgeführt wird.
  • eine Gruppe zur Begleitung Trauernder als Kooperation von Gemeinde, Diakoniestation und Kirchenkreisseniorenarbeit des Kirchenkreises Soltau

Neben diesen Gruppen gibt es weitere Aktivitäten in Zusammenarbeit von Diakoniestation und Kirchengemeinde. Dazu gehören u.a. ein Sommerfest und eine Adventsfeier für Patient/innen und deren/ihren Angehörigen, ein Fahrdienst für Senior/innen, verschiedene Stände auf Wochenmärkten und Basaren. In einem Diakoniegottesdienst im Jahr wird das spezielle diakonische Profil der Gemeinde auch im gottesdienstlichen Rahmen deutlich betont und öffentlichkeitswirksam präsentiert.
Seit dem 1. Mai 2008 ist die Diakoniestation als "Diakoniestation Munster gemeinnützige GmbH" offiziell eigenständig, ist aber der Kirchengemeinde und dem Netzwerk weiterhin sehr eng verbunden.

 

Kosten: Manchen ehrenamtlichen Gruppenleitern wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt.

 

Arbeitsaufwand: Der Aufwand ist für die einzelnen Gruppen unterschiedlich, in der Regel gibt es wöchentliche Treffen. Hinzu kommen regelmäßige Treffen der Mitarbeiter.

 

Mitarbeitende: Insgesamt sind an dem Netzwerk neben dem Pfarrer, der Leiterin der Diakoniestation und einem Diakon etwa 30 Ehrenamtliche beteiligt.

 

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden: In Gesprächen wird immer das besondere Profil der Diakoniestation hervorgehoben, gerade im Vergleich zu privaten Pflegediensten.


Links / Homepage:
http://www.st-urbani-kirche.de

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Durch starkes ehrenamtliches Engagement gerade auch von Personen, die nicht sowieso bei der Station beschäftigt sind, ist das diakonische Profil der Gemeinde und der Diakoniestation enorm gestärkt worden. Für die gute ehrenamtliche Arbeit in den verschiedenen Bereichen des Netzwerkes ist auch eine gute pflegerische und medizinische Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeitenden in der Diakoniestation wichtig.

 

Tipps für Nachahmer/innen: Wenn man ein solches Netzwerk aufbauen will sollte man nicht mehrere Gruppen gleichzeitig gründen, sondern das Netzwerk sukzessive aufbauen.

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