Die acht Todsünden - ein Ausstellungsprojekt

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 26.02.2015
Letzte größere Änderung: 26.02.2015
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Bildende Kunst und Ausstellungen, Passionszeit
Gemeinden/Institutionen
St. Johannis-Harvestehude in Hamburg
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: 1 Woche
Meinungen
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Kommentare zum Dokument

Kurzbeschreibung

Alexander Pey nimmt die Sünde neu in den Blick. Gottesdienste in der Karwoche und zu Ostern beziehen sich darauf.

Situation / Kontext

Die Sündhaftigkeit menschlichen Handelns ist ein zentrales Thema der Passionszeit.

Ziele

Die Kunstwerke von Alexander Pey werfen ein neues Licht auf dieses Thema.

Die Ausstellung trägt den Titel "Der Glaube an die Liebe kann tödlich sein. Die acht Todsünden."

  • "Der Glaube an die Liebe kann tödlich sein" steht als Titel auf einem der Bilder. Das Motto passt zu Ostern, da sich Jesu Glaube an Gott und die Liebe für ihn als tödlich erwies. Und die Auferstehung ihn dann ins Recht setzte. Daher kann die Ausstellung Ostern neu erschließen helfen. 

Reflexion / Hintergrund

Der 1963 geborene Künstler Pey hat bereits viele Ausstellungen gestaltet.

Der Glaube an die Liebe hat Sehnsucht nach Gott, sucht nach seinem Antlitz im Gesicht des Menschen und der Schöpfung. Und er motiviert zum Erzählen von Geschichten, von der Sehnsucht nach Liebe, die schöpferisch werden lässt.

Gott als Schöpfer des Himmels und der Erde, von Harmonie und Verbundenheit. Davon erzählten auch die Farb- und Formkraft der beiden überlebensgroßen Seitenbilder, die allerdings erst zu betrachten waren, wenn man den Altarraum betrat und sich in die Mitte des Triptychons stellte. Polarität und Harmonie, Himmel und Erde und Verbundenheit bildeten ein eigenes Kraftfeld der Betrachtung. Erst wer sich davon abwandte und dem Altarbild den Rücken kehrte, wandte seinen Blick auf die Bilder an der Balustrade über dem Eingang, die für die sieben Todsünden stehen. Damit sollte der Betrachter eine äußere Bewegung machen, die die innere Abkehr des Menschen von Gott, das Heraustreten aus der eigenen Mitte, den Verlust des Paradieses symbolisiert.

Die Faszination durch die Sünde findet Raum in unserer Seele, wenn die Liebe im Herzen stirbt, wenn wir uns von Gott und seiner Liebe abwenden und durch die Ichbezogenheit auch die Beziehung zu unseren Mitmenschen sterben lassen. So hat es schon vor 1700 Jahren der griechische Theologe Evagrius von Pontus (oder Evagrius Ponticus) beschrieben, der zuerst acht "Todsünden" auflistet.

Sie haben bis heute Konjunktur, wenn Stolz eine Zierde und Geiz geil ist, Wollust und Maßlosigkeit zu Statussymbolen werden und Neid zum Gesellschaftsspiel, Zorn zur Strategie und Überdruss zum Zeitgeist.

Die Bilder von Alexander Pey laden  mit ihrer Präsenz ein, Geschichten von der Abkehr des Menschen von Gott neu zu hören.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

  • Absprachen mit dem Künstler
  • Werbung/ Öffentlichkeitsarbeit
  • Konzeption/Vorbereitung der Gottesdienste/Veranstaltungen

Durchführung

Bei der Vernissage referierte der Direktor der Art Cologne, Gérard A. Goodrow.

Die Gottesdienste in der Karwoche korrespondierten mit den Kunstwerken, indem sie den Glauben an die Liebe den Todsünden gegenüber stellten. Der Gottesdienst zum Palmsonntag, bei dem auch eine Schauspielerin mitwirkte, stand unter dem Motto "Die Todsünde als Abkehr vom Glauben an den Gott der Liebe."
Das Feierabendmahl am Gründonnerstag stand unter dem Leitwort ""Der Glaube an die Liebe im Angesicht von Abschied und Verrat", der Abendmahlsgottesdienst zu Karfreitag unter dem Leitwort "Der Glaube an die Liebe im Angesicht des Todes".

"Der Glaube an die Liebe kann tödlich sein" lautet der Schriftzug auf einem der überlebensgroßen Ölbilder von Alexander Pey. Vom Palmsonntag bis in die Osternacht verstellte es unser Altarbild, so wie es sonst durch das Hungertuch während der Karwoche verdeckt wird. Die Darstellung von Jesu letztem Abendmahl und seiner Kreuzigung verschwanden hinter dieser abstrakten Gestaltung, die den gewohnten Blick irritiert, inne halten und nachdenken lässt. Himmelblaue und blutrote Flächen, Schnüre wie Stacheldraht oder Dornen und dieser Schriftzug verlockten zum Nähertreten und zur Auseinandersetzung mit dem, was Glaube, Liebe und Tod meinen.

"Der Weg des Glaubens" führte durch die Osternacht mit Stationen mit Musik und Meditation, Texten und Tänzen.

"Die Feier des Glaubens an die Liebe im Angesicht des Lichtes" stand im Osterfrühgottesdienst mit Entzünden der Osterlichter und beim Osterfestgottesdienst im Mittelpunkt.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Die Kunstwerke waren Anlass für Konfirmanden und andere Gemeindegruppen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen

Wirkung / Erfahrung

Es gab etliche positive und erstaunte Reaktionen.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

    Umfeld des Beitrags

    • "Ein Mensch tröstet seinen Engel"
      Ausstellungen bieten Anlass sich auf neue Weise emotional und intellektuell mit einem Thema auseinanderzusetzen - in einem breiten Spektrum der Formate.
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