Biblischer Tanz Bonn - Tanzprojekte im Kirchenraum

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 21.04.2015
Letzte größere Änderung: 21.04.2015
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Theater und Tanz
Gemeinden/Institutionen
Ev. Trinitatiskirchengemeinde in Bonn
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Auf Dauer
Meinungen
2 Stimmen
Kommentare zum Dokument

Kurzbeschreibung

Der „Arbeitskreis Biblischer Tanz“ ist eine ökumenische Gruppe von Tänzerinnen und erarbeitet Choreographien zu biblischen Texten, Themen und Personen, die in Gottesdiensten aufgeführt werden

Situation / Kontext

Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen für Glaubensinhalte hat der sakrale Tanz in den letzten Jahrzehnten seinen festen Platz im kirchlichen Leben gefunden.

Im Rahmen des Themenjahres 2015 "Reformation - Bild und Bibel" steht auf geistreich der Mai 2015 unter dem Motto: "Tanzende Bewegungen erzeugen Bilder des Glaubens." Weitere Projekte: http://www.geistreich.de/FokusTanzMusikBibel

Ziele

Sich bewegen und bewegt werden, im Sinne einer lebendigen Liturgie, ist das Anliegen der Gruppe. Über Körpersprache wollen wir das eigene emotionale Erleben und das der Gottesdienstteilnehmer/innen vertiefen und unterstützen.

Reflexion / Hintergrund

Die Gruppe versteht Tanz als Verkündigung und tanzt deshalb fast ausschließlich im Gottesdienst. Der Tanz ist ein starkes Ausdrucksmittel, um das Innere nach außen zu kehren, Gedanken sichtbar und nachfühlbar zu machen, und die Menschen heute zu erreichen.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Dies ist ein ökumenisches Projekt.

Vorbereitung

Es ist eine ökumenische Gruppe, derzeit bestehend aus 20 Frauen. Neue Mitglieder, die an Tanz und Spiritualität interessiert sind, werden immer wieder gerne aufgenommen. Teilnehmergebühren werden nicht erhoben. Die Gruppe trifft sich seit 1987 wöchentlich, um Tanzprojekte zu erarbeiten. Der Tanzraum wird der Gruppe von der Evangelischen Trinitatiskirchengemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein Probenabend umfasst zwei Zeitstunden. Zu Beginn eines Probenabends werden zur Einstimmung schwungvolle und meditative Kreistänze getanzt. Daran schließt sich eine angeleitete Bewegungsimprovisation an, bevor dann die Arbeit am jeweils laufenden Projekt aufgenommen wird.

Zu Beginn eines Projektes steht in der Regel die Auswahl eines biblischen Textes oder Themas wie z. B. die Seligpreisungen.
Zunächst wird der Text in einzelne Szenen oder Themen eingeteilt, die in einem weiteren Schritt von der Gruppe über Bewegungsimprovisationen tänzerisch erfahren werden. Es gibt keinen festen Tanzstil, sondern elementare Bewegungs- und Ausdrucksformen werden gefunden. Dabei geht es nicht um eine inhaltliche Nacherzählung des Bibeltextes im Tanz, sondern um die tänzerische Gestaltung von Gefühlen, Erfahrungen und Themen, die im Zusammenhang mit dem Bibeltext auftauchen.

Das Erfahrene wird ausgetauscht und reflektiert. Daraus werden Gestaltungen entwickelt. Schritte und Bewegungen werden immer wieder geändert und neu gestaltet bis die Gruppe das Gefühl hat, wirklich das auszudrücken, was sie selbst erfahren hat und ausdrücken möchte. Passende Musik wird von den Teilnehmer/innen vorgeschlagen und eingebracht. Das Erarbeitete wird mit der Videokamera aufgezeichnet. In einer weiteren Runde werden die entwickelten Tanzszenen angeschaut und überarbeitet. Es dauert in der Regel ein bis zwei Jahre bis ein Projekt fertiggestellt ist.

Die Leiterin der Tanzgruppe versteht sich als Wegbereiterin des jeweils laufenden Projektes. Sie bringt tänzerische und inhaltliche Impulse ein und unterbreitet Musikvorschläge. Die eigentliche Umsetzung erfolgt in einem demokratischen Gruppenprozess. Jedes Mitglied bringt sich gemäß seiner Ideen und Möglichkeiten ein.

Die Verbindung zwischen den einzelnen Tanzszenen stellen Texte her, die die inhaltliche Auseinandersetzung der Gruppe mit dem Bibeltext wiederspiegeln. Ein Mitglied der Gruppe verfasst diese literarischen Texte gegen Ende des Gestaltungsprozesses. Bei den Aufführungen im Gottesdienst wird die Gruppe von einem Techniker unterstützt und bringt eine eigene Musikanlage mit.

Titel der bislang realisierten Tanzprojekte waren z.B.

“Auf dem Weg mit Sarah und Abraham“,

„Jakobs Kampf mit dem Unbekannten“,

„Auf den Spuren von Maria Magdalena“ und „Maria getanzt“

Durchführung

Die erarbeiteten Projekte werden im Rahmen von Gottesdiensten als getanzte Predigt von durchschnittlich 45 Minuten präsentiert. Neben den Vorführungen wird zeitweilig auch die Gemeinde zur Bewegung eingeladen.

Der Tanz ersetzt in der Regel die Wortpredigt, kann aber auch Gebet oder Meditation sein oder andere liturgische Elemente umfassen.

Neben den Gottesdiensten in der Trinitatiskirchengemeinde in Bonn geht die Gruppe auf Reisen. So stellte sie ihr Projekt "Maria getanzt" in der Reformierten Kirchgemeinde Gaiserwald im Schweizer Kanton St. Gallen vor. Statt einer Predigt gab es mit „Maria getanzt“ eine tänzerische Annäherung an eine Frau, die als „Mutter Gottes“ von vielen verehrt, aber eben auch in enge Dogmen gezwängt und entrückt wurde - als ein nie zu erreichendes Vorbild an Gehorsam und Frömmigkeit. Wer war diese jüdische Frau wirklich, die als junge Frau schwanger wurde, die in einem armseligen Stall ihr erstes Kind - Jesus - zur Welt brachte, die Angst um ihren Sohn hatte, als er als Zwölfjähriger verloren ging und die um ihn trauerte, als er am Kreuz starb? 

Auf den Evangelischen Kirchentagen füllen die Tänzerinnen große Kirchen, auf Frauenforen, dem Kirchentanzfestival oder zuletzt bei einer Ausstellungseröffnung werden sie gerne eingeladen. 12 Tänzerinnen nehmen im Durchschnitt an einer Aufführung teil.

Zum 20jährigen und zum 25jährigen Jubiläum hat der Arbeitskreis zu einer Jubiläumswoche mit offenen Proben und Workshops zu bestimmten Tanzstilen und zu einem Jubiläumsgottesdienst eingeladen.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Momentan arbeitet der Arbeitskreis an "Mit Ester klug werden" damit werden sie auch auf dem Kirchentag in Stuttgart am Freitag, den 5.Juni 2015 um 11.00 Uhr Uhr in der Hoffnungskirche auftreten. Die Premiere wird am 10. Mai 2015 um 10.00 Uhr im Gottesdienst der Evangelischen Trinitatiskirchengemeinde in Bonn sein. Die Gruppe hat Szenen aus dem alttestamentlichen Buch Ester in Tanzbilder und Texte umgesetzt und will so seine Aktualität deutlich machen. Ab September 2015 ist die Gruppe offen für weitere Aufführungen in Gottesdiensten der umliegenden Kirchengemeinden und lässt sich auf Anfrage über die Leiterin einladen Ein Fahrkostenzuschuss ist erwünscht. Maximal eine Aufführung pro Monat führt die Gruppe durch.
 

Die Szenenfolge und die Musikauswahl des neuesten Tanzprojektes

„Mit Ester klug werden“ stellt sich wie folgt dar:

  

 

  1. Washti und Ester -1001 Nacht, Hufeisen, Nr. 10, 3‘42
  2. Kniefall des Volkes vor Haman -Stravinsky, Nr.2+3 Le Sacre du printemps, 3‘14
  3. Mordechai /In Sack und Asche- Bregovic, Music for films, Nr.6, 5’11
  4. Esters Visionen des Untergangs -1001 Nacht, Hufeisen Nr.9, 3´50
  5. Esters Entscheidung –Shnei Shoshanim, 3´37
  6. Ester und Xerxes- Bregovic, Music for films, 13 Tango, 3´56
  7. Haman der Bösewicht - Apocalyptica Nr.6, 3‘21
  8. Purim –Bregovic, Music for films, Nr.1, 2’39

     

Wirkung / Erfahrung

Sehr Positiv!

  

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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