Mehr drin. Als man glaubt. - Die Bibel - Eine Erlebnisausstellung

Autor/innen
3 Geistreich-Mitglieder
Erstellt am: 27.05.2015
Letzte größere Änderung: 01.06.2015
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Bibelprojekte, Neue Medien und Web 2.0
Gemeinden/Institutionen
AREOPAG - Jugendpastorales Zentrum in Recklinghausen
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: 2 Wochen
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Kurzbeschreibung

Die Ausstellung eines Kommunikationsdesigners lädt Jugendliche und Erwachsene zu neuen Sichtweisen auf die Bibel ein. Dabei kommen moderne Medien und gestalterische Mittel zum Einsatz.

Situation / Kontext

Der Kommunikationsdesigner Heiko Rafflenbeul kam für seine Diplomarbeit auf die Idee, die Bibel neuartig zu bewerben. Er entwickelte ein groß angelegtes Marketingkonzept, das Entwürfe für Plakatwände im öffentlichen Raum, Präsentationsvorschläge für den Buchhandel, Postkarten zur kostenfreien Mitnahme, Poster auf Toiletten und bedruckte Bierdeckel enthält.

     

Dieses Projekt ist Teil der Sammlung

http://www.geistreich.de/FokusBibelprojekt

  

Ziele

Für uns stellte die Präsentation der biblischen Botschaft in einem Projekt mit öffentlichem Bezug eine Herausforderung dar. Wir mussten den eigenen und fremden Vorurteilen begegnen und unser Ziel war es, eine positive Haltung zu erzeugen, die Jugendliche und junge Erwachsene ermutigen sollte einen weiteren Blick ins Innere dieser „angestaubten Lektüre“ zu werfen und das Herz zu öffnen für die Erzählungen aus einer entfernten Zeit.
Das Kommunikationskonzept will Menschen auf ihre bestehenden Vorurteile gegenüber der Bibel aufmerksam machen. Mit unbekannten, völlig unerwarteten und provokativen Aussagen (alle direkt aus der Bibel) soll „Neue Gier“ auf das Buch der Bücher geweckt werden.

Reflexion / Hintergrund

Die Bibel ist das Grundgerüst des christlichen Glaubens. Jedoch ist immer wieder zu beobachten, dass in der kirchlichen Jugendarbeit ein großer Bogen um das Buch der Bücher gemacht wird. Für Jugendliche scheint es nicht attraktiv zu sein. Falls sich eine Bibel im Haushalt befindet, ist sie kaum im Bücherregal anzufinden, eher in einer Schublade, versteckt neben anderen Dingen, die nicht jeder Besucher sehen soll.
Für die Projektidee werden Diplomarbeit und die dazugehörige Ausstellung als Medium der Glaubenskommunikation eingesetzt und in einem begleiteten Rahmen jungen Menschen zugänglich gemacht. Die Zitate dienen als Türöffner und verschaffen dem Betrachter ein Aha-Erlebnis, zaubern ein Lächeln oder ein Stirnrunzeln ins Gesicht. Sie inspirieren, fordern heraus oder geben einfach neue Perspektiven zum Nachdenken. In begleiteter Form werden die aus dem Kontext gerissenen Zitate in Beziehung zur Person gebracht und wieder zu den Schriften hinter den Zitaten geführt.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Aus der Begeisterung für die Werbekampagne von Heiko Rafflenbeul entwickelte sich der Wunsch „Etwas“ daraus zu machen. Nach einer grundlegenden Konzeption durch die Abteilung Kinder- und Jugendseelsorge Regionalbüro Mitte in Dülmen konnten die Jugendseelsorgerinnen und Jugendseelsorger in Recklinghausen gewonnen werden, die Idee weiter zu denken und die Konzeption umzusetzen. Aber auch hier war die Begeisterung so groß, dass die ursprüngliche Idee „das Laufen lernte“ und sich weiter entwickelte.

Heiko Rafflenbeul kombiniert Bibelzitate mit einer gänzlich unüblichen Auftrittsästhetik – weg von Sonnenuntergängen, weg von betulichen Mutmachsprüchen hin zu überraschender Klarheit und Lebensnähe der Bibel. „Küss mich, küss mich, küss mich immer wieder“, heißt es da, oder: „Einer soll Wein holen, und dann betrinken wir uns“.
Die ausgewählten Zitate sind aus marketingtechnischen Gründen ausgesucht:

  • Unbekannt, ungewohnt, provokativ.

Durchführung

Die Erlebnisausstellung bestand aus sieben aktivierende Stationen, einer Darstellung des Kommunikationskonzeptes des Designers und aus einem Informationsbereich im Eingang.
Die Besuchergruppen konnten eigenständig die Stationen durchlaufen. Die Stationen waren so konzipiert, dass jeder Besucher eine schriftliche Anleitung an den Stationen vorfand und somit die aktivierenden Aufgabenstellungen erfüllen konnte. Dabei gab es keine Vorgabe, welche Reihenfolge eingehalten werden sollte.
Die Ausstellungsbegleiter gaben zu Beginn kurze Informationen zu den Station und je nach Interessen der Besucher Anregungen, welche Station sie anlaufen sollten. Nach den einführenden Worten standen die Ausstellungsbegleiter für Fragen und Hilfestellungen bereit und suchten den Kontakt mit den Besuchern. Am Ende der vorher mit den Gruppenverantwortlichen abgesprochenen Zeit kam die Gruppe für ein abschließendes Feedback und für einen Erfahrungsaustausch zusammen.
Für den Besuch der Ausstellung sollten die Gruppen mindestens eine Zeitstunde einplanen.
Innerhalb dieser Zeit war es möglich, sich einen Überblick über die Ausstellung und ihre Stationen zu machen und zwei bis drei Stationen intensiv zu bearbeiten.
Einige Schüler nutzten die schulfreie Zeit und besuchten erneut die Ausstellung, um
Stationen zu vervollständigen oder weitere Stationen zu bearbeiten.
    

Stationen:

  • Eingang/ Allgemeine Beschreibung
  • Recklinghäuser Jahresevangelium
  • Werbekampagne Rafflenbeul
  • Chill out und cool down zone in der Krypta (Thema: Liebe) mit Bibelworten an der Krypta-Decke
  • Interaktive Schatzsuche mit Denk-/Schreibimpulsen (Thema: Wertvolles im Leben)
  • Umwandlung von Versen in SMS-Format und Posten auf facebook
  • Sünden/10 Gebote mit Denk-/Schreibimpulsen (Thema: Eigene Sünden)
  • Darstellung von Versen mit Playmobilfiguren. Fotografieren und Posten auf facebook
  • Bibelumschlag selbst gestalten und mit nach Hause nehmen
  • Steinigung von ungeliebten / geächteten Dingen / Zuständen etc. (Thema: Menschliches). An einer Wand vor der Kirche waren Logos für Tod oder Schule etc. aufgehängt und man konnte diese mit Steinen berwerfen.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Wirkung / Erfahrung

Das Feedback, dass wir erhalten haben, war positiv überraschend. Unsere Projektidee scheint in einigen Köpfen und Herzen angekommen zu sein. Die Überraschung und die Freude der Besucher an den Inhalten der Bibel war für uns immer wieder eine Freude und bestätigte uns in unserem Vorhaben.

  • 14 Tage war die Ausstellung für insgesamt 150 Stunden geöffnet.
  • 15 Betreuer haben in Doppelbesetzung die Ausstellung betreut.
  • 40 angemeldete Gruppen haben die Ausstellung besucht, 26 davon waren Schulklassen.
  • 1589 Besucher/innen wurden insgesamt gezählt, die sich mindestens zwei Stationen angesehen und mitgemacht haben. Zudem kommen die zahlreichen Gottesdienstbesucher, die die Ausstellung teilweise nach den Gottesdiensten gesehen haben.
  • 2 Stammgäste haben die Ausstellung insgesamt acht mal besucht.
  • 488 Bibeln mit selbst gestaltetem Umschlag haben ein neues Zuhause bei ihren jugendlichen Besitzern gefunden.
  • 551 Buttons wurden aus der Schatzkiste geangelt.
  • 120 Bushaltestellen-Plakate haben die Recklinghäuser Innenstadt geziert, haben einige Menschen aufmerksam gemacht und wurden zum Stadtgespräch.

Hinzu kommen unzählige tiefgreifende und wertschätzende Gespräche mit Besuchern der Ausstellung, neue Erfahrungen/neue Blickwinkel und verwunderte Gesichter, die sich nicht in Zahlen ausdrücken lassen.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

    Umfeld des Beitrags

    • Bibel
      Bibel und Bibelprojekte.
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    • smartphone
      Medienprojekte transportieren christliche Inhalte über Medien, über das Internet und über Neue Medien.
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      Ausstellungen bieten Anlass sich auf neue Weise emotional und intellektuell mit einem Thema auseinanderzusetzen - in einem breiten Spektrum der Formate.
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      Zahlreiche Projekte verbinden Schule und Kirche.
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    • Credoweg
      Der Credoweg ist eine Erlebnisausstellung mit über 30 interaktiven Stationen zum Anfassen und Ausprobieren. Er motiviert Menschen, sich selbstständig mit Erkenntnissen des christlichen Glaubens auseinanderzusetzen und neue Einsichten zu gewinnen.
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    • Glaubwürdig
      Für drei Wochen hat sich ein Gemeindehaus in das Wohnhaus der Familie "Christen" verwandelt. In verschiedenen Räumen wurden, der Funktion des Raumes entsprechend, Spuren gelebten Glaubens dargestellt.
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    • Lebensbilder
      Fotografien und Texte über das Leben älterer Menschen sind das Thema des Fotoprojektes Lebensbilder. Zwölf Seniorinnen und Senioren erzählten ihre prägenden Lebenserinnerungen und stellten diese als Akteure in einem Bildmotiv dar.
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