9-Tage-Konfirmandenseminar

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 18.06.2015
Letzte größere Änderung: 18.06.2015
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Konfirmation (Konfirmationsjubiläum)
Gemeinden/Institutionen
Ev. Kirchengemeinde Dortelweil, Ev. Christuskirchengemeinde Bad Vilbel in Johann-Strauß-Str. 1, 61118 Bad Vilbel ()
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Keine Angaben
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Kurzbeschreibung

Neun Tage in den Osterferien mit 60-70 Konfirmanden auf Seminar sein. Das ist seit 1999 für die meisten Jugendlichen aus Bad Vilbel-Dortelweil und der Christuskirche der Kern der Konfirmandenzeit – und zwar mit nachhaltigen Wirkungen gleichermaßen für die Jugendlichen und die Gemeinden.

Situation / Kontext

Wenn man Erwachsene nach den Erinnerungen an ihre Konfizeit befragt, dann wird als häufigster positiver Punkt die Konfirmandenfreizeit genannt. Tatsächlich wird der Glaube durch inspirierende Menschen geprägt, ganz oft aber abseits vom Alltag auf Fahrten und Freizeiten. Gleichzeitig erleben wir, wie schwer es ist, im Alltag von Beruf und Schule eine kreative und erlebnisorientierte Konfirmandenzeit zu gestalten, wenn sich die Gruppen im traditionellen Wochenturnus für 1,5 Stunden im Gemeindehaus treffen. Ende der 90er Jahre wollten wir die Verschulung der Konfirmandenzeit überwinden und haben begonnen, ein umfassend neues Konzept zu entwickeln. Das neuntägige Konfiseminar von Ostermontag bis zum Dienstag nach Schulbeginn (also mit zwei integrierten Schultagen) war das – inzwischen sehr bewährte – Ergebnis.

Ziele

Glaube und Gottvertrauen kann ich nicht (auswendig) lernen; darauf muss ich mich einlassen, es einüben, es erfahren… Diese Einsicht stand am Anfang der Neuentwicklung. In den neun Tagen in „Haus Heliand“ in Oberursel-Oberstedten wird dies seitdem kreativ, engagiert und bekenntnisorientiert umgesetzt:
• mit dreimaligen Andachten in der Kapelle des Freizeithauses und dort mit zeitgemäßen christlichen Liedern, sehr persönlichen Andachten der Mitarbeitenden und sehr viel Atmosphäre
• mit täglichen Kleingruppenphasen zur Arbeit an Themen, die sich am Glaubensbekenntnis orientieren. Die Kleingruppen mit 6-7 Konfirmanden werden hauptamtlich (Pfarrer, Gemeindepädagogen) oder ehrenamtlich (mind. 18 Jahre alte erfahrene Jugendmitarbeiter/innen) geleitet.
• mit Anspielen in der Gesamtgruppe, gemeinsamen Abenden mit Gästen aus der Ökumene oder Diakonie, einem Filmabend…
• mit zwei Ausflügen ins Rhein-Main-Gebiet zu diakonischen Einrichtungen oder auch einmal in einen Kletterpark.
• mit der Vorbereitung des Vorstellungsgottesdienstes und einigen Vorbereitungen für die Konfirmation selbst – dabei vor allem dem Schreiben des persönlichen Konfirmationsbekenntnisses, das in der Regel im Konfirmationsgottesdienst auch vorgelesen wird.

Reflexion / Hintergrund

Nach 15 Jahren Konfirmandenseminar können wir sagen, dass in Dortelweil bis zu 50% am Konfirmandenseminar teilnehmen, in der Christuskirche rund 90% der Jugendlichen eines Jahrgangs (für die anderen gibt es einen „Kurs 2“ mit regelmäßigen wöchentlichen und monatlichen Terminen). Jahr für Jahr bestätigen Eltern, wie beeindruckt und positiv geprägt ihre Kinder nach Hause gekommen sind. Tatsächlich ist das sehr persönliche und beziehungsorientierte Miteinander nicht vergleichbar mit der üblichen Konfirmanden-Unterrichtsform. Es verwundert daher nicht, dass über die Jahre gut 40% der Jugendlichen anschließend regelmäßig teilnehmend oder mitarbeitend in der Gemeinde präsent bleiben.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Das Konzept des Konfirmandenseminars ist inzwischen bewährt und durchstrukturiert. Trotzdem wird es Jahr für Jahr an einigen Details überarbeitet und weiter entwickelt.

Durchführung

Die Leitung des Seminars liegt beim Mitarbeiterteam, das aus 10-12 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen besteht. Die ehrenamtlichen Jugendleiter/innen sind nicht als Helfer dabei, sondern arbeiten gleichberechtigt in allen Phasen des Seminars mit. An das Seminar schließen sich unmittelbar zwei Vorstellungsgottesdienste an (übergemeindlich und geteilt nur wegen der Größe der Gruppe, gefeiert in derselben Kirche um 10.00 und 11.30 Uhr am selben Tag). Die Teamer des Seminars gestalten auch die Konfirmationsgottesdienste der Gemeinden mit.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Das Seminar wird regelmäßig reflektiert und weiter entwickelt – sowohl in Bezug auf die Seminargestaltung selbst als auch mit Blick auf die Einbettung in die weitere Gemeindearbeit.

Wirkung / Erfahrung

Der erlebnis- und erfahrungsorientierte Ansatz dieses Konfirmandenkonzepts hat sich verändernd auch auf Gemeindegottesdienste und Jugendarbeit ausgewirkt. Durch sehr viele neugierige und interessierte Rückfragen der Eltern motiviert wird das Konzept inzwischen durch eine umfassende Elternarbeit begleitet.
Die Vernetzung zwischen beiden veranstaltenden Gemeinden läuft reibungslos und hat sich bewärt. Die große Zahl der Konfirmanden ermöglicht ein differenziertes Arbeiten in Gesamtgruppe, Teilgruppen und Kleingruppen. Die Zusammenführung zweier ansonsten durchaus unterschiedlicher Konfirmandenarbeitskonzepte beider Gemeinden ist trotzdem sehr gut auf das gemeinsame Seminar hin orientiert und zugeschnitten. Dieses Konzept einer auch inhaltlich völlig vernetzten Konfirmandenarbeit auf dem Seminar wird in beiden Gemeinden als beispielhaft angesehen.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

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