Taufen in der Nidda - ein Angebot für Jugendliche und Erwachsene

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ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 29.06.2015
Letzte größere Änderung: 29.06.2015
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Vorbereitung: Ein Vorabgespräch
Durchführung: Ein Gottesdienst
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Kurzbeschreibung

Taufen im Fluss nahe der Kirche, Untertauchen wie in der Frühzeit der Kirche und in vielen Kirchen der Welt auf heute - seit über zehn Jahren ein besonderes Angebot für Konfirmanden, Jugendliche und Erwachsene in der Ev. Christuskirchengemeinde in Bad Vilbel.

Situation / Kontext

In jedem Jahr gibt es einige nicht getaufte Teilnehmende am Konfirmandenkurs. Bei der eigenen Taufe dann am Taufbecken zu stehen, ist einigen immer wieder kein angenehmer Gedanke - besonders, wenn zuvor bereits Kleinkinder getauft wurden. "Was mache jetzt ich Großer hier?" Seit 2004 bieten wir Konfirmanden und Erwachsenen an, sich im Rahmen eines besonderen Sommergottesdienstes in der Nidda taufen zu lassen, die zweihundert Meter unterhalb der Christuskirche durch Bad Vilbel fließt.

Ziele

Die Taufe soll für jugendliche und erwachsene Täuflinge zu einer intensiven spirituellen und lebensprägenden Erfahrung werden. Der Kontext eines jugend- und familienbezogenen Gottesdienstes ermöglicht ein geistliches Erlebnis - und das nicht nur für die Täuflinge, sondern auch für ihre Familien und die ganze Gemeinde.

Reflexion / Hintergrund

Was für Paulus und die erste Christenheit völlig selbstverständlich war, ist im Laufe der Jahrhunderte in den evangelischen und katholischen Regionen selten geworden: Eine Taufe mit Untertauchen. Das von Paulus reflektierte Neuwerden des Menschen durch das Unter- und wieder Auftauchen bezieht sich in besonderer Weise auf die Taufe Erwachsener und das damit verbundene Bekenntnis zu Gott. Daher bieten wir diese besondere Form der Taufe auch erst ab dem Konfirmandenalter an und verbinden es mit einem selbst formulierten Taufbekenntnis der Täuflinge.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Der "Gottesdienst mit Taufen in der Nidda" beginnt immer in unserer Christuskirche. Da alle rund 60 Niddatäuflinge der vergangenen Jahre Jugendliche waren - Konfirmanden oder etwas älter - ist es ein jugend- und familiengemäß ausgerichteter Gottesdienst. In ihm werden bereits die kurzen Taufbekenntnisse der Täuflinge vorgetragen, Paten vorgestellt und gefragt und - so sie wollen - auch die Eltern einbezogen. Vor dem Vater Unser und dem Segen geht es dann mit allen an die Nidda. Nach einem gemeinsamen Lied steigen Pfarrer, Taufhelfer (ältere Jugendmitarbeitende) und Täuflinge in den Fluss. Die Taufsprüche werden verlesen und jeder Täufling gefragt, ob er getauft werden möchte. Im Anschluss werden sie nach der Taufformel gleichzeitig untergetaucht. Mit Gebet, Vater Unser und Segen aus der Mitte der Nidda endet der Gottesdienst außerhalb der Kirche.

Vorbereitung

Es wird ausführlich mit allen Täuflingen und ihren Familien besprochen, was diese besondere Form der Taufe bedeutet und wie der Gottesdienst ablaufen wird. Wir stellen die altkirchliche Taufpraxis vor und gehen die Taufe selbst auch mit den notwendigen Äußerlichkeiten (Kleidung, Regenfall usw.) durch. Auch die persönlichen Taufbekenntnisse werden besprochen.

Durchführung

siehe oben

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Im Rahmen der Konfirmandenarbeit ist der Nidda-Taufsonntag zu einem wichtigen Termin geworden - auch für Freunde und Mitkonfirmanden. Es gibt Jugendliche, die gezielt deswegen die Teilnahme an der hiesigen Konfirmandenzeit wählen.

Wirkung / Erfahrung

Überdurchschnittlich viele der Nidda getauften Jugendlichen sind nach ihrer Konfirmation zu Jugendmitarbeiterinnen und Jugendmitarbeitern geworden. Aber auch die anderen beschreiben ihre Taufe als einen sehr bedeutenden Moment ihres Lebens. Allerdings gibt es auch nach wie vor einzelne Jugendliche, die die Taufe am Taufbecken an einem der anderen vorgesehenen Taufgottesdienste vorziehen. Und natürlich ist dies völlig in Ordnung!

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