"Ich hab doch nichts mehr..." - Erinnerungsstücke der Kriegskinder

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Created at: 2015-07-22
Last major update at: 2015-07-22
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
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Institutions
Dekanat Wetterau in Niddatal
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: no information
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Abstract

Die Ausstellung zeigt Erinnerungsstücke mit den dazu gehörenden Geschichten der Kriegskinder- der Menschen, die den 2. Weltkrieg als Kind erlebt haben. Sie sind wichtige Zeitzeugen und haben was zu erzählen. "Ich hab doch nichts mehr..." diesen Satz haben wir gehört, als wir nach solchen Erinnerungsstücken gefragt haben. Und dann findet sich doch eine Uhr, ein Puppenkleid, eine Suppenkelle, ein Schaukelpferd. 14 Gegenstände haben wir fotografiert . Bilder und Texte der Geschichten wurden zu Roll- upps verarbeitet, die einladen zu schauen, sich zu erinnern, zu erzählen.   

Situation / context

Am 28. Juli 2014 hat sich der Ausbruch des 1. Weltkriegs zum 100. Mal gejährt.
Am 8. Mai 2015 haben wir auf 70 Jahre Frieden nach dem Ende des 2. Weltkriegs  geblickt. Keine anderen Ereignisse des 20. Jahrhunderts haben die Geschicke der Welt, Europas und Deutschlands so nachhaltig und bis heute spürbar geprägt. Die unvorstellbare Grausamkeit der maschinisierten Kriegsführung vor Verdun und die generalstabsmäßig geplanten Morde unter dem Nazi-Regime machen die Brutalität menschlichen Handelns erschreckend deutlich. Gedenken im Spannungsbogen der beiden Daten von August 1914 bis Mai 2015 bedeutet innezuhalten, sich der Opfer zu erinnern und zu mahnen. Diese beiden Jahrestage hat das Ev. Dekanat in einer Veranstaltungsreihe: "Erinnern und Verstehen" mit Gottesdiensten, Vorträgen, Podien, Theaterstück, Lesung gestaltet. Abschluss der Reihe sollte diese Ausstellung sein. Sie soll den  "Kriegskindern" Raum" geben, ihre Geschichten von Bombardierung, Flucht, Vertreibung zu erzählen. Dabei spielen bestimmte Milieus keine Rolle.

Goals

Würdigung der Generation der "Kriegskinder"; Jahrgänge 1927-1945
Beitrag zur Biographie-Arbeit anhand von  Erinnerungsgegenständen
Stärkung der Erinnerungs,- und der Erzählkultur
Wahrnehmung von Ressourcen im Umgang mit traumatischen Erlebnissen
Förderung generationsübergreifender Begegnung
Entdeckung bewahrender, segnender Kraft Gottes
Der Botschaft von Frieden und Versöhnung eine Stimme geben!

Reflection / background

Krieg darf nach  Gottes Willen nicht sein. Der Blick auf die Kriege der Vergangenheit sollen auch den Blick schärfen für die Herausforderungen aktueller Krisenherde und Kriege.  In diesem Sinne sollten Gottesdienste, Lesungen, Podien und Ausstellung auch danach fragen, wo unter uns Geschichten von Krieg sind – in Familien, Gemeinden, Gesellschaften?! In allen Veranstaltungen war deutlich der Aufruf zur Versöhnung zu spüren. Denn die biblische Vision von Gerechtigkeit und Frieden gehört zusammen. Und sie beginnt bei uns!

 und  deutlich zu machen, dass christlicher Glaube einen Stimme hatDie Frage nach dem Umgang mit dem Erlebten wurde von den Überlebenden des Krieges unterschiedlich beantwortet. So markiert der 8. Mai einen 70 Jahre währenden Zustand zwischen individuellem Schweigen und der gesellschaftlichen Etablierung einer Mahnkultur.In der Predigt wird esvor allem um die versöhnende Kraft des Erzählens gehen. Und damit schließt dieser Gottesdienst einerseits eine Veranstaltungsreihe, die unter dem Motto „Erinnern und verstehen“ am 1.8 2014 begann und eröffnet zugleich eine Austellung, in der Zeitzeugen auf sehr persönliche Weise zu Wort kommen.

General information on realization

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Preparation

Wir haben Menschen im Dekanat gesucht, die Gegenstände besitzen, die sie mit Erinnerungen an die Zeit von 1939- 1945 verbinden.  Schwierig hat sich der Versuch über die Pfarrämter an "Geschichten zu kommen" gezeigt. Wirkungsvoller war der direkte Kontakt. Im Jahr 2011 hat die Fachstelle Bildung in Kooperation mit der Klinikseelsorge Friedberg bereits einen Workshop zum Thema: Kriegskinder durchgeführt. Teilnehmende aus dieser Veranstaltung haben ihre Geschichte wieder  erzählt. Auch aus anderen Gemeindeveranstaltungen ( Glaubenskurs, Seniorennachmittag...) konnten Menschen gewonnen werden. 14 Gegenstände haben wir "gefunden" ein Puppennachthemd, einen Schlüssel, ein Schaukelpferd... jedes Erinnerungsstück erzählt eine Geschichte, bewegend und sehr persönlich. Die Gegenstände wurden fotografiert mit den dazugehörenden Geschichten auf 1x2 Meter große Roll-upps gearbeitet.

Zeitaufwand Vorbereitung: Stellwand; bzw. Roll-upp  ca. 7 Stunden - das umfasst, suchen Protagonisten, Besuch, 

Realization

 Am 8. Mai 2015 wurde die Ausstellung im Anschluss an den Gedenkgottesdienst -70 Jahre Kriegsende - feierlich eröffnet. ein kleiner Presseartikel liegt aus zur Orientierung, die Ausstellung erklärt sich weitestgehend  selbst. Sie ist in der Friedberger Stadtkirche während der Öffnungszeiten zu sehen. Durchgangspublikum von nah und fern, besuchen die Kirche und stoßen dabei auf die Ausstellung. In einem Gästebuch tragen sie ihrer Eindrücke ein.
Aber auch Gruppen werden nach Anmeldung von der Bildungsreferentin begleitet.

Zeitaufwand Durchführung: Je nach Ausstellungsdauer, 1 Monat  und mehr

Wrap up & follow-up actions

Die Ausstellung war zunächst vom 08. Mai  -  01.08.2015 in der Stadtkirche Friedberg zu sehen. Die Stellwände sind leicht zu verpacken und zu transportieren. Nach den Sommerferien - ab 1.9. 2015 wird sie im Dekanat "wandern."
Denkbar ist auch, nur Teilstücke- 3-4 Tafeln auszuleihen und besondere Veranstaltungen  oder Gottesdienste damit zu gestalten, z.B. Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag u.a.

Effect / experience

Bereits bei der Eröffnung der Ausstellung haben wir bewegende Momente beim Anschauen der Tafeln erlebt. Menschen lassen sich von den Bildern und Geschichten inspirieren, eigene Geschichten zu erinnern und zu erzählen. Dabei ging es nicht nur um die Schrecken der Kriege , sondern auch um besondere, geglückte  Momente von Nähe und Unterstützung. Das ausliegende Gästebuch sammelt Beiträge, die von Dankbarkeit sprechen. Spannend war der Besuch einer Männergruppe. Alle haben ihre Kriegserlebnisse mitgebracht und sind in ein intensives Gespräch eingestiegen.
Sehr bewegend ist eine Begegnung: Eine Frau brachte einen kleinen Glasteller ins Dekanat mit der Bitte, diesen an die Person weiterzugeben, die die Geschichte zu der Glasschale erzählt hat. So gehen die Geschichte und sogar Gegenstände weiter!

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