"Handstand auf der Loreley" oder doch lieber "Aufstand vom Kanapee"?

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a geistreich member
Created at: 2015-09-08
Last major update at: 2015-09-08
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
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Institutions
Dieter Zorbach, Nastätten
Keywords
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Target audiences
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Practitioners
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Information
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Abstract

Von der "Initiative 55 plus-minus" bis zum "Familienzentrum Bornich" - Gemeinsam aktiv werden! -

Die Initiative 55 plus-minus versteht sich als Plattform im ländlichen Raum, in der Region Nastätten – Loreley, für Menschen, die themenbezogen gemeinsam aktiv werden möchten.

Wer kein "heldenhafter Einzelgänger" bleiben möchte, sondern Freude hat am zeitweiligen, inhaltlichen Zusammenwirken und am sozialen Kontakt, wird gerne "von seinem bequemen Kanapee" aufstehen, neue Menschen kennen lernen und an einem der über 50 Projekte teilnehmen oder gar ein eigenes anbieten.

Gemeinsam Themen bearbeiten, Menschen und Orte aufsuchen, generationsübergreifend mit- und voneinander lernen, das bringt erfüllte Zeit.

 

Situation / context

Im ländlichen Raum mit den vielen kleinen dörflichen Gemeinden in unserer ausdifferenzierten Gesellschaft findet man nicht leicht Menschen, mit denen man etwas gemeinsam unternehmen möchte. Die 3. Lebensphase - nach der Berufstätigkeit - bringt für viele Menschen zunächst das Erlebnis, nicht mehr so gefragt zu sein. Die über die Jahre erworbenen Kompetenzen und die Lebenserfahrung haben natürlich Ideen für neue Aktivitäten und Ziele reifen lassen. Wer für seine Ideen Partner und Einsatzbereiche sucht, soll gerne und unverkrampft auch unter dem Dach unserer Kirche fündig werden!

 Die Initiative 55 plus-minus - im evangelischen Dekanat St. Goarshausen - versteht sich als Plattform für Menschen, bietet Öffentlichkeit für Projektideen und verknüpft Menschen ohne Ansehen der Konfession oder Religion. Bei einem Teil der Projekte verbindet thematisches Interesse die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unabhängig vom Alter. Andere Projekte bieten gezielt das generationsübergreifende Zusammenwirken von Jung und Alt. Dank unserer breiten Öffentlichkeitsarbeit kommen die Engagierten und Interessierte aus allen Dörfern zu den dezentral organisierten Projekttreffen. Im Jahr 2014 gab es ca. 344 Projekttreffen mit über 5.500 Teilnehmern. Unsere verschiedenen Patenprojekte erreichten rund ca. 10.000 Kinder, Jugendliche und Senioren an unterschiedlichen Orten und Einrichtungen.

 Das Familienzentrum Bornich in der Trägerschaft der Kirchengemeinde will mit seinen ehrenamtlichen Angeboten junge Familien mit Kindern unterstützen, das Angebot in der kirchlichen Kindertagesstätte durch Handwerks-, Musik- und Lesepaten erweitern. Für die ältere Generation soll trotz demografischen Wandels das Leben im Dorf und der soziale Kontakt gestärkt und gestützt werden.

Goals

Viele jammern, dass unsere Gesellschaft immer kälter wird, dass man aneinander vorbeirennt.

Wir wollen Gelegenheiten und Erlebnisse gemeinsamer Aktivitäten - unter dem Dach der Kirche - ermöglichen.

Wir wollen neue, inhaltliche Kontakte und Nähe zwischen Menschen unserer Region organisieren. Unsere Projekte dazu reichen von Leben und Wohnen im Alter   über den Single-Treff für ältere Alleinstehende, die Gesundheit fördernde und künstlerische Angebote bis zur Ahnenforschung, Wanderungen unter kulturgeschichtlichen Blickwinkeln und Auslandsreisen mit Kontakten zu Senioren.

 Wir wollen durch die langsam wachsende soziale Großfamilie im Dorf nachbarschaftliche Unterstützungssysteme wieder aufleben lassen und weiterentwickeln. Unsere Angebote bieten vom gemeinsamen Mittagstisch über eine Mitmachbörse für soziale Kontakte, ein Ferienprogramm für Kinder, die zeitweilige Betreuung von Kindern oder die Gruppe der Strickfrauen bis zu unserer First-Responder-Gruppe eine breite Palette an Möglichkeiten sich zu treffen, sich zu engagieren, seine Fähigkeiten und Interessen im Dorf einzubringen.

Denn "es sind verschiedene Gaben, aber es ist ein Geist. ... Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist einer." 1. Kor 12

Wir wollen auch sozialpolitischer Impulsgeber im ländlichen Raum sein!

Das ermöglicht unser breites Berichten über unsere vielfältigen Projekte in den lokalen Medien.

Das unterstützten unsere Studienreisen und unsere Gespräche mit den Verantwortlichen für die Seniorenarbeit im europäischen Ausland und unsere Treffen mit Seniorengruppen.

Das wollen wir 2016 intensivieren durch unser "Internationales Seniorentreffen an der Loreley“.

 

Reflection / background

Junge Familien und alte Menschen haben in der aktuellen Gesellschaft ein Problem, langfristig auf dem Dorf zu leben. Die fitten Senioren suchen zeitlich begrenzt und ohne lange Bindungsfristen Aufgaben und Herausforderungen. Die Initiative 55 plus-minus und die Initiative für Bornich, die bisher zugunsten unseres neuen Familienzentrum nicht erwähnt wurde, finden Aufmerksamkeit für ihren pädagogischen Ansatz. Die Projektteilnehmer erleben erfüllte Stunden mit netten Menschen, die sie ohne unsere Plattform nur schwerlich getroffen hätten.

Da alle Menschen, wie die Erzähler der ersten Schöpfungserzählung betonen, Ebenbild Gottes sein sollen, bieten wir Anlässe, dies auszuleben.

Dass folglich alle Menschen zum Bauen und zum Bewahren der Schöpfung Gottes herausgefordert sind, das ist wichtig zu erkennen. Dazu müssen die selbstsicheren und die zurückhaltenden Projektteilnehmer auch ermutigt werden. Das ist eine wesentlich Aufgabe für die Arbeit und die Mitarbeiter unserer Kirche. Sprachlich und im Selbstverständnis unserer ehrenamtlichen (kirchlichen) Arbeit haben wir entschieden, dass wir keine Projektleiter wollen und unsere Projektbetreuer eine partnerschaftliche Zusammenarbeit organisieren. Im Umgang miteinander muss uns stets die "Stärkung der Selbstwirksamkeitserwartung" der Menschen wichtig sein, die mit uns einige Stunden erfüllten Lebens und der Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit teilen. Menschen ermutigen, sie bei ersten Schritten in neue Lebensabschnitte liebevoll und nachsichtig herausfordern, das wird sie vom Kanapee herunterlocken.

Erich Kästner zeigt uns in seinem Gedicht einen frühen Zeitgenossen, dem es wahrlich nicht an "Selbstwirksamkeitserwartung" gemangelt hat. Er hat sich jedoch egozentrisch überschätzt. Wir treffen in unserer jugendlich getrimmten Leistungsgesellschaft eher Menschen, die sich ihrer selbst nicht mehr so sicher sind. Ihren Wert und ihren guten Platz in unserem Umfeld zu fördern, das ist das Gebot zu der Zeit, die Herausforderung unserer Kirche.

 

  1. Kästner schrieb etwa 1932:

   Erst neulich machte auf der Loreley

hoch überm Rhein ein Turner einen Handstand!

Von allen Dampfern tönte Angstgeschrei,

als er kopfüber oben auf der Wand stand.

 

   Er stand, als ob er auf dem Barren stünde.

Mit hohlem Kreuz. Und lustbetonten Zügen.

Man frage nicht: Was hatte er für Gründe?

Er war ein Held. Das dürfte wohl genügen.

 

   Er stand, verkehrt, im Abendsonnenscheine.

Da trübte Wehmut seinen Turnerblick.

Er dachte an die Loreley von Heine.

Und stürzte ab. Und brach sich das Genick.

 

Er starb als Held. Man muss ihn nicht beweinen.

Sein Handstand war vom Schicksal überstrahlt.

Ein Augenblick mit zwei gehobnen Beinen

ist nicht zu teuer mit dem Tod bezahlt!

 

Die Initiative 55 plus-minus ist im Jahre 2004 nach längerer konzeptioneller Vorbereitung an den Start gegangen und hat im letzten Jahr an zwei Tagen mit ca. 800 Gästen sein 10-jähriges Bestehen gefeiert.

Die Initiative für Bornich gibt es seit 2007.

Das Familienzentrum Bornich besteht seit Januar 2015.

General information on realization

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Preparation

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Realization

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Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

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Adopted and refined

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