My Way - Unterstützung von Jugendlichen im Übergang von Schule zu Beruf

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 20.11.2015
Letzte größere Änderung: 09.12.2015
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Jugendliche und Schule, Erwachsene, Bildung und Unterricht, Hochschule und Berufsbildung, Arbeitswelt und Arbeitslosigkeit, Schulnahe Jugendarbeit, Integration und Inklusion
Gemeinden/Institutionen
Stephansstift in Hannover
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: 2 Jahre
Meinungen
keine Stimmen
Kommentare zum Dokument

Kurzbeschreibung

Im Leonardo da Vinci-Projekt My Way wurden Strategien und Methoden ermittelt und getestet, um die Schulabbruchsquote zu senken und dem europäischen Problem der Jugendarbeitslosigkeit zu begegnen. Gefährdete junge Menschen, junge Menschen mit speziellem Bildungsbedarf oder mit schwierigem sozioökonomischen Hintergrund sollen unterstützt werden, mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden.

Situation / Kontext

Ausgangspunkt des Projekts war, dass Organisationen aus allen europäischen Ländern Antworten und Lösungen zu den Problemen der Jugendarbeitslosigkeit und der daraus resultierenden Konsequenzen suchen. Schulabbrecher_innen leiden ihr ganzes Leben unter den schwerwiegenden Konsequenzen: Für sie ist die Gefahr eines lebenslang niedrigeren sozioökonomischen Status wesentlich höher.

Ziele

Die internationale Partnerschaft, bestehend aus Einrichtungen aus Österreich, Spanien, Polen, Malta und Italien hat sich über zwei Jahre mit dem Thema Prävention von Schulabbruch und Unterstützung von Jugendlichen bei der Arbeitsfindung auseinandergesetzt. Das erfolgreiche österreichische Modell des Jugendcoachings (http://www.neba.at/jugendcoaching/warum.html) wurde den Partnern vorgestellt. Innerhalb des Konsortiums wurde als Ergänzung zum Jugendcoaching ein Modell der Peer Education (Jugendliche als Peers für andere Jugendliche) entwickelt.

Reflexion / Hintergrund

Grundlage war das österreichische Jugendcoaching-Konzept, wobei Jugendliche im Übergang von Schule zu Beruf Anspruch auf ein Coaching haben, um diese schwierige Lebensphase zu überwinden und die eigenen Lebens- und Berufsziele zu formulieren. Diese kostenfreie Dienstleistung in Österreich richtet sich an Jugendliche von 15-24 Jahre. Obwohl das Jugendcoaching erfolgreich zur Verringerung von Schulabbrüchen beigetragen hat, herrscht noch immer Bedarf an wirkungsvollen Maßnahmen, um sogenannte NEET's zu erreichen und zu motivieren (NEET= Not in Education, Employment or Training, Jugendliche und junge Erwachsene, die keine Schule besuchen, nicht in Ausbildung und arbeitslos sind). Diesem Bedarf stellten sich die  Projektpartner, um mit Peer Education die Zielgruppe der NEET's zu erreichen.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Umsetzung der Modellentwicklung war inklusiv und partizipativ. Junge Menschen als Expert_innen in eigener Sache waren Teilnehmer und Inputgeber im Projekt.

Das Stephansstift Zentrum für Erwachsenenbildung hat in Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum an dem internationalen Projekt teilgenommen.

Vorbereitung

---

Durchführung

In der ersten Projektphase wurden Recherchen über die aktuelle Situation von Jugendlichen aus Risikogruppen im jeweiligen Land durchgeführt und analysiert, welche Methoden und Unterstützungsmaßnahmen für junge Menschen auf nationaler Ebene schon angeboten werden. Im Rahmen dieser Erhebung sammelten die Partner auch Beispiele guter Praxis.

In der zweiten Phase wurde das Modell der Peer Education in 3 Schritten entwickelt:

1. Basic Groundwork, 6 Fokusgruppentreffen mit zukünftigen Peer Leadern

2. Internationales Peer Education Seminar, Train the Trainer, Fortbildung für die Peer Leader 

3. Nationale Peer Gruppen Workshops, Peer Leader in Aktion

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Die Projektergebnisse, Recherche, Umsetzung der Peer Education, außerdem das Jugendcoachingmodell aus Österreich und Empfehlungen der jugendlichen Teilnehmer_innen sind in der MyWay-Compilation veröffentlicht (http://www.stephansstift.de/fileadmin/user_upload/Stephansstift/PDF-Dokumente/ZEB/MyWay/MY_WAY_WP9_Final_Compilation_GERMAN.pdf). Außerdem gibt es einen kurzen Film, der während des Peer Education Seminars gedreht wurde (https://vimeo.com/119553341).

Wirkung / Erfahrung

Die jugendlichen Teilnehmer_innen machten im Laufe des Projekts einen großen Sprung zu mehr Selbstbewusstsein und Reflexion über die eigene Situation und Zukunftspläne. Diese Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmer_innen kann das Projekt als direkten Erfolg verbuchen.

Der Peer-Ansatz als solcher kann ich vielfältiger Art und in zahlreichen Kontexten zum Einsatz kommen. Er ist allerdings stets als Ergänzung zu bestehenden Hilfe-Strukturen zu sehen.

Die Vorbereitungszeit innerhalb des Projekts (ca. 1 Jahr für die Peer Leader) war nicht genug für einen Einsatz der Peer Leader, NEET's (außerhalb von Institutionen) zu erreichen. Hier ist eine umfassendere Schulung empfehlenswert.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

    Umfeld des Beitrags

    geistreich Videos

    Videos ausblenden